Tief im Osten…

Mittwoch, der 2. Oktober 2019     Massachusetts MA

Sind wir tatsächlich erst seit drei Wochen in America?

Ohne viel nachzudenken, so aus dem Bauch heraus, kommt es uns vor, als wären wir schon lange Zeit hier.
Gar nicht weg gewesen?

So sehr ist uns diese Ecke der New England States vertraut.
Sind uns diese Staaten, fast europäisch oder besser traditionell englisch anmutend, diese verwunschenen Landschaften, die „uralten“ Dörfer und Städte, die traditionellen Läden, die an den Landstraßen ausgestellten Gemüse- und Eierangebote der Farmen, die atemberaubenden Brücken, die Bäche, Flüsse und Seen und ihre manchmal kuriosen Namen, die Wälder, die Campgrounds und State Parks mit über uns und unser Auto staunenden Menschen, der Verkehr auf den Straßen mit seinen so speziellen Stopkreuzungen und unvorhersehbaren Schlaglöchern, die Fähren, manchmal als Fortsetzung der Highways gedacht, die Häfen, die Eisenbahn und ihre meist unbeschrankten Übergänge, die  regengeschützten Veranden mit jeder Art von Säulen und Schaukelstühlen rings um die Häuser, ans Herz gewachsen.

Es ist so gegen 3 Uhr nachmittags und eine ganze Reihe der originären, nicht zu übersehenden, orangenen „Kindertaxis“, bringen wie überall in den Staaten die ersten Kids zurück in ihre zumindest teilweise weit abgelegenen Zuhause.
Diese Schulbusse sind überall ein besonderes Merkmal der „Vorfahrt für (Schul)kinder“, die hier ABSOLUT gilt!

Wir zählen 14 gelbe, gut beleuchtete „Stop and Move“-Großraumwagen. Alle mit einem seitlich zur Straßenmitte hin ausfahrbaren Stoppschild und zig rot und gelb blinkenden Lichtern unübersehbar ausgestattet.

Wenn diese Warnzeichen leuchten oder ausgefahren sind, ist für alle anderen Autos in jeder Richtung absolutes „Stop“ angesagt!
Wir mögen diesen „absoluten Vortritt“ für Kinder.

Massachusetts ist bei aller Enge und sehr traditionellen Anordnung vieler Straßen und der Großzügigkeit unbewohnter Wälder und Küstenstreifen ein ausgesprochen fortschrittlicher Bundesstaat mit weltweit berühmten Universitäten, einer sozialen Absicherung für arme und kranke Menschen, die in den gesamten USA ihresgleichen sucht.
Ich erwähne das gern, weil die Geschichte von Massachusetts an dieser Stelle die Diversität der Vereinigten Staaten beispielhaft widerspiegelt.

Wir entschließen uns, die nahegelegenen weltbekannten, großbürgerlichen Sommer-Attraktionen von Cape Cod und Martha’s Vineyard als die Wohn- und Spielorte der High Society, links liegen zu lassen und geraten auf den völlig unattraktiven, langweiligen und fast ausgestorben daliegenden

Forge Pond Campground , Freetown MA

direkt im ruhigen und menschenleeren Niemandsland zwischen den Provinznestern Hanover, Rockland, Abington, Whitman und Hanson, MA.

Wir machen es uns interessant!

Der dunkle Wald trägt dazu bei und:
Gebratener Lachs mit gerösteten Zwiebeln und Knoblauch, getoastetes Baguette, frischer Salat mit Cole Slaw: hmmm…

und Tschüss!

Mittwoch, der 3. Oktober 2019     Rhode Island (RI)

Der nächste New England State und gleichzeitig der kleinste der Vereinigten Staaten, bleibt uns ab sofort auch nicht mehr unbekannt! Ich glaube, das Ruhrgebiet ist größer…

Wir kommen über die Sakonnet River Bridge in dieses wasserumspülte Land hinein und „müssen doch hoffentlich nicht über diese Brücke dahinten wieder raus?
– Dann bleibe ich hier!“ (Originalton Vero)

Wegen seiner herrlichen Küstenlage erhoffen wir uns von Rhode Island ein wunderschönes Ambiente mit kleinen Zugängen und Buchten des Atlantiks!

Dafür müssen wir allerdings erst einmal durch Newport RI, eine quirlige Hafenstadt mit verständlicherweise besonders konsum-touristischer Infrastruktur. Sie ermöglicht uns bei der Durchfahrt die ersten herrlichen Blicke auf Segelyacht und Kreuzfahrtkoloss.
Wir finden die Zufahrt zur Ocean Avenue, der unverbauten „Sightseeing-Promenade“! Dort wollen wir hin.

Ein besonderer Gag: Wir nehmen den Trolley Bus! ;-))
Er fährt uns nämlich voraus und wir hinterher. So sehen wir die schönsten Stellen dieses ohne „Reiseführer“ nicht so einfach zu entdeckenden Küstenabschnitts und seine Besonderheiten.

Einsam wohl weniger:
Was für ein unermesslicher Reichtum! Diese Häuser, ach was, was heißt hier Häuser…

Eisenhower House, wirklich die Sommerresidenz des ehemaligen US-Präsidenten zwischen 1958 und 1960, weil er so gern Golf spielte und der Weg zum Newport Country Club nur „ein Katzensprung“ war.
Ohne unseren Freund „Trolley“ hätten wir es sicher nicht gefunden…

Jetzt können wir auch alleine weiter: Die sich direkt am Randstreifen zwischen Strand und Wasser entlang fädelnde Ocean Avenue gibt uns doch noch einige unverbaute Blicke auf die natürliche Schönheit dieses wunderbaren Zusammentreffens von Landschaft, Küste und Meer.

Das war eine ganz besondere Route!

…und bleibt nicht die einzige: Denn jetzt passiert es doch noch und Vero sitzt immer noch neben mir.

Die Claiborne Pell Newport Bridge hat es in sich, steigt steil an, bleibt für knapp zweieinhalb Kilometer unter uns, und führt uns an der höchsten Stelle fast 500 Meter zwischen den beiden Pylonen auf 63 Metern Höhe über die Ostpassage der Naragansett Bay
Bedeutet das nun etwas Gutes oder Schlechtes: Right Lane Closed Ahead!


Die oben angekündigte Baustelle auf der rechten Spur hat zur Folge, dass wir nicht ganz so weit am Rand der Brücke fahren müssen:

Vero lebt noch. Herzlichen Glückwunsch! Vor einem Jahr hätten wir noch 100 km Umweg in Kauf nehmen müssen…

Spät nachmittags kommen wir auf Fishermen’s Memorial State Park, Narragansett, RI an.

Das Angebot an verschieden schönen Plätzen im Park ist riesig. Wir fahren rund, suchen uns die Nummer 56, einen schön ruhig gelegenen und einigermaßen waagerechten drive through Platz aus, melden im Office die Nummer und bezahlen mehr als wir vorher errechnet hatten.
Der höhere Preis wird klar, weil es allen Komfort mit Wasser, Elektrizität und Abwasserschacht direkt am Wohnmobil gibt: Wir haben es verdient – Bequemlichkeit nach Fahrstress siegt!

Freitag/Samstag, 4./5. Oktober 2019     Hammonasset Beach State Park, RI

Wie gut, dass wir reserviert haben… Auf diesen bevorzugten Plätzen der an der Küste gelegenen State Parks, vor allem dann, wenn sie auch noch einen direkten Zugang zum Strand des Atlantik bieten, ist schnell alles ausgebucht.
So wird die #15 unsere großzügige Heimstatt für zwei Nächte.

Wir begeben uns auf einen Erkundungsspaziergang!

Der Atlantik auf der anderen Seite… Wir sind von diesem Strand, seinen Ausmaßen, dem „Knirschesand“ zwischen unseren Zehen, von der Ruhe, seinem und des Wassers Gerüchen mal wieder hin und weg…

So kommen Mythen zustande: Es sieht aus wie ein UFO. Ist aber nur die östliche Spitze von Long Island.

Hi guys, nice Sunday to y’all!

Ein Gedanke zu “Tief im Osten…

  1. hallo ihr lieben,
    danke für die schönen fotoeindrücke und die hinreißende liebeserklärung an die new england staaten❣️

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