„You may all go to hell and we will go to Texas!“

25. Februar – 01. März         McKinney Falls State Park, TX

Sonntag, 25.02.

Es ist kaum zu glauben, dass wir in der Nähe der Hauptstadt von Texas sein sollen. Hier wird echt geschrotet… Texas hat die für uns bisher schnellsten Hwys aller Staaten mit einer Höchstgeschwindigkeit von teilweise 130 Stundenkilometern FÜR ALLE! Das bringt uns mit unseren 80-90 km/h echt weit auf die äußerst rechte Spur.
Haben uns deshalb auch über nicht so stark befahrene Hwys sozusagen angeschlichen, ohne durch die Stadt fahren zu müssen.

Es fühlt sich so an, als wenn wir vor den Toren von Berlin, irgendwo außerhalb von Tegel, gelandet wären und die eigentliche Stadt in diesem Fall nicht wie in Berlin von Süden kommend westlich Richtung Norden umfahren hätten, sondern von Osten kommend im Norden großräumig liegen gelassen haben. Von einer Hauptstadt ist nichts zu sehen.
Unser wunderschöner, ruhiger Übernachtungsplatz für vier Nächte…

Am nächsten Morgen fahren wir leicht verschwitzt aber gut ausgeschlafen eine halbe Stunde links, links, rechts, links, rechts und endlos scheinend und doch nur für 18 Kilometer über die typischen quadratisch angelegten vierspurigen Hwys ohne wirklichen Großstadtverkehr in die Stadt, weil wir von Jim Schwobel, dem Vize-Präsidenten des „Heart of Texas Petanque Club“ mit den besten Informationen über die Strecke und bequeme Parkmöglichkeiten versorgt worden sind, die man sich vorstellen kann.

Es gibt nur einen klitzekleinen „zack vorbei“ Moment auf diesem Hügel, von dem aus wir Downtown Austin zu Gesicht bekommen… Ok, es scheint auch ein Bus von hier aus in die City zu fahren.

Wir wissen aus dem Internet, dass unser Ziel ein alter Flugzeug-Hangar ist. Browning-Hangar!  Soll ein Platz zum Boulespielen sein: Eine 1945 ganz aus Holz gebaute eiförmige Halle, die zum ehemaligen Airport von Austin gehörte.

Die heutigen Flugzeuge gehen zwar immer noch nach Austin TX, aber schon lange liegt der neue riesige Flughafen viel weiter außerhalb.
Die damalige Einwohnerbefragung u.a. zum Thema: „Was soll mit dem Gelände des alten Flugplatzes zukünftig passieren?“ – hatte zum Ergebnis, dass neben einem See, ein riesiger Park mit diversen Entspannungs- und Fitnessmöglichkeiten, neu gebaute Einfamilienhäuser auch für Menschen mit geringem Einkommen entstanden sind.
Der Petanque Club „Heart of Texas“ hat dafür gesorgt , dass der Hangar nicht abgerissen wurde, sondern als Boule-Spielfläche bis heute erfolgreich bespielt wird. Nicht nur alltäglich, sondern auch während mehrerer Turniere das ganze Jahr über.

By the way: Als wir sonntagvormittags ankommen, ist wie jeden Sonntag zwischen 11 am und 2 mp aus der Hangarumgebung ein großer Farmer’s Market geworden, der hier frische Produkte der Region im Angebot hat. Gut besucht, aber sehr teuer…

Wir treffen Jim Schwobel mit Boule-Kugeln, hölzernen Zielkugeln, hier Jacks genannt und Abwurfringen zum Kennenlernen von Petanque! Kinder und Eltern, MarktbesucherInnen üben sich nach seinen Anweisungen. So wird langsam aber sicher ein texanischer Volkssport geboren!

Ich fühle mich sehr willkommen geheißen und das nicht nur von ihm:
Gegen 2 pm sind mehr als 40 Leute unterschiedlichster Heimaten, Ursprünge, Kulturen, Hautfarben, Altersgruppen, Geschlechter, alle nur mit einem Ziel zusammen gekommen: Es sich gemeinsam gut gehen zu lassen, Petanque zu spielen und dabei mitgebrachtes Essen und Trinken als Grundlage für’s Spiel zu genießen…

Eine herrliche Fête. Alle palavern Englisch, viele sprechen Französisch… Alle mit mir, auch mit Händen und Füßen.

Montag, 26.02.

Eine Textnachricht auf unserem amerikanischen Cellphone zeigt mir: heute um 11 am wird wieder gespielt, wer kann, kommt.
Jim fährt ebenfalls ein Wohnmobil mit VW T4 Chassis-Motor und Fahrerhaus, einem Aufbau von Winnebago, Modell Vista, unserem Robel nicht unähnlich.Weil es im Schatten des Hangars auf Dauer zu kühl wird, spielen wir im sonnigen Park…

Andere Menschen, andere Bewegungen.
Der Park ist für alle da… Eine sehr entspannte Atmosphäre.

In unserer und um unsere „Übernachtungssiute“ herum bereiten wir uns auf einen angenehmen Abend vor. Morgen früh wollen wir ausgeschlafen sein.

Dienstag, 27.02. 2018

Denn wir sind unterwegs nach Downtown Austin.
Es ist gut, dass wir uns gestern, bevor wir nachmittags im State Park ankamen, vergewissert haben, in der Nähe welcher Bushaltestelle wir unser WoMo für den ganzen Tag sicher parken können. In der Vorstadt fanden wir mehrere großflächige Unternehmen und Verwaltungen mit riesigen eingezäunten Parkplätzen , darunter auch einen, auf dem uns erlaubt wurde, heute hier zu parken.
Die richtige Haltestelle ist nicht weit entfernt.

Jede von ihnen hat eine Kennziffer, die von unserer Haltestelle geben wir in eine spezielle SMS auf unser Handy ein und erfahren so, wann der nächste Bus kommt.
Pünktlich! Es versteht sich von selbst, dass der Fahrer eine eigene Nummer hat, mittels der wir uns über ihn lobend oder beschwerend äußern können. Wollen wir aber nicht, denn selbstverständlich macht er uns darauf aufmerksam, wo wir zwecks Umsteigens raus müssen!

Wir sind nicht am United States Capitol in Washington DC, sondern am Parlamentsgebäude des Staates Texas… zum Verwechseln ähnlich, erst recht, wenn es weiß wäre, aber immerhin ist es 14,64 feet höher als das in Washington.
(Das ist für TexanerInnen sehr wichtig…)

Kann man sich ansehen, muss man nicht. Haben wir aber…
The Lone Star!

Welz’s aus Deutschland treffen Bush’s aus Texas...

und sehen die Denkmäler aller derer, neben den typisch weißen Teilen der texanischen Bevölkerung, die seit der mehr oder weniger räuberischen Entstehung dieses Staates auf nicht vergessene Art und Weise zu seinem Wohlstand beitragen…

Genug dieser in Stein gemeißelten Erinnerungskultur.
Gehen wir drei Kilometer weiter zur lebendigen, sich ständig verändernden und täglich neu improvisierten…
Sie trägt zu Recht den schönen Namen HOPE Outdoor Gallery

Wir können leider die eigentliche Berühmtheit dieser Stadt nicht kennenlernen, weil die über 200 Musikbars erst am späten Abend mit ihrem in allen Staaten der USA berühmten Livemusic-Programm beginnen und wir uns nicht trauen, unser Auto mit in die Stadt zu nehmen. So bleibt es bei Außeneindrücken und etwas Bedauern darüber…
Wir helfen uns mit einem unserer Reisephilosophiesprüchen: „Wer weiß, wofür es gut ist…“

Mittwoch, 28.02. 2018

Irgendwann ist es so weit: Petanque zum Abschied. Um 11.00 am treffen wir uns noch einmal im Hangar… Ein paar unvergessliche Fotos, liebe Gedanken. Lieber Jim, wir sehen uns bestimmt wieder, vielleicht in Frankreich.

Donnerstag, 01. März 2018

Wir lassen mit gezogenem Thermosensor für das Kühlsystem (wie jeden Morgen) den Motor an, Checkliste abgearbeitet, laut abgehakt und auf dem Weg Richtung Fredricksburg TX.

Obwohl es eng aussieht, kommen wir schon nach anderthalb Stunden gut gelaunt auf dem KOA Campground Fredericksburg an.

Unvermeidlicher Sonnenabschied: bis Morgen…

Freitag, 02. März 2018            Reiner hat Geburtstag (Hast Du das da rein geschrieben?)

Es sind nur 10 Kilometer bis zur texanischen Dauerfete in Luckenbach.

Nix Dorf oder kaum, sondern jedes Wochenende Blue Grass, Country Music, Konzerte, gemütliches Beisammensein und jede(r) kann mitmachen…

Ausgeprägte Brot- und Spielekultur hier: Bier-, Wein- und nichtalkoholische Getränkestände, Burger- und BBQ-Buden, Musikbühnen, Souvenirladen, Hutgeschäft, Music-Hall und ein Kinderspielplatz. Ein ganzes Dorf zum Feiern… Willy Nelson lässt grüßen.

Der Vogtlandkreis ist mit dem Kennzeichen PL (für Plauen) auch schon hier gewesen…

„You may all go to hell and I will go to Texas!“ Spätestens mit siebzig kann ich machen, was ich will!

Video:

Kissing permitted!

2 Gedanken zu “„You may all go to hell and we will go to Texas!“

  1. Würden Dir gern „Danke“ für Deinen Kommentar sagen, können Dich aber leider nicht identifizieren.
    Auch nich schlimm: DANKE!
    Liebe Grüße
    Vero & Reiner

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