2015 – 1880

Freitag, 7. August

Wir haben uns zwar vorgenommen früh loszufahren, weil sich zum Wochenende wieder die Campgrounds füllen werden, aber wir kommen dann doch nicht so schnell von der Matratze.

Unser Ziel führt weg von der konsequent westlich verlaufenden Interstate und wir folgen stromaufwärts dem Missouri,

nördlich ins Reservat der Creek,


sofort wird der Verkehr geringer, die Besiedlung nimmt noch mehr ab als sowieso in diesen Gefilden und die Infrastruktur der Region zeigt viele Defizite.


In Fort Thomson, oder besser dort, wo einst das Fort gestanden hat, macht ein interessantes Denkmal auf sich aufmerksam.


Die Geschichte der hier über die Jahrzehnte Eingewanderten und der von hier Vertriebenen und Getöteten kommt uns nahe.


Gleichzeitig ist es ein idealer Rastplatz zum Frühstücken, unserer Lieblingsmahlzeit.

Durch für uns noch nie so stark empfundene, horizontelendweite, gleichzeitig berauschend schöne Graslandschaft fahren wir auf nicht enden wollender Geradeausstraße.

Nach knappen 60 Kilometern kommen wir durch die bekannte us-amerikanische Businesskultur, in Pierre an, einer am Ende dieser Weite sich direkt am Missouri ausbreitenden Stadt und finden eines dieser mit kostenlosen Übernachtungsparkplätzen ausgestatteten Einkaufszentren, um in den nächsten Tagen nicht zu verhungern. (Es gibt sogar „italienische“ Salami, made in USA)
Wir wollen das Wochenende aber „schön“:
Etwas östlich der Stadt liegt der „Farm Island Statepark“ und trotz unserer späten Abfahrt am Morgen, haben wir die Auswahl aus den letzten drei freien von den insgesamt 60 Plätzen, den ruhigsten, schattigsten auszusuchen.


Glück gehabt! (Am Wasser war alles schon wegreserviert)


Schöne Tage von Freitag bis Sonntag mit Schwimmen im See,
leckerem Essen, gutem Campfire and so on…


Sonntagmittag bereiten wir unsere „Einfahrt“ in die Badlands vor, indem wir den Hwy 90 weiterfahren und dann abbiegen auf den Hwy 240 bis kurz vor den Eingang, an dem der Campground „Circle 10 Creekside RV Park“ beim Städtchen Philip liegt.


Aber nicht einfach mal so, sondern mit Unterbrechung durch einen „pädagogischen“ Museumsgang durch die „1880 Town“,


einer sehenswerten Darstellung eben einer westamerikanischen Stadt „im Aufbruch“ mit all ihren für die damalige Zeit tollen Errungenschaften, bis hin zu einem Bahnhof mit typischem Zug.

Weil hier in der faszinierenden Landschaft der Film „Der mit dem Wolf tanzt“ mit Kevin Costner gedreht wurde, gibt es eine Sonderausstellung mit Utensilien aus den Szenen und Requisiten der SchauspielerInnen.


Sag‘ ich ja, die Freizeitkultur ist hier sehr ausgeprägt, um nicht zu sagen, so angelegt, dass viele Menschen damit ihren Lebensunterhalt sicher gut verdienen können.


Den Menschen hier gefällt das Konzept: „Brot und Spiele“, nicht nur im Fernsehen und im Stadion, sondern auch in vielen Museen.

Für uns kommt es darauf an zu lernen, auszuwählen.


Morgen soll es ein erstes echtes Highlight amerikanischer „Landschaftsparks“ geben. Obwohl es ein Flüsschen mit Namen „Bad“ gibt, weist der Begriff „Badlands“ wohl eher darauf hin, dass in dieser schätzungsweise 6500 qkm großen Urlandschaft sich für die Siedlungswilligen in den vergangenen Jahrhunderten nichts zum Überleben anbot oder anzubauen gewesen wäre.

Surprise, surprise!

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