vom Pine Tree- über Granite- zum Bay State…

„Live free or die“       Ein auf den ersten Blick uns irritierendes Staatsmotto…

Vero’s Blick auf die Internetseite von wikipedia.de macht klar, dass es (auszugsweises Zitat) „(…)das wohl bekannteste Motto eines US-Bundesstaates“ (ist) „zum einen wegen der historischen Verwurzelung der Idee der Freiheit und Unabhängigkeit in den Vereinigten Staaten, zum anderen wegen der deutlichen Wortwahl im Vergleich zu den sonst eher gemäßigten Mottos der Bundesstaaten.“
In diesem Kontext können wir das jetzt schon eher nachvollziehen.

Aktuell befinden wir uns noch ein bisschen weiter nördlich (in Maine) und freuen wir uns darüber, diese magische Gegend sofort wieder zu mögen!

Gerade haben wir die Werkstatt „Atlantic Motorcar Center “ in Wiscasset, ME passiert, wo wir seinerzeit eine neue Batterie erstanden haben und uns sämtliche „Stromunterbrechungsschalter“, die wir in Werkstätten vorher einbauen ließen, wieder raus gerissen wurden, weil wir sie nicht mehr brauchten…

Wieder in der Gegenwart: direkt hinter der Brücke über den Sheepscot River kommt dieser Imbiss, „Red’s Eats“, Wiscasset ME, hier Seafood Restaurant genannt:
Das haben wir uns schon bei unserer letzten Reise vorgenommen, sollte in jedem Fall unser Frühstücksplatz werden.
Aber die schon im vorhinein geahnte, offensichtlich alltägliche Schlange von Menschen davor, ist unglaublich viel länger als wir gedacht haben.
Aus unserem Frühstück soll kein abendliches Dinner werden.
Wir lassen es und genießen später unsere selbst gemachte Mahlzeit abseits der Menschen- und Autoschlange…

23./24. September 2019       Yankeeland CG, Kennebunk, Maine (ME)

Jetzt hat es mich erwischt: Ich sehe die folgenden Fotos und kann mich auf den ersten Blick nicht mehr an diesen Camping erinnern.
Aber dann kommt mein Gehirn in Gang: „Alfred road“, (schöne Grüße, Bruder!) die Straße, die zu diesem Platz führt, sagt mir was! Hier waren wir schon einmal vor gut einem Jahr: Ein großer Campground, auf dem wir uns sehr wohl fühlen und Lust auf Bleiben aufkommt. Wir müssen uns wohl erst noch ein wenig akklimatisieren oder?

Über diese Zugbrücke, unter der die Schiffe in den Hafen einfahren können, erreichen wir die Stadt Portsmouth im Granite State New Hampshire

Ich vertraue nicht darauf, unser Auto für mehrere Stunden im Zentrum parken zu können und bereite uns deshalb darauf vor, auf einem Hotelparkplatz zu stehen, der im Internet als öffentliche Parkfläche ausgewiesen ist. Passt! Auch wenn eine Stunde $ 3 kostet! Es lohnt sich für diese freundliche Stadt allemal.
Die folgenden Impressionen verbinden wir mit schönen Erinnerungen…

Die erste Hälfte der strahlend weißen Kirche ist „im Kasten“. Jetzt kann ich aber nicht an dieser herrlichen Kombination von Blättern und Blüten vorbei gehen…

…klar, dass die zweite Hälfte der Kirche auch noch mit muss! (Vor diesem Blau…)

Heute will es mit der Suche nach einem Übernachtungsplatz nicht so recht klappen.
Die Campgrounds, die wir anfahren oder telefonisch anfragen, sind offensichtlich schon „off season“ und beherbergen nur noch „Residents“.

25./26. September 2019       Seacoast RV Park, North Hampton, New Hampshire (NH)

Deshalb ist es für unsere Verhältnisse schon sehr spät geworden, als wir etwas unruhig die letzten 30 Kilometer nach Seacoast RV Park and Resort, North Hampton NH hinter uns lassen und wirklich erleichtert sind als wir gegen 7 pm feststellen, dass die Rezeption noch geöffnet hat. Ein netter Platz: Sollen wir morgen auch noch hier bleiben?
Yes, einen Ruhetag können wir gut gebrauchen.

Die nächsten Bilder beschreiben unseren Weg quer durch New Hampshire und Massachusetts über Mansfield bis nach Hingham MA. Eine für uns unerwartet besondere Gegend mit ungewöhnlich starker Bebauung und viel Verkehr, der sich durch wenig geometrisch verlaufende Straßen schlängelt. Viele unübersichtliche Kreuzungen, manchmal Stoppstraßen mit ungenauer Kennzeichnung, was bedeutet, dass unklar bleibt, wer zuerst fahren darf und wer anhalten muss.

Es bleibt mir nicht viel Zeit mir die Umgebung anzuschauen:
Schlagloch, Stoppschild, rote Ampel, Kanaldeckelloch, Linksabbieger haben keine eigene Ampel oder Rechtsabbieger dürfen nicht automatisch bei Rot, nachdem sie kurz gestoppt haben, bei freier Zufahrt in die Kreuzung einbiegen…

…und noch´n Quiltshop.

27. September 2019         Canoe River Campground, Mansfield, Massachusetts (MA)

Es muss wohl Gründe dafür geben, weshalb diese Straße eine so künstlerische Oberflächengestaltung bekommen hat. Egal, es ist uns einfach nur aufgefallen…

In weiser Voraussicht auf unseren bevorstehenden Ausflug nach Boston, immerhin die Hauptstadt von Massachusetts, beschließen wir für die nächsten Tage „in den Wald“ zu gehen…

Wir kennen uns inzwischen gut was unseren Wunsch nach Ruhe und Entspannung angeht… Aber noch ist es nicht so weit. Erst mal nur den Platz gebucht, unsere Stühle und die Tischdecke als deutsches Zeichen für „besetzt“ hinterlassen und dann noch einmal 11 Kilometer Richtung Norden:

Wir wollen es so machen wie bisher immer.
Die großen amerikanischen Städte nicht mit unserem Auto zu er“fahren“, sondern ohne Stress entweder zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln kennenzulernen!

Hingham Shipyard erlangt dadurch für uns Bedeutung, dass wir morgen von hier aus mit einer Fähre direkt bis nach Downtown Boston kommen wollen.

Heute erkunden wir die morgigen Voraussetzungen und kaufen schon einmal die Tickets.
Die Fähre geht jetzt noch einmal ohne uns…

Zurück im Wompatuck State Park:

Mein abendliches Holzhacken will ich offensichtlich besonders professionell angehen, jedenfalls schlage ich mit meiner Axt einmal nicht das Holz klein, sondern den Waldboden treffend, mitten in ein Wespennest hinein:
Noch wenn ich jetzt darüber schreibe, und die zehn Stiche vom Kopf über die Arme, zwischen die Finger und in die Kniekehle hinein, schon längst nicht mehr weh tun, spüre ich sie:
Muss mich erst mal kratzen…
Meine Überreaktion: Ich schlage reflexartig mit großen ausholenden Bewegungen um mich, mache dabei meine Angreifer ganz offensichtlich nur noch aggressiver, weiß nicht, wie viele ich dabei auf meinem Körper oder in der Luft getroffen habe und schmeiße laut schreiend so schnell es geht, die Tür des Wohnmobils hinter mir zu.
Vorher und hinterher weiß ich natürlich, dass ich alles falsch gemacht habe und dazu noch: doppelte Scheiße, Vero sitzt ja auch hier drin und die Wespen sind mir einfach gefolgt, aber es tut so ekelhaft weh, besonders auf dem Kopf…

Irgendwann beruhige ich mich und wie sich herausstellt, ist Vero nicht gestochen worden. Was macht man eigentlich gegen den Schmerz und bin ich allergisch gegen Wespenstiche?

Das Internet hilft: Stiche nicht aussaugen, sondern mit Hitze die Eiweißmoleküle in den Schwellungen „zerbröseln“ lassen. Britta und Hartmut haben uns nicht nur mit ihren Mückenklickern gut geholfen, sondern uns vor dieser Reise auch noch einen Hitzestab mitgegeben. Er hilft tatsächlich!

Auf diesem Foto ist schon wieder alles gut. Wir sind auf einen anderen Platz umgezogen.
Keine bleibenden Schäden…

No risk – no fun!

Platz da!

Weil wir die zeitliche Reihenfolge unserer Blog-Beiträge auf jeden Fall erhalten wollen, müssen wir jetzt 5 (in Worten: fünf) Platzhalter für die letzten Beiträge aus unserer Nordamerika-Reise 2017/2018 in unseren Reiseblog einfügen.

Das werden die nächsten „Platzhalter“ sein.

17. – 22. Juli 2018

23. Juli – 04. August 2018

05. – 18. August 2018

19. – 31. August 2018

01. – 08. September 2018

Für diejenigen, die unseren Blog abonniert haben:
Ihr erhaltet jetzt noch 5 (fünf) E-Mails, mit nichts! !

Nach und nach werden wir dann die Beträge mit Inhalt füllen.

Denn, für alle diejenigen die es noch nicht wissen, wir haben inzwischen allen Grund unseren Blog aktuell weiterzuschreiben:

Wir sind mal wieder in Halifax, NS CAN angekommen…

…back again  – all good things come in three!

Big Sky Montana – get lost?

Montana wäre wirklich bald verloren gegangen – zwar nicht wir in, sondern unser Blogbeitrag über den östlichen Teil dieses so einzigartigen Staates:
Wir haben ihn schlichtweg in unseren Vorbereitungen auf unsere gerade begonnene neue Reise vergessen und versehentlich den eigentlich übernächsten Beitrag letzte Woche veröffentlicht!

Hinter den Bergen…    vom 2. bis zum 4. Juli 2018

Am East Glacier Park Village, Montana geht es weiter grobe Richtung Westen. Konsequent durch „Indianerland“ und das auf ein und demselben Highway (Nummer 2).

Wir beschreiben hier eine für uns in nur drei Tagen unglaubliche Distanz von 750 Kilometern durch riesige unübersehbare Getreideflächen, Gras- bzw. Weideland,
…eben alles hinter den Bergen und fast alles (scheinbar) ohne Menschen.

So wenig wir über die „Menschen in dieser Weite“ sagen können, so beeindruckend und nahe kommen uns jedoch der Himmel, der Erdschatten der Wolken, der sich biegende Horizont, die Eisenbahn,

…und die schier endlose Straße. Sie ist unser Hoffnungsträger, der verspricht, dass wir am Ende unser nächstes Ziel erreichen werden: North Dakota, ND

Die mächtige Eisenbahnbrücke über den Cut Bank Creek nördlich von uns könnte auch die „Brücke am Kwai“ sein und macht an dieser unwirklichen Stelle natürlich nur deshalb Sinn, weil sie es ermöglicht, die Güterzüge mit ihren Rohstoffen und Waren von Küste zu Küste, von Ost nach West und umgekehrt über diesen kleinen Bach zu bringen. Für uns ist sie eine willkommene Abwechslung parallel zum Hwy, bevor wir wieder in die Einsamkeit der riesigen Flächen eintauchen.

Fast völlig verlassen erscheinende Straßendörfer werden alle 50 bis 100 Kilometer ebenfalls zum Intermezzo der Abgeschiedenheit und zeigen uns, dass es doch immer wieder einige Menschen gibt.

Alle diese Orte sind gleichermaßen dadurch zu identifizieren, dass es an der jeweiligen Main St einigermaßen heruntergekommene Motels, Tankstellen, Shops und Restaurants zu sehen gibt.
Sie warten offensichtlich (vergeblich?) auf mehr oder weniger durchrauschende Gäste.

Aus diesen Bildern ergeben sich in einem solchen Moment des Hineinfahrens gedanklich unsere Fragen zur Lebensphilosophie der hier ansässigen (oder vielleicht eher unterschwellig) ausharrenden Menschen.
Hier unsere Interpretation der „ewigen Träumer“:

Es sind hier bestimmt viele Menschen zu finden, für die sich schon mehrfach im Leben ihr ganz persönlicher amerikanische Traum zwar noch nicht erfüllt hat, sie aber immer noch unablässig und intensiv an ihn glauben, ihn niemals abschreiben werden...

Anders unsere Idee für hiesige Landbesitzer und Farmer:

Sie sind u.E. die eigentlichen Gewinner auf ihren gewaltigen Flächen traumhaft fruchtbaren Bodens, wenn er denn mit genügend Wasser künstlich getränkt wird.
Und das wird er!
Und nicht nur mit Wasser, auch mit Subventionen der Bundesregierung aus WA/DC!

02. Juli 2018    Lake Sheloole Campground Shelby, Montana

Was an dieser Stelle wie eine sinnlose Aufzählung von Namen erscheint, ist nichts anderes als die Reihenfolge der Menschenansammlungen oder auch Ortschaften genannt auf unserer Route auf dem Hwy 2 durch Montana von West nach Ost:

Blackfoot,
Cut Bank,
Ethridge,
Shelby,
Dunkirk,
(ob hier wohl als erstes ehemalige Belgier ankamen?)
Devon,
(Engländer?)
Chester,
(Engländer?)
Joplin,
(Janis?)
Inverness,
(Schotten?)
Hingham,
Kremlin,
Beaver Creek,

Diese Flaggenparade macht uns darauf aufmerksam, dass wir die ganze Zeit nur ca. 60 km südlich der kanadischen Grenze entlang fahren.

03. Juli  2018    Evergreen Campground, Harvre Montana

Havre, (Franzosen?)
Lohman,
(Familie Lohmann aus Deutschland?)
Chinnok,
North Fork
Zurich,
(Schweizer?)
Harlem,
(Afro-Amerikaner?)
Fort Belknap Agency,
Dodson,
Wagner,
(Familie Wagner aus Deutschland?)
Malta, (Malteser?)
Sleeping Buffalo,
Saco,
Hinsdale,
Vandalia,
Glasgow
(Schotten?)

04. Juli      Trails West Campground Glasgow, Montana

Einerseits „Gottseidank“ und andererseits „wie schade“ verlassen wir jetzt den Hwy 2, biegen ab nach Südosten auf den Hwy 13 über
Circle, weiter auf den Hwy 200 S
nach
Lindsay und als letztes in der Reihenfolge
Glandive

Die schmale Staudammstraße des Fort Peck Lake and Dam hat auch schon einige Jahre auf dem Buckel:
Die Stromversorgung der Bevölkerung übernehmen die Turbinen des Wasserkraftwerkes seit 1939!

Wir haben nur noch wenige Kilometer, werden bald North Dakota erreicht haben.

Unseren letzten Satz bekommen wir heute als Werbespruch von der großen Tafel neben der Straße geliefert: