Hier fliegen Pelikane und Raketen!

Sonntag,  22. November bis Dienstag, 24. November 2015

Sebastian Inlet State Park

Hätten wir gewusst, dass unser nächstes Reiseziel auf der Fahrt entlang der Ostküste Floridas

ein so großartiges Angelrevier ist, wie es sich jetzt herausstellt, hätte ich glatt eine „fishing-lesson“, also einen Angelkurs gemacht.

In nur hundert Meter Entfernung vom Wasser steht unser „Haus“

und ich könnte wie die anderen Angler bis zu 40 Fische täglich aus dem Wasser ziehen.

Die Tiere haben im Moment, wohl wegen des wilden Wassers, Sehnsucht danach, in der Pfanne zu landen. Jedenfalls wissen die Angler nicht wohin mit ihnen.

Der Statepark erstreckt sich am Atlantik nördlich und südlich einer ziemlich breiten Bucht entlang, eben eines Inlets, der das offene Meer mit dem „Intercostal Waterway“ (ein parallel zur Küste verlaufender sehr breiter flussähnlicher Wasserstreifen, auf dem sich die gesamte Atlantikküste von Georgia bis Süd-Florida mit dem Schiff befahren lässt) verbindet.

Unseren Spaziergang zum Meer begleiten die Ibisse, die Reiher und die Strandläufer mit dem immer wieder zum Ausdruck gebrachten Wunsch, sich möglichst schnell satt zu essen.

Die einen zeigen, wie gut ihre Augen sind, indem sie sich aus 5-10 m Höhe ins Wasser stürzen, um einen der kurz unter der Oberfläche schwimmenden Fische zu ergattern und zu verspeisen.

Die anderen, wie schnell ihre Beine sind, wenn sie vom zurückfließenden Wasser nicht nass gemacht werden wollen und schnellstens den Strand hinauf trippeln.

Es ist windig und der Atlantik als zweitgrößter Ozean dieser Erde zeigt durch seine hohe Brandung, dass er jede Menge Wasser mit hoher Geschwindigkeit auf den Strand schleudern kann.

Keine Chance, sich am Meer auszuruhen, aber der Weg entlang der Pier wirkt angenehm beruhigend.

Wie der Zufall es will, treffen wir dann im Bathhouse eine deutsche Familie, die ihren Jahresurlaub zum wiederholten Mal in Florida verbringt. Dieses Mal campenderweise.

Morgen früh steht das Ende ihrer Auszeit bevor und sie haben uns eingeladen zu schauen, ob wir ihr Schlauchboot mit Kompressor, das Mückenzelt, ihren Elektrokocher, das Verlängerungskabel und ihre 110 V Lampe haben wollen. Sie können es im Flugzeug nicht mitnehmen und so wird es ein überraschendes Weihnachtsgeschenk gegen ein paar symbolische Süßigkeiten für uns.

Wir können es nicht so richtig glauben, dass uns so etwas widerfährt und verstauen kurz vor unserer Abfahrt diese herrlichen „Komfortstücke“ erst einmal oberflächlich und noch nicht endgültig.

Darja und Thomas mit ihren Kindern sind sicher, während wir diesen Beitrag veröffentlichen, schon wieder in Deutschland angekommen und bereiten sich auf das bevorstehende Weihnachtsfest vor. In Deutschland wird uns ein Besuch bei ihnen nicht schwer fallen, weil sie auf ihrem eigenen Naturcampingplatz „Hexenwäldchen“ in Mecklenburg (http://hexenwaeldchen.de/) genügend Platz zum Übernachten für uns haben werden.

So, fast weihnachtlich beschenkt, lassen wir Sebastian Inlet hinter uns

Mittwoch, den 25. November 2015

…und wenden uns, noch einmal 100 km Richtung Norden zurück fahrend, einem echten Sightseeingziel zu:
Kennedy-Space Center auf Cape Canaveral.

Dafür übernachten wir auf Manetee Hammock CG bei Titusville, der wegen „Thanksgiving“ brechend voll ist.

Die Familien stapeln sich und viele Truthähne müssen ihr Leben lassen. Allein das „Mehrfamilien-Event“ neben uns verbrät sieben!

Donnerstag, den 26. November 2015

Es ist kein klassischer Space-Center Besuchstag, genau, auch wegen Thanksgiving (das ist ein klassischer US-Family-Visiting-Day) und deshalb gut für uns.

Früh morgens fahren wir über den großen Damm nach Cape Canaveral.

Eine NASA-Riesenweihnachtsbaumkugel begrüßt uns,

und jetzt geht’s für 50 $ each Person hinein in die große „Show“, die unsere Kindheitserinnerungen der Mondflüge und das Szenario der Internationalen Weltraumstation ISS lebendig werden lässt.

Wir sehen Original-Raketenstartplätze,

die größte Montagehalle der Welt (ihre Ausmaße werden damit erklärt, dass ein ganzes American Football Stadion hineinpasse),

die Trasse, auf der die Apollo-Mondraketen innerhalb von zwei Tagen

mittels Riesen-Raupen-Truck zum Startplatz überführt wurden,

einen naturgetreuen Nachbau des Kommandostandes eines Apollostartes mit der Geräusch- und Vibrationskulisse desselben:

Der Countdown läuft: „…three, two, one, Ignition, lift off, we have lift off“,

einen atemberaubenden Film über das Abenteuer „Hubble-Teleskop“, seine faszinierenden Bilder von Galaxien und Sternhaufen.
Wir werden durch die 3D-Technik und berauschende Musik in riesige schwarze Löcher hineingezogen,
in die Tiefen des unermesslichen Weltraums katapultiert,

selbst zu Beteiligten der komplizierten Reparatur- und Justierarbeiten am Schwenkarm des offenen Shuttles im schwerelosen Raum, immerhin 400 km über der Erde.
Und…. weiter atmen…

Die „Apollo“-Halle mit Ihrer fünfstufigen Mondrakete (drei Antriebsstufen, ein Servicemodul mit Mond-Landegerät und die Rückkehrkapsel),

dem völlig zerbrechlich wirkenden Mondauto, den klobigen Raumanzügen und dem Original-Mondgestein

lässt uns die aufregende Schwarz/Weiß-Fernsehnacht der ersten Mondlandung eines Menschen 1969 noch einmal ganz nahe kommen.

Auch in der Präsentation ihrer „Shuttletechnik“ sind sie Weltmeister: Sehen zuerst voller Respekt einen Film über die Heimkehr des Shuttle „Atlantis“ nach ihrem allerletzten Flug.
Werden Zeuge ihres letzten klassischen Landemanövers mit den bekannten Bremsschirmen, … der Leinwand-Vorhang hebt sich unmerklich…

Wir werden aufgefordert, auf sie los zu gehen und wir haben sie plötzlich im Original direkt vor uns stehen und können sie so gut wie berühren.

Nicht nur das, ihr Steuerstand mit Joystick und Meßinstrumenten lädt uns dazu ein, das Kommando zu übernehmen.

Nach zwei ein halb Stunden Bustour, diversen Hallenbesuchen, persönlichen Erläuterungen und der Besichtigung verschiedenster Originalraketenmodelle reicht es.

Zurück in der alltäglichen Parkplatz-und Highway-Wirklichkeit bleibt nur noch der Hinweis darauf, dass wir den nächsten „wirklichen“ Raketenstart, am 3. Dezember 2015, um eine Woche verpasst haben. Nicht so tragisch, soll „nur“ ein Vorbereitungssatellit für den „richtigen“ Raketenstart zur großen Marsmission 2018 sein.

Im Übrigen: das Boot haben wir „obendrauf“ geschnallt,

das große Mückenschutzzelt konnten wir aber aus Platzgründen nicht weiter nutzen.
Gern haben wir es unseren amerikanischen Nachbarn weiter geschenkt.

Sie haben es sofort aufgebaut und darunter einen entspannten Thanksgiving Day verbracht.

…wish you wonderful Christmas presents too.

6 Gedanken zu “Hier fliegen Pelikane und Raketen!

  1. Hallo Vero, hallo Reiner,

    ja, das tut wirklich gut, zwischen Schneeschieben und Eiskratzen in OWL einmal davon zu hören,
    wie Wetter und Stimmung in Florida sind…………(Scherz).

    Wir freuen uns, dass es Euch gut geht, und dass wir an Euren begeisternden Erlebnissen und Begegnungen teilhaben können und besonders natürlich auch über die auf konventionellem Wege übersandte Weihnachtsgrüße.

    Lasst es Euch weiter gut gehen!! Wir machen es auch so!!

    Bis denn

    Anja und Dietrich

  2. Hallo Ihr Zwei!
    Bei Euren Bildern und Berichten wächst die Sehnsucht nach der floridianischen Sonne wieder 🙂 Tatsächlich steht hier nun der Weihnachtsbaum und unsere beiden Kleinen sehnen den Weihnachtsmann herbei (und das bei frühlingshaften 15C)… Es freut uns, dass es Euch gut geht, und Ihr die Tour genießt! Wir wünschen Euch weiterhin zahlreiche unvergessliche Erlebnisse und aus aktuellem Anlass natürlich „Merry Christmas“ !!!
    Euren Besuch im Hexenwäldchen nebst Erzählungen erwarten wir freudig 🙂 Herzliche Grüße von den Vieren aus dem Sebastian Inlet State Park – Darja, Uwe, Jesko & Marsha

    • Hi Darja, Uwe, Jesko und Marsha,
      wir freuen uns sehr, dass Ihr wieder gut in Mecklenburg angekommen seid. Weihnachten gut verbracht?
      Genießt die ruhige „Vor-FrühlingsZeit“ in Deutschland, die nächste Saison kommt bestimmt.
      Und wir reisen… und reisen und sind im Panhandle FL, kurz vor Alabama, wo wir heute Nachmittag auf dem Gulf Statepark in den dortigen Pool springen werden 😅
      Ganz liebe Grüße
      Vero und Reiner

  3. Ihr Lieben!
    Herzlichen Dank für eure Weihnachtsgrüße aus der Ferne. Es Es scheint euch gut zu gehen! Die Menschen sind freudlich zu euch und beschenken euch reichlich. Ihr habt es verdient. Unsere Vorbereitungen für NYC laufen und wir hoffen auf ein date. Herzliche Weihnachtsgrüße aus dem milden GER (15 Grad). Wir wünschen uns, dass eure Reise auch im neuen Jahr so spannend und aufregend verläuft.
    Biggi, Linda, Max und Wolfg.

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