Ostermond in New Mexico…

Sonntag, 25. – Dienstag, 27. März 2018

Gerade springt der Motor unseres „Zuhauses“ nach wunderbar durchgeschlafener Nacht wieder an und signalisiert uns seine Bereitschaft: es kann weiter gehen…

Die Motorhaube klappe ich wie jeden Morgen vorsichtig zu, nachdem Vero den Stecker des Temperatursensors für den Kühlwasserkreislauf wieder in die Motortemperatur anzeigende Position gebracht hat.
Nach unserem üblichen, trotzdem sehr konzentriert durchgeführten Abfahrts-Check und der neuen Zieleingabe für unser Navi, verlassen wir diesen unverhofft entdeckten, zwischen den Bergen versteckten State Park Hueco Tanks State Park & Historic Site.

Wenn wir an ihn zurückdenken, bleibt er uns bestimmt als Kleinod einer unverhofften Begegnung mit der Natur in besonderer Erinnerung.

Wir widmen ihm noch das obige Abschiedsfoto, bevor wir nach den ersten unspektakulären 12 Kilometern rechts abbiegen und uns in den scharfen Verkehr des Hwy 62 Richtung Westen nach El Paso einfädeln.

Der Verkehr auf dieser typischen, ungemütlich wuseligen vier- manchmal sechsspurigen US-amerikanischen „Ortseingangsstraße“ wird mit zunehmender Nähe zur Stadt, auch wenn es Sonntagmorgen ist, immer dichter. Wir lassen uns von all denen, die viel schneller unterwegs sind, nicht verrückt machen und halten bei einer Geschwindigkeit zwischen 80 und 90 km/h unsere Spur, so wie es das Navi empfiehlt.

Unser heutiges Ziel liegt 215 Kilometer entfernt.
Während ich das schreibe, merke ich, dass unser „Reiseplan“ eigentlich noch nie wirklich ein Plan gewesen ist und es wohl auch nicht mehr wird.

Viel öfter als wir jemals gedacht haben, sind uns im Nachgang zu den Ergebnissen unseres gemeinsamen Überlegens: „Wo gehen wir in den nächsten Tagen und Wochen hin?“ immer wieder spontan neue, näher liegende oder aus Empfehlungen anderer Reisenden resultierende Ziele interessanter erschienen.

So ist es auch jetzt, anstatt, wie eigentlich gedacht, zu Cattleman’s Steakhouse in Fabens bei El Paso zum Steakessen unterwegs zu sein, haben wir uns entschieden, die nächsten Tage einsam, wie während unserer ersten Reise (wir können es nicht lassen), den RV Park El Rancho Lobo in Deming NM zu besuchen…

Im Moment verschlingt uns gerade die Stadtautobahn nordwestlich an El Paso vorbei…

aber wir haben mit unserer Navi-Einstellung „Autobahn vermeiden“ für die nächsten Kilometer eine sehr angenehme Route (Hwy 404) gefunden, sind dadurch an der flachsten Stelle über die North Franklin Mountains gefahren und freuen uns anschließend noch über einen kurzen Aufenthalt im kleinen Städtchen Mesilla in der Nähe von Las Cruces.

Mesilla NM

Mal wieder Glück gehabt. Hier feiert sich der Ort gerade selber:
Es ist verkaufsoffener Sonntag.
Viele Verkaufsstände, MusikantInnen, offene Geschäfte, wunderschönes Wetter, gute Stimmung… Wir gönnen uns ein schönes Eis!

Nach einer Stunde weiterer Fahrt über parallel zum Freeway I 10 verlaufenden Hwys kommen wir zu der uns schon bekannten Stelle, an der wir den Rindern der Vortritt zu lassen haben.

Der Wind fegt über die Prärie und hinterlässt auf dieser Gravel Road eine nicht enden wollende Staubfahne.

Angekommen, landen wir in ziemlicher Enge zwischen zwei anderen Trailern.
Das ist normalerweise nicht so prickelnd, sondern eher wie in Deutschland, ziemlich eingeengt.
Aber heute, in dieser hinterletzten Ecke der Welt, sind wir froh darüber, sogar draußen kochen zu können und nehmen deshalb diesen windgeschützten Platz gerne an.

Der Wind hat auch was Gutes: Er reißt den hohen Himmel auf und bietet uns ein Sonnenuntergangsspektakel der besonderen Art.

Mittwoch, 28. – Samstag, 31. März 2018     Rockhound State Park, Deming NM

Vero gibt unser neues  Ziel an, nur 30 km weiter südwestlich…eine halbe Stunde…neuer Rekord auf der Kurzstrecke.

Oh, oh wir haben nicht reserviert… Sieht alles ziemlich dicht aus. Die lassen den einzelnen Campern aber auch jede Menge Platz, um sich ungestört ausbreiten zu können:
Jedoch ohne viel Mühe, im Gegenteil, sehr entgegenkommend, vermittelt uns das freundliche Volunteer-Paar eine Site auf dem Gruppenplatz, in jedem Fall bis Sonntagmorgen.

Wollen uns gerade noch einmal, den Platz haben wir schon abgesichert, unsere Campingstühle sind das auch hier gültige „Mallorca-typische“ Zeichen dafür, dass der Platz „uns gehört“, im Visitor Center des State Parks die herrlichen Steinspezialitäten erklären lassen, als das Golfcar des oben genannten Volunteerpaares vor der Tür hält und sie uns freudestrahlend erklären, dass sie unsere Stühle auf die Site #23 gebracht haben. Die letzten Besucher seien gerade abgefahren und sie hätten sie sofort für uns „markiert“.

So schnell verändert sich der Blickwinkel: Jetzt sind wir sehr froh über diesen riesigen, mit Schattendach ausgerüsteten Platz…
und können uns in aller Ruhe auf den „Trail“ machen.

Die beiden Wanderwege in die Little Florida Mountains hinein, wir stehen auf ca. 1500 m Höhe und haben den freien Blick auf Florida Peak, die höchste Erhebung mit 2200 m dieses Gebirges, sind dadurch besonders, dass es ausdrücklich erlaubt ist, sich mit dem Hammer auf die Suche nach besonderen Steinen zu begeben. Wir sind nur bedingt erfolgreich… Die sind doch verdammt härter als gedacht und eigentlich brauchten wir einen „Steinschneider“, denn die besonders schönen kristallinen Strukturen liegen versteckt im Inneren der Brocken. Und zwar nach Auskunft derer, die sich damit auskennen, insbesondere in denen, die außen eine eiförmige Form zeigen. Sind nicht viele…

So bleibt uns das Umschauen, die wunderschönen Kakteen und anderen Pflanzen, die Weite, die Sonne, die frische, unverbrauchte Luft, die Ruhe… und manchmal kleine Geckos.

Vor Klapperschlangen sind wir ausdrücklich gewarnt worden: Nur Vero ist eher neugierig darauf, ihnen zu begegnen… Geht ohne Schaden aus!

Es kommt noch nicht so richtig zum Ausdruck, was wir hier außerordentlicherweise erleben:
Zwischen den nächsten Fotos der westlich von uns untergehenden Sonne und des genau auf der anderen Seite, hinter den Bergen aufgehenden Mondes liegt…

eine halbe Stunde…

…awaiting the Easter Bunny

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