Sunny side up and down…

Rege(l)n kennen wir schon lange nicht mehr… knock an wood – die Sonne ist seit Wochen unsere Begleiterin…
Wie auch die Palo Alto Trees. Wie schnell wir uns doch an die anfänglich von uns so bewunderten Blüten dieser prachtvollen, überbordend Farbe bekennenden Bäume gewöhnen können.

Ganz was anderes: Eine Empfehlung kann auch durchaus mal „in die Hose gehen“.

Cave Creek AZ soll eine sehenswerte kleine Stadt mitten in den Bergen sein, versprach uns einer der Besucher aus dem Desert Botanical Garden in Phoenix AZ.
Es liegt auf unserem Weg in Richtung Norden. Also orientieren wir uns dorthin:

Und treffen auf die gnadenlose Bestätigung des Klischees für die für unseren Geschmack kitschigste Verklärung des Wilden Westens in Form verschiedener Metallskulpturen, Tiere, Wagen, Flaggen, Horoskopzeichen, Sterne.

Um es zusammen zu fassen: Nichts wie weg hier!

Unser weiterer Weg führt uns ins Prescott Valley, AZ, zumindest für heute bis kurz davor, nämlich bis zum

Black Canyon Ranch RV Park, Black Canyon City, AZ    Donnerstag 19. – Freitag, 20. April 2018    

Wir genießen nach dieser “Sightseeingtour”  den sehr gepflegten, von Palmen umgebenen Swimmingpool mit angenehmer Temperatur umso mehr und bleiben gleich zwei Tage. Unaufgeregtes Ausruhen fehlt uns!

Samstag, 21. April 2018   Watson Lake County Park, Watson Lake AZ

Es geht aufregend weiter: Wir sind vom Wochenendverkehr auf der Interstate 17 und dem Hwy 69 echt genervt.

Deshalb freue ich mich schon besonders auf den RV Park Point of Rocks.
Aber er ist so voll, dass wir keinen Platz mehr finden!!

Das gibt’s nur am Wochenende, na klar, ist ja Samstag, also mittendrin in der arbeitsfreien Zeit der hiesigen Bevölkerung.

In solch einer Situation fällt es mir besonders schwer, daran zu glauben, dass es schon für irgendetwas gut sein wird! Hier stellt es sich jedenfalls so heraus:

Gleich um die Ecke ein Stück zurück liegt der Watson Lake Park, nicht nur ein schön gelegener Park direkt an einem Stausee, sondern gleichzeitig auch noch mit einem preiswerten Camping, jedenfalls wenn wir uns, wie heute, damit einverstanden erklären, auf Strom- und Wasseranschluss zu verzichten.

„Wir haben nicht mehr viel Platz, fahrt einfach mal über den Platz.  – Ähhh – aber da drüben, gleich links da vorne, die kleine Ecke, Nummer 15, da könntet ihr mit Eurem small rig gut reinpassen!“ – So empfängt uns die Rangerin, vorn auf unser deutsches Nummernschild zeigend und natürlich, weil schon so oft erlebt, freudestrahlend erklärend, dass sie einige Jahre in Hessen, Deutschland gelebt habe.

Das meine ich damit, wer weiß, wofür es gut ist: diese Begegnung zum Beispiel, hätten wir nicht gehabt, wenn wir schon im Point of Rocks untergekommen wären.

Nummer 15 ist ideal für uns – als wenn der Platz auf uns gewartet hätte -.

Wir haben uns eingerichtet, unser Abendessen vorbereitet, genießen aber vorher noch einen Spaziergang in Gelassenheit, die wir nach unserer heutigen Fahrt hier gut wiederfinden können. Vorbei an vielen Wochenendpicknickgästen auf riesigen Wiesenflächen, in Deutschland würden wir sagen: „mit Kind und Kegel“…

Der, wie immer gut mit weißen Farbklecksen auf den Felsen „ausgeschilderte“ Trail, führt uns um den See, von dem sich herausstellt, dass der Wasserstand durch ein Leck in der Staumauer erheblich abgesunken ist. Die Felsen zeigen es durch einen besonders niedrigen Wasserpegel. Montag soll die Mauer wieder abgedichtet werden.

Es wird immer ruhiger und sieht je weiter wir kommen, eher wie eine kurz vor dem Austrocknen stehende Oase aus.
Schwimmen ist nicht erlaubt, schade… (Wir erfahren nicht, wofür das gut ist)

Auf dem Weg zum Grand Canyon, durch unendliche Plains mit scheinbar vertrocknetem Gras, für uns fast menschenleerer Einöde, stoßen wir bei Ash Fork mal wieder, wie schon während unserer ersten Reise, damals allerdings weiter westlich auf die historische Route 66 und erreichen als unser heutiges Ziel Williams AZ.

Was wir schon in Cave Creek empfunden haben, diese als besonders heroisch herausgestellte historisierende Zurschaustellung der Lebensbedingungen früherer Einwanderer, ist heute eben an jeder geeigneten Stelle die mehr oder weniger erfolgreiche Basis einer für die US-amerikanische Gesellschaft typischen Geschäftstüchtigkeit. Selfmademen-Mentalität durch und durch.
So ist das hier – so empfinden wir es jedenfalls.

Hat was!

Montag, 23. April 2008     Grand Canyon National Park, South Rim, Mather Campground

Hier soll der Grand Canyon, dieser besonders berühmte Einschnitt tief in die amerikanische Erde hinein zu sehen sein? Der Verkehr dorthin jedenfalls wird zwecks Gebührenzahlung sortiert.

Sehr freundlich begrüßt, mit allen Informationen versorgt und vor der Wahl, für 30 $ diesen Park zu besuchen oder mit einem Jahrespass für 80 $  alle Nationalparks der USA besuchen zu können, werden wir in die wilderness des Kaibab National Forest und des Grand Canyon hineingelassen. Wir haben uns entschlossen, auf der südlichen Seite des Canyon, also dem South Rim zu bleiben.

Bisher ist noch nichts von ihm zu sehen.

Wir ergattern einen Stellplatz für eine Nacht auf Mather’s Campground, einem Dry-Camping mit zentraler Dumpstation und gemeinsame Frischwasserstellen für mehrere Sites, für Fahrzeuge bis zu einer Länge von 30 ft mit der riesigen Zahl von 327 Plätzen. Weil für morgen schon alle Plätze ausgebucht sind und es kein „first come-first serve“ während der Hauptsaison gibt, hat uns Vero ab übermorgen für zwei weitere Übernachtung eine Reservierung besorgt.

Noch heute nehmen wir einen der viertelstündlich verkehrenden kostenlosen Shuttle Busse, Orange Line, Richtung Kaibab Trail und nähern uns vorsichtig und mit großem Respekt zum ersten Mal einem der sogenannten sieben Weltwunder, einer Erdspalte, einem unvorstellbar tiefen und breiten Riss durch die normale Oberfläche der Erde, der vertikal in einer Tiefe nach unten versinkt, die sich von oben kaum abschätzen lässt.

Ich versuch’s trotzdem mal und könnte mir denken, dass der Colorado River inzwischen von hier oben aus gesehen in 1000 m Tiefe seine strömungsintensiven Bahnen zieht.

Ein grandioser Anblick mit einer mich tief berührenden Magie!

Der Fluss hat sich über Millionen von Jahren einerseits hinunter gefressen und die seitlich horizontal so stimmungsvoll farblich völlig unterschiedlichen Gesteinsmächtigkeiten an den Seiten des Colorado Plateaus sich andererseits in für Menschen nicht vorstellbaren Zeiträumen aufgefaltet.

Vero ist jedoch von der Gewaltigkeit dieses Anblickes so eingeschüchtert, dass ihre Beine sich schlicht weigern, auch nur annähernd in die Nähe dieser tiefen Schlucht zu kommen.

Wenn die subjektiven Empfindungen so unterschiedlich ausfallen, dann können schon 3 Kilometer Wanderung in gesichertem Abstand vom Abgrund zur Strapaze werden. Jedenfalls lassen unsere Empfindungen die Adrenalinspiegel aus ganz unterschiedlichen Gründen so sehr ansteigen, dass wir uns schon ein paar Stunden später hundemüde in unsere sicheren Campingstühle fallen lassen.

Wir sind eigentlich nur ein bisschen spazieren gegangen, was so eine Erdspalte alles mit uns anrichten kann…

Fast hätten wir unseren nachmittäglichen Besuch verpasst…
Ganze Wapiti-Familien mögen den Wald zwischen den Stellplätzen offensichtlich sehr gern.

Es ist unvorstellbar, wie herrlich ruhig wir auf einem solchen Riesencampingplatz hier schlafen können:

Wenn mich nur nicht am späten Abend, es ist schon walddunkel, direkt an unserem Auto ein Wapiti von mir unbemerkt beobachtet hätte, dass ich im Schein meiner Taschenlampe erst dann bemerkt habe, als es sich von unserer Aufbautür langsam und gemächlich wieder vondannen machte. Der große Schreck ist ganz offensichtlich nur auf meiner Seite!

Wir sind noch drei weitere Tage hier…

müssen jedoch dafür noch einmal, heute am Dienstag, den 24. April nach Grand Canyon Camper Village, Tusayan AZ umziehen.
Für nur Strom und Frischwasser, ungepflegtem Zustand, die Restrooms ungefähr vor einem Monat zum letzten Mal gereinigt und neben der Campingplatzgebühr von 51 $ pro Nacht soll man noch 1 $ für 4 Minuten Duschen bezahlen –  Grande Preise am Grand Canyon…

Wie gut, dass Vero für unser Abendessen so gut eingekauft hat:

Grüner Spargel im Baconmantel…

Am nächsten Morgen geht’s wieder zurück auf unseren vorgebuchten

Mather Campground AZ
Mittwoch, 25. – Donnerstag, 26. April 2018

Schrecken und Überraschungen können so unterschiedlich sein…
Es sieht tatsächlich nach einem heftigen Waldbrand aus. Facebook empfiehlt, unseren „Freunden“ eine Nachricht zu senden, dass wir „safe“ sind.

Unten: Unser heutiges Suchbild fragt danach, wo auf diesem Foto der Colorado River zu sehen ist ?

Es gibt Leute, die vermutlich glauben, einen Fallschirm auf dem Rücken zu haben…
oder sie sind in ihrem Hauptberuf „skyscraper-windowcleaner“ (oder wollten es immer schon einmal werden, haben es sich aber dauerhaft nicht getraut…)

Hier ist er…

Vero ist noch einmal mitgekommen und hört sich aus sicherer Entfernung den Vortrag zu den geologischen Entwicklungen des Grand Canyon durch einen Ranger an.

Donnerstag, 26. April 2018 – unsere Abschiedsrunde

Dieser Canyon ist ja einer von vielen im Westen der USA, eben der größte. Entsprechend viele Menschen möchten ihn jedes Jahr sehen. Ich habe mal nachgefragt: 2017 waren es fast 6.000.000 BesucherInnen…
Wir können das sehr gut nachvollziehen, denn alleine waren wir hier nie. Wie auch? Wir haben Menschen aus der ganzen Welt getroffen, deren vierzehntägiger Urlaub den Besuch des Grand Canyon als Höhepunkt vorsah.

Unser Fazit: Es ist schön, dass wir diesen außergewöhnlichen Ort unserer Erde wenigstens einmal sehen konnten. Er hat uns beeindruckt.
Gleichzeitig sind die Voraussetzungen dafür, ihn intensiv zu genießen, allerdings sehr eingeschränkt:
wir sind mit tausenden anderer Menschen zusammen in einem riesigen IMAX gewesen.

Ein letzter atemloser und begeisterter, aber auch etwas trauriger Blick auf dieses Dokument irdischer und menschlicher Realität…

PS. Nein, wir haben keinen Hubschrauberrundflug und auch keine Raftingtour gemacht.

Freitag, 27. April 2018 zurück im RV-Alltag

Grand Canyon Railway RV Park, Williams AZ

Noch einmal  bei Safeway in Williams AZ für die nächsten Tage eingekauft. Morgen geht’s weiter durch die Wüste.

The weather will be sunny again, need the next pool…

Manche mögen’s heiß…

wie gut, dass es noch nicht später im Jahr ist, denn dann wird es hier unerträglich, ohne Klimaanlage unaushaltbar!

Aber auch so ist es nicht ganz einfach, nach 2400 Kilometern, fast fünf Wochen später, mit 23ºC und aus Oregon heraus, die Geschichte unserer Reise zwischen dem

08. – 13. April 2018       im Catalina State Park bei Oro Valley und Lost Dutchman State Park, Apache Junction AZ
noch einmal zu erleben.

Aber wir wollen uns ja erinnern!

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Es fehlt noch die Überschrift, wir gehn jetzt erst mal schwimmen!

Sonntag, 11. März 2018

Durch Texas Hill Country

Wir sind wieder mal sowas von mobil! Dort wo Rinder scheitern, fahren wir nach „wer weiß wohin“, denn diese in den Tälern des Texas Hill Country gelegene Gravel Ranch Road ist unsere einzige Alternative, um aus der gefurchten und von Vero gefürchteten Auf und ab-Berglandschaft heile oder besser, mit ruhigem Atem wieder herauszukommen. Muss also sein!Weiterlesen »

„You may all go to hell and we will go to Texas!“

25. Februar – 01. März         McKinney Falls State Park, TX

Sonntag, 25.02.

Es ist kaum zu glauben, dass wir in der Nähe der Hauptstadt von Texas sein sollen. Hier wird echt geschrotet… Texas hat die für uns bisher schnellsten Hwys aller Staaten mit einer Höchstgeschwindigkeit von teilweise 130 Stundenkilometern FÜR ALLE! Das bringt uns mit unseren 80-90 km/h echt weit auf die äußerst rechte Spur.
Haben uns deshalb auch über nicht so stark befahrene Hwys sozusagen angeschlichen, ohne durch die Stadt fahren zu müssen.Weiterlesen »