8. – 10.3.
Der wievielte Tag heute ist, müssten wir nachrechnen, haben aber dazu keine Lust.
Wieso auch!
Also vorgestern verabschiedeten wir uns aus Gibraltar, mit bezogenem Himmel und viel Wind.
…und das ist von der Frisur geblieben!
Der Levante, auf spanisch: der Osten, so erfuhren wir inzwischen, macht die Gegend, um es positiv auszudrücken, zum Surfing- und Windkitingparadies.
Es stimmt wirklich, unser WoMo entwickelte sich während der Fahrt leicht seitlich immer dann geneigt, wenn keine Bäume, Hügel oder Sträucher den Wind von der Fahrbahn abhielten. Es ist nicht abgehoben, aber vorsichtige Fahrweise war mancherorts schon angesagt.
Bis Tarifa, dem Afrika am nahesten gelegenen Punkt Europas, es trennten uns nur 15 km, blies es heftig. Für manchen Anderen sind diese 15 km unüberwindbar.
Diese Wüste, wir haben mal auf Google Earth nachgeschaut, entspricht etwa der Größe der gesamten USA oder der 26-fachen Größe Deutschlands.
Hier in der Stadt und im Fährhafen sammeln sich natürlich die Fahrzeuge derer, die sich von Afrika sehr angezogen fühlen. Sieht für uns „Wohnzimmerfahrer“ schon echt abenteuerlich aus, diese besonders bodenfern aufgestellten Fahrwerke auf allradgetriebenen Rädern riesigen Ausmaßes. Mercedes-Benz, MAN und Unimog, wohl auch zu Daimler gehörig, wechseln sich ab.
Wir sind aber noch eher beeindruckt von der schon besonders weiß-arabisch angehauchten Gassen- und Plätzchenkulisse dieses alten Stadtviertels
natürlich mit bunter, quirliger Markthalle mit besonders vielen Meerestierständen, eben nicht Pangasius, Zuchtlachs, Seelachs und Rotbarsch dominiert, sondern diese hier typischen Sardinen, Tintenfische, Bacalausse, Wolfsbarsche und andere, die wir in unserem Wörterbuch nicht finden können.
Wir wollen weiter, weil sich die Campingplätze hier in der Nähe eher durch Einsamkeit und Strandnähe auszeichnen und dass reicht uns bei diesem Wind als Eigenschaften eines Domizils für die nächsten Tage nicht aus.
So landen wir schließlich fünfzig Kilometer weiter westlich, also schon sehr eindeutig am Atlantic, in Conil de la Frontera, einem vom Tourismus noch nicht vollends umgekrempelten Örtchen mit dreieinhalb Campingplätzen, unser heißt „La Rosaleda“.