…aus heiterem Himmel

01. – 03. Juni 2018   Gilgal OasisRV Park, Sequim WA

Dieser vorerst letzte Campground während unserer zweiten Reise durch die USA ist ungewöhnlich „platzintensiv“ angelegt. Für unsere Gewohnheit eher europäisch schlank… Im Nachhinein können wir nicht mehr nachvollziehen, weshalb wir drei Nächte geblieben sind.

Immerhin ist es ein ausgesprochen gepflegter Platz mit allem Komfort, der offensichtlich nicht nur uns gut gefällt, sondern auch vielen anderen Gästen.
Es sieht im Moment ganz nach Thunderstorm aus.

Die düsteren Gewitterwolken ziehen glücklicherweise an uns vorbei. Gegen den aufgekommenen Wind lässt sich mit unserer „Küchenkonstruktion“ gut ankochen.

Montag, 04. Juni 2018     Vancouver Island, Victoria, Canada

Unsere Fähre geht von Port Angeles, USA direkt in den Hafen von Victoria, der Hauptstadt von Vancouver Island BC, CAN. Die Abfahrtszeit um 8:15 am! nötigt uns einen „Aufsteh-Rekord“ ab: so früh sind wir während unserer gesamten bisherigen Fahrtage auf unseren Reisen noch nie auf der Straße gewesen. Ich gebe zu bedenken:

Mindestens eine Stunde vor Abfahrt der Fähre im Hafen stehen, Strecke auf dem Hwy 101 über 30 km einigermaßen kurvig bedeutet, spätestens 6:15 am los! Das ist für uns eine „unchristliche“ Zeit, die uns nicht gerade gesprächig sein lässt.

Dazu kommt, dass ich wie immer in solchen Situationen, in denen „nur nicht verpassen“ angesagt ist, kaum ruhig atmen kann. (Na ja, vielleicht ist das ein bisschen übertrieben) Jedenfalls nutzt es überhaupt nichts, dass Vero mir immer wieder einbläut: „Wir haben reserviert, ruhig Grauer!“
Seit ich denken kann, machen mir Zug-, Flugzeug-, Schiffsabfahrten, überhaupt alle diese Termine mit „nur nicht verpassen“ so viel Druck, dass ich, ok sagen wir mal „unverhältnismäßig“ lange Zeitreserven einbauen muss, bevor ich einigermaßen gelassen glauben kann, mein geplantes Ziel auch wirklich zu erreichen. Es kommt mir kein Gedanke daran, dass es die nächste Abfahrtsgelegenheit auch noch geben könnte, habe keine Kontrolle mehr… geschweige denn, dass ich, schon (über)pünktlich im Hafen stehend, einen Blick für die faszinierende Umgebung erübrigen kann..

Wir sind selbstverständlich pünktlich an Bord, genießen die ruhige, nur von morgendlichen Wolkenaufstiegen gestörte Blauhimmel-Atmosphäre auf dem Oberdeck und geben uns für die nächsten 90 Minuten, jeglicher Stress ist abgefallen, der Überfahrt nach British Columbia, CAN hin…

Es tut einfach gut, die Verantwortung für unser Weiterkommen an die Schiffsbesatzung abzugeben!
So bleibt genügend Zeit dafür daran zu denken, dass wir an einer Ecke der Welt angekommen sind, von der wir noch vor einem halben Jahr nicht davon träumten, dass wir sie tatsächlich kennenlernen würden!

Ich bin glücklich darüber, dass Vero ihre Bedenken über hohe und gewundene Bergstraßen hier im Westen Nordamerikas mutig zurückgestellt hat bzw. täglich erträgt und uns das Erlebnis dieser wunderschönen Landschaft Canadas ermöglicht.

In Victoria, Vancouver Island angekommen ist es nach unseren zeitraubenden Erfahrungen mit den US-Grenzen die reinste Wohltat innerhalb von fünf Minuten den kanadischen Grenzübertritt mit Visumsstempel für einen halbjährigen Aufenthalt in Canada hinter uns zu haben.

Vor uns liegt „Legoland“. Jedenfalls so empfinden wir diese wuselige Victoria-Bay, von der wir nicht wirklich wissen, ob sie so heißt.

Aber hier fahren kleinste „Hafentaxis“, starten und landen am laufenden Band Wasserflugzeuge, wie wir sie uns als typische kanadische Verkehrsmittel von „See zu See fliegend“ schon immer vorgestellt haben.

Dazu auf den Straßen eine Verkehrsdichte, die es notwendig macht, uns nicht wirklich von unserer „Legoland-Fantasie“ ablenken zu lassen. Wir müssen nach „genau gegenüber“, gegen den Uhrzeiger durch Downtown-Victoria um die Bay herum zum Ziel:

Salish Seaside RV Haven

Weil wir schon so früh angekommen sind, packen wir für den Rest des Tages unsere Rucksäcke und wandern den West Bay Walkway, jetzt im Uhrzeigersinn eine Stunde lang immer direkt am Wasser entlang zurück nach Downtown Victoria.

Am Fuß der Mary St entdecken wir auf dem kleinen Strand die hingebungsvollen Kunstwerke von Rich Rico, auch bekannt als Matthews
Weil es seine Werke sind: hier zur Info, es gibt auch eine webseite fan-ta-sea-isle.com

und auf hungrige Reiher…

Kopf einziehen…

Eine der liebenswertesten Städte, sie gilt gleichzeitig als die britischste auf dem riesigen Kontinent, liegt uns ab sofort im wahrsten Sinne des Wortes zu Füßen…
Bei strahlendem Sonnenschein trübt nichts, aber auch gar nichts unsere Freude über eine Ansiedlung beispielloser Gelassenheit, Schönheit, kultureller Vielfalt, Lebendigkeit.

Wir können das nicht wirklich ausführlich beschreiben, sondern nehmen unsere Begeisterung zum Anlass uns zu versprechen noch mindestens einmal wiederzukommen.

Den Rückweg in unsere „Wohnung“ nehmen wir direkt übers Wasser.
Eine der klitzekleinen Harbor Ferries hält direkt im Wohnhafen der Westbay, nur 100 Meter von unserem Stellplatz entfernt.
Der Gedanke, in einem dieser Wasserhäuser zu leben…

Dienstag, 05.Juni 2018

Unser Versprechen steht, wir gehen noch einmal in die Stadt, diesmal nehmen wir den Bus.
Nette Menschen in einem nahegelegenen Bürogebäude, die unsere Fragen danach, welche Linie an welcher Haltestelle, wo und wann uns auf dem schnellste Weg nach Downtown bringt, beantworten sehr freundlich alles, was wir wissen wollen. Eine halbe Stunde später sind wir mittendrin im Getümmel und erleben die Wahrzeichen der unterschiedlichen Kulturen, aus denen die Menschen gekommen sind, um in dieser Region zu leben…

United Kingdoms, Ireland People, Native People, Asian People, Southern Europeans…

Vero überrascht mich mit ihren Vorinformationen über Victotia-Chinatown:

Insbesondere mit dem kaum zu findenden Eingang zur Fan Tan Alley, dieser Minigasse in Chinatown, die schmalste Straße im Land, an der engsten Stelle weniger als 1 Meter breit!

Unerlässlich für unseren heutigen Rundgang ist die beeindruckend großzügige Shopping Mall Victoria Eaton Center

von der wir uns im Wild Coffee & Bistro, einem ruhigen Rückzugsort in der Yates St bei Kaffee, Kuchen und Salattoast erholen.

Für heute reichts, ab zum Flieger, zurück zum Campground…

Video:

 

Just kidding, we take the bus…

Ein Gedanke zu “…aus heiterem Himmel

  1. Wieder ein schöner Bericht , danke. Bevor ich es vergesse , vor einigen Tagen sah ich auf einem Parkplatz ein Wohnmoboil stehen mit folgender Ausfschrift am Heck : “ My home is where it parks “
    Fand ich toll . LG Alfred

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