Unter den Dächern von Georgia…

…bis wir dort ankommen, liegen immerhin noch 750 sehr ländliche, einsame und oft pittoreske Kilometer vor uns.

In diesem Beitrag schreiben wir über den Zeitraum vom

Sonntag, den 20. Oktober bis Mittwoch, den 06. November 2019.
Mit einem besonderen Ziel:

Wir werden auf Amelia Island, Florida erwartet – Judy und Ed, unsere Freunde aus New Jersey sind inzwischen auch auf dem Weg dorthin, haben sich bei uns gemeldet und wir sind für Donnerstag, den 07.11. nachmittags verabredet.

Mein heiß ersehntes Petanque Turnier (PAO) vom 8.-10. November in Fernandina Beach auf Amelia Island, FL besetzt deshalb unsere Reiseplanung….

Dieser feststehende Termin und ein gleichzeitig in den nächsten Tagen über unsere bisher gedachte Route hinweg ziehende Schlechtwetterfront mit viel Regen, Gewitter und vor allem starkem Wind aus dem Golf von Mexiko kommend, die uns die Fahrt zur Atlantikküste vermasselt hätte, sind dafür verantwortlich, dass sich auch bei unserer jetzigen dritten Reise an der Ostküste der USA entlang, nicht unser Wunsch erfüllen wird, die Küste South Carolinas und Georgias zu besuchen, um einmal in die Welt der dortigen riesigen Strände, der meilenweiten Buchten und der köstlichen Delikatessen in den Fischbuden und -restaurants auf den vorgelagerten Inseln einzutauchen.

Abstand nehmen, tief durchatmen, an die Ereignisse der jetzt vor uns liegenden Tage denken und in unsere Erlebnisse und ihre Umstände eintauchen…

Damit ist gleichzeitig leider auch eine Idee nicht mehr zu verwirklichen, die bestimmt spannend geworden wäre:
Edisto Island und Edisto Beach wollten wir so gern sehen, weil wir zu Hause auf dem Herforder Wohnmobilstellplatz im August d.J. einen weitgereisten Wohnmobilfahrer getroffen haben, der dort unten einmal verheiratet gewesen ist und dessen Lieblingsschwager wir dort schöne Grüße ausrichten sollten.

So nehmen wir bis zu 200 Meilen weiter westlich im Land Regionen von North- und South Carolina und Georgia mit, in denen uns selbst die Einheimischen fragen, was wir denn hier wollen?

18. – 20. Oktober 2019      Cool Breeze RV Park, Galax, North Carolina

21. – 22. Oktober 2019       Mayberry Campground, Mount Airy, North Carolina

23. Oktober 2019               Lake Myers RV & Camping Resort, Mocksville, North Carolina

Nun zum Beispiel: sich wohl fühlen,

oder Herrn Trump und dessen Wunsch flattern zu sehen,…
auf dass seine Wiederwahl vom Winde verweht werde.

Andreas Altmann, „Im Land der Freien: Mit dem Greyhound durch Amerika“ lesen…

Eine spontane (wo kommt ihr denn her?) Einladung zum Mini Golf (auch Crazy Golf oder putt-putt genannt) annehmen…

eine kleine Wanderung durch den verwunschenen Wald machen, fotografieren, wie schön das hier ist!

Donnerstag, 24. Oktober – Dienstag, 29. Oktober 2019       Iron City Campground, Blacksburg, South Carolina

und uns darauf vorbereiten, dass Halloween vor der Tür steht. Bisher sind wir mit den Originalregeln dieses Festes noch nicht vertraut.
Aber hier kommen wir eindeutig nicht umhin, uns auf die unbekannten Gepflogenheiten einzulassen – denn die Kinder werden vor unserer Tür stehen!
Wenn Halloween (immer am 31. Oktober) auf einen Werktag fällt,  wird offensichtlich auf den Campingplätzen am Wochenende vorher gefeiert.
Und das hat Konsequenzen für uns:
Die Plätze sind bis auf den letzten komplett ausgebucht!
Mit Verhandlungsgeschick und Hartnäckigkeit gelingt es Vero, uns einen letzten Platz zu organisieren! Damit sind alle Übernachtungsprobleme über das dazwischen liegende Wochenende hinaus für insgesamt fünf Nächte gelöst.

Wir staunen nicht schlecht, als wir sehen, wie ab sofort individuell und mit großem Ernst visuell und audiomäßig (zum Erschrecken der Kinder) der Wettbewerb „wer hat die schönste Halloween Ausschmückung seines Stellplatzes?“ vorbereitet wird.

Und noch mehr über die professionell kostümierten und geschminkten Kinder, (je nach Alter mit und ohne ebenfalls kostümierten Eltern), die sich mit dem „drohenden“ Spruch „trick or treat!“ unsere extra eingekauften Süßigkeiten in die mitgebrachten Beutel oder Schüsseln geben lassen. Der St. Martinstag in Deutschland lässt grüßen…

Mittwoch, 30. Oktober 2019 – Mittwoch, 06. November 2019       Southern RV Retreat , Brunswick, Georgia

Der erste geöffnete Swimmingpool unserer Reise, wie haben wir ihn herbeigesehnt.
Schon morgens nach unserer ersten Nacht müssen wir unbedingt das köstliche Nass haben. (Wobei ich anmerke, dass die Luft fast schon tropisch feucht ist, aber das Wasser verdammt kühl, offensichtlich nicht beheizt) Aber egal…

Der Platz gefällt uns ausgesprochen gut, die Angestellten und Gäste sind sehr freundlich. Nur das Wifi am Platz lässt zu wünschen übrig. Dabei haben wir uns blogmäßig so viel vorgenommen. Wir haben glücklicherweise herausgefunden, dass es im Restaurant des Campgrounds noch einen zweiten Port gibt, und den nutzen wir ab sofort außerhalb der Öffnungszeiten, vom Inhaber mit dem Passwort versorgt, zwischen Ketchup, Mayo und Zahnstochern, intensiv.

Ich muss mir wohl eingestehen, dass ich tatsächlich inzwischen kürzer geworden bin! Oder wie kann ein solcher Größenunterschied zustande kommen?
Diese junge Frau aus den Niederlanden spricht mich an, ob sie mit mir ein Interview führen dürfe, in dem sie mich über unsere Reise, unser Leben, unsere Motivation, unsere Erlebnisse befragen möchte.
Ich stimme nach Rücksprache mit Vero zu und (ich hab Ihren Namen vergessen) sie erzählt über ihr eigenes abenteuerliches Leben in der Welt und ist wohl überrascht über unser Senioren- „Nomadenkonzept“ seit 2015.

Wie sich mein Blickwinkel auf mich selbst, besonders durch ein einziges Foto unzweifelhaft ändern kann!

In der Zwischenzeit steht die Oberseite von Vero’s neuem Quilt, den sie nach unserer Ankunft in Halifax am 10. September  mit der Hand zu nähen begonnen hat, vor der Vollendung.
Ein neues Werk in Pastelltönen und verschiedenen blumigen Mustern mit Sawtooth- oder Evening Stars.

Sozusagen vor unserer Tür, nur 30 km entfernt, liegt Jekyll Island und weil der ausweisliche Sturm sich längst verzogen hat, wollen wir einen lässigen Tag dort verbringen.

Unterwegs erinnern wir uns, dass Brunswick, Georgia ein großer Umschlaghafen für Autos ist:

Hier spüren wir nichts mehr von großen Automengen…
Wir freuen uns auf die erste Fahrradtour während unseres jetzigen Aufenthaltes in Nordamerika. Der Verleih „Bike Barn“ macht uns ein gutes Angebot, so dass wir unsere Leihräder bis zu vier Stunden lang auf den herrlichen Radwegen entlang der unendlichen Strände und der kleinen Stadt spazieren führen können. Das nutzen wir ausgiebig -es ist nicht zu kalt und nicht zu warm, sitzen sehr bequem auf diesen Breitarschsätteln und steuern die Räder sehr komfortabel mit ebensolchen Breitarmlenkern.

 

Hier wollte Vero unbedingt hin. Sie hat diesen besonderen Strand ausfindig gemacht und überrascht mich damit, dass sich mir der Name des Strandes: Driftwood Beach auf einmal wie von selbst erschließt:
Der Sand um die Wurzeln der Bäume herum wird bei jeder Flut vom auflaufenden Wasser unterspült und sie verlieren deshalb seit wer weiß wie langer Zeit ihren Halt und ihre Lebensfähigkeit. Ein bizarres Erlebnis, dass uns nachdenklich und gleichzeitig beeindruckt fragen lässt:

  • Ist der Spiegel des Atlantiks hier im Rahmen der Klimaveränderung schon seit längerer Zeit sichtbar angestiegen?
  • Wikipedia schreibt davon, dass es sich bei dieser Landabtragung um eine normale Veränderung handelt, zumal am südlichen, entgegengesetzten Ende von Jekyll Island sich das Land neu aufwirft.

Nach gut zwei bis drei Stunden erreichen wir Jekyll Island Downtown:
Könnte auch irgendwo an der Cote d’Azur am Mittelmeer sein.
Oppulente Villen, in einer herrlich angelegten und gepflegten Parklandschaft.
Distinguiert dreinschauende Golf-, Bade- und Clubgäste, die sich hier wie selbstverständlich eingemietet haben. Hinter elektronisch zu öffnenden Schranken wird der nicht autorisierte Autoverkehr abgewiesen:

Wie schön, dass es Fahrräder gibt. Dafür ist neben jeder Schranke Platz genug um weiterfahren zu können.

Ist das nicht ein schönes Hexenhäuschen?

Once upon a time…

Ostküsten-Blues

Samstag, den 5. Oktober 2019

Wir kurven auf dem Weg nach Branchville, New Jersey gemächlich up and down mitten durch „Redneck-Country“.
So sieht es hier wirklich aus:  Im wahrsten Sinne des Wortes abgelegen, kurvig, arm, waldreich,  vernachlässigt, verstohlen, liegen gelassen, verlottert und wegen der „vergessenen“ Infrastruktur eher menschenleer.Weiterlesen »

vom Pine Tree- über Granite- zum Bay State…

„Live free or die“       Ein auf den ersten Blick uns irritierendes Staatsmotto…

Vero’s Blick auf die Internetseite von wikipedia.de macht klar, dass es (auszugsweises Zitat) „(…)das wohl bekannteste Motto eines US-Bundesstaates“ (ist) „zum einen wegen der historischen Verwurzelung der Idee der Freiheit und Unabhängigkeit in den Vereinigten Staaten, zum anderen wegen der deutlichen Wortwahl im Vergleich zu den sonst eher gemäßigten Mottos der Bundesstaaten.“
In diesem Kontext können wir das jetzt schon eher nachvollziehen.Weiterlesen »