Zwischendurch, mittendrin und doch ganz weit weg…

Noch Montag, den 8. Juni 2015

Manchmal wissen wir nicht, ob wirklich alles so wirklich ist… aber wenn die Menschen hier immer wieder erstaunt darüber sind, dass wir wirklich mit unserem Wohnmobil aus Germany gekommen sind, dann wird`s uns wieder klar.

Den nächsten Camp Ground „Parasol“ finden wir in der nächsten „lobsterseligen“ kleinen Ortschaft mit Namen Shediac.

Die Straßen im Ort als auch die „Mobilhome-Trailer mit angebauter Holzterrasse“ auf dem Camping in „rechteckig, praktisch, gut“, signalisieren: wir müssen hier nicht länger bleiben.

Auch das „weltgrößte“ Lobsterdenkmal überzeugt uns nicht wirklich von der Besonderheit dieses Ortes.

Aber es lockt uns ein Spaziergang, um endlich zu unserer ersten Lobsterroll zu kommen.

Das Restaurant „Lobsterdeck“ ist nicht weit weg und das Hummerfleisch schmeckt fantastisch.

Nach diesem späten Frühstück geht’s flott weiter, denn wir haben zwar inzwischen die Provinz gewechselt, von Nova Scotia nach New Brunswick (von ursprünglich Neu Braunschweig, „von wegen“ einem früheren adligen Angehörigen aus dem „Puzzle-Fürstendurcheinander“ im heutigen deutschen Lande) wiederum in einem der früheren englischen Könighäuser.
Aber viel weiter westlich, so sieht das auf der Karte aus, ist das noch nicht.

Der Highway 11 Richtung Nordwest wird deshalb unsere „Schnellbahn“. Zwar nur Landstraßen-zweispurig, aber die Maximalgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometer/h wird hier zur neuen Erfahrung für uns:
Die Kanadier kennen plötzlich kein Halten mehr, egal ob 7-achsige LKWs, großmotorige Pickups oder japanische Kleinlimousinen. Sie alle, die in den Städten nur so dahindaddeln, für jede eventuelle Störung vorsichtshalber anhalten, die Fußgängerüberwege zu ihren Lieblingshaltestellen erklären, machen urplötzlich aus der MAXIMAL- die MINIMALgeschwindigkeit mit für uns sehr überraschender Konsequenz:

Wir fahren so gemütliche 80-85 km/h, schon wegen der Elche ;), fahren rechts ran, immer dann, wenn sich wieder so 5-10 Autos hinter uns angesammelt haben und…
werden plötzlich von der im Fernsehen so oft gehörten typisch amerikanischen Polizeisirene aus der Ruhe gebracht.

Nerven bewahren, langsam rechts ran, Warnblinker an, Fenster fahrerseitig herunter und Hände aufs Lenkrad.
Erst mal passiert, außer das der Polizeiwagen tatsächlich hinter uns anhält, gar nichts. Dann nach längerer Zeit steigt ein jugendlicher Polizist mit hocherhobener Taschenlampe leuchtend, aus seinem Auto und bewegt sich langsam oder besser, angemessenen Schrittes, auf uns zu.
Ich übersetze mal sinngemäß:
„Guten Tag, woher kommen Sie?
Aus Deutschland? Mit ihrem eigenen RV?
Wir sind angerufen worden, sie fahren mit 80-85 zu langsam und behindern den Verkehr!
Sie müssen entweder mindestens 95 fahren oder häufiger rechts am Rand fahren. Zeigen Sie mir bitte Ihre driver license.
(An den Führerschein komme ich nicht so schnell dran. Er ist mit meinem Personalausweis bedient.)
Sichere Fahrt weiterhin und etwas schneller bitte!“

Da rauscht er vondannen!

Davon abgesehen, dass ich mir eine Polizeikontrolle in Canada oder USA ehrlich  gewünscht habe um herauszufinden, ob das wirklich so „martialisch“ abgeht, sollte es aber nicht dieser Grund sein! Aber, er war ein sehr netter Typ und eindrucksvoll „bestimmt“!

Vero war danach erst einmal nicht so glücklich über unsere neue, etwas erhöhte Geschwindigkeit, aber inzwischen gewöhnt sie sich, glaube ich, daran.

Wir fahren jetzt nun doch nicht mehr so weit, haben etwas Nerven bei dieser spannenden Unterbrechung unserer Fahrt gelassen:

Unser erster „Walmart Campground“ in Miramichi. Wir fragen beim Infocenter nach „Overnightparking“ und dürfen am Rand stehen, zur Freude von Vero mit free Wifi.

Am nächsten Morgen nach herrlichem Schlaf und ausgiebigem Frühstück, können wir uns auf der „Strecke“ gar nicht satt sehen, hügeliges sattes Grün in allen Schattierungen, von feucht-dunstig, über hügelig-rauf und runter, bis sonnig-klar und „frisch gewaschen“ war alles dabei.

image

…und jede Menge Holz, sowohl als Holzbrücke als auch als Holztransporter

Abends soll der CG „By the Bay“, herrlich am Naturstrand zwischen Bathurst und Campbellton gelegen, südlich der Halbinsel Gaspesie unser Ausruh- und Übernachtungsplatz werden. Oder doch nicht?

Jedenfalls hat’s so ab sechs Uhr Abends Mücken ohne Ende. Und das nicht nur draußen, sondern wie sich während der Nacht herausstellt, auch in unseren Betten.

Um es kurz zu machen, die Bilder zeigen schon, wie schön es dort ist, aber die Beulen an unseren Körpern brauchen bestimmt noch ein paar Tage, bis sie sich wieder zurückgezogen haben.

Fazit Großeinkauf:
– Mückenspray für Haut und WoMo
zusätzliche Tüllgardine zum Abdichten der Dachfenster
Weißes Panzerband zum Abkleben der „Zwangsbelüftungsöffnungen“
Dadurch verschaffen sich diese Quälgeister vermutlich Zugang zu unserer „Wohnung“!

Freitag, den 12. Juni 2015

Warten…
tut richtig gut, wenn man, wie wir jetzt seit 11 Tagen jeden Tag Auto gefahren ist,
Heute nachmittag werden wir uns zur Abwechslung mal fahren lassen:

We’ll take the ferry! 2 1/2 Stunden über den St. Lorenz Strom. Er ist an dieser Stelle mehr als 60 km breit. Wow, wichtige Wasserstraße, riesige Flussmündung, ehemaliges Indianerland ringsherum, kenn ich bisher nur aus dem Erdkundeunterricht…
Und jetzt:

Endlich scheint unser Blogmotto wieder vom Himmel.
Wir sind mitten auf dem Wasser, nach Hamburger avec fromage et frites on board stehen wir mehr oder weniger dicht an der Reling und halten mit unserem Fernglas nach den im Juni „sicher“ nach Luft schnappenden Walen Ausschau. Aber so ist das mit ungeduldigen Schiffstouristen und „walluftschnappern mit wasserablassern“. Sie richten sich nicht nach uns, noch nicht…

Ehrlich, nach ein Viertelstunde scheint die Sonne zwar immer noch, aber es ist doch arg windig und wir ziehen uns ins Bordrestaurant zurück.

Den brauchten wir zum Glück nicht!

Und schon haben wir das westliche Ufer dieses grandiosen Flusses erreicht und
weil der nächste Camping noch 60 km entfernt ist, bevorzugen wir, na ja, unserem Portemonnaie tut es auch ganz gut, den nächsten Walmart Parkplatz…

We like Walmart!

Ein Gedanke zu “Zwischendurch, mittendrin und doch ganz weit weg…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s