Der Tag der Entscheidung?

Dienstag, 21. Juli 2015

Wir können unsere Aufregung kaum zurückhalten, als wir einen Tag später und 220 km weiter westlich, in Fort Francis durch Straßen fahren, von denen wir uns kaum vorstellen können, dass hier irgendwo ein Grenzübergang zwischen Canada und USA versteckt sein könnte.

Eisenbahngleise mit hölzernen Straßenübergängen, alte fensterlose Fabriken, verkehrregelnde gelbe Pömpel, dann Gegenverkehr, der irgendwo links die canadische Grenze in Schlange fahrend, erreichen will.

Eine enge Brücke, über die auch Schienen führen, soll nur von Trucks befahren werden.
Gemeinsam erkennen wir, dass es links an der Brücke vorbei einspurig, noch enger, weitergeht, dann bald die amerikanische Flagge, viele Videokameras und der weiße Strich zum Anhalten mit der schriftlichen Erklärung, erst dann weiter zu fahren, wenn wir dazu aufgefordert werden.

Jetzt kommt das Signal mit der Hand und dann stehen wir vor dem Sonnenbrille-bewehrten Grenzbeamten:
Wir tragen ihm unseren Wunsch nach einem Aufenthalt für 12 Monate vor. Das Gespräch dauert nicht lange und endet mit seiner Feststellung: „You’re very excited! Stop over there“ und er zeigt auf einen Platz hinter ihm vor einer Schranke.

Wir steigen aus und werden aufgefordert in ein großes Büro mit „Tresen“ zu kommen, wo wir auf Imigrationofficers treffen, die uns ausgiebig und intensiv befragen und unser WoMo ohne uns begutachten.
Die im Büro des „Supervisors“ versammelte „Truppe“ berät sich, unsere Anspannung ist kaum zu überbieten, einer der Officer kommt wieder raus, und…
hat wohl unsere Aufregung bemerkt, grinst unmerklich und zeigt uns, bevor er sich zu seinem Computer begibt, cool einen erhobenen Daumen und arbeitet unsere Daten in seinen Rechner ein. Freude ohne Ende!!!

Irgendwas stockt hier.

LANGE PAUSE… WARTEN,

plötzlich:
„Did you try it in Grand Portage yesterday?“
„Yes, but we got no permit for 12 months“
„Why?“
„The Officer there only said no without any arguments“
„OK!“
Scheiße, auch das noch!
Er unterbricht seine Datenaufnahme und verschwindet wieder im Büro des Supervisors…
Dort offensichtlich wieder Diskussion…
Kurze Zeit später:
„We decided, no problem, you will get it!“

ES IST GESCHAFFT!

Mit dieser Möglichkeit, dass wir 12 Monate lang, theoretisch zumindest, 50 Staaten, wo und in welcher Reihenfolge auch immer (okay, dass Wetter, insbesondere die Temperaturen, die uns unsere Energieschöpferin bietet, müssen wir im Auge behalten) bereisen können, haben wir nun die Voraussetzung, unsere WeiterReise in aller Ruhe zu genießen.

Jetzt nichts wie rüber nach International Falls, Minnesota, USA!

Yippieee!

3 Gedanken zu “Der Tag der Entscheidung?

  1. Herzlichen Glückwunsch . Ich kann sehr gut verstehen , dass ihr der Entscheidung entgegengefiebert habt ; was ich nicht verstehe , wieso eine derartige Entscheidung von der Meinung einer Grenztruppe abhängig ist. Konnte das denn nicht bei eueren Aktivitäten in der American Ambessy in Berlin im voraus entschieden werden ? Was für eine Komplikation.
    Aber egal , jetzt hat Amerika euch wahrscheinlich die nächsten 12 Monate an der Backe , und das ist gut so.
    L.G. Alfred

    • Lieber Bruder,
      wir hätten das auch gern so gehabt, aber in Berlin gibt es nur das „yes“ oder „no“ für ein Langzeitvisum, mit dem wir die Erlaubnis bekommen haben, 10 Jahre lang ohne Einzelvisum in die USA einzureisen. Der Rest wird dann direkt an der Grenze erledigt. Man kann das so oder so sehen, wir haben uns nicht aufgeregt, sondern vorher schlau gemacht, wie es gehen könnte. Im Übrigen, wer darf schon als „Nicht-Schengen-bürger“ für 12 Monate nach Deutschland einreisen? What shalls!
      Liebe Grüße
      Reiner

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