Übernachtungserfahrungen…

Dienstag, 04.- Donnerstag,06. August 2015

Die Übernachtungsstationen, die wir an diesen Tagen bzw. Nächten genutzt haben, könnten unterschiedlicher nicht gewesen sein.
Das fällt mir wohl deshalb ein, weil die erste bei unserer Auswahl, vom Dienstag, den 4. auf Mittwoch, den 5. August mit dem anspruchsvollen Namen „Westwick Motel and RV Park“ unser erster richtiger „Griff ins Klo“ war, also erstmal „weggeschrieben“ werden muss.
Es kann nicht anders sein, einmal ist keinmal: in Sioux Falls, direkt am Highway war es so weit…

Wir dachten, sparen wir einmal etwas Geld, was bedeutet 15 $ inklusive Strom und WiFi.
Letztendlich mussten wir dafür aber in Kauf nehmen, dass wir im mülligen Hinterhof eines heruntergekommenen Motels gelandet sind, dessen Kundschaft wohl eher aus fahrenden Handwerkern (mit Wohnwagen) und, so wie es aussah, Menschen mit wenig Geld im Motel bewohnt wurde.
Schätzungsweise hatte sich außer uns noch ein amerikanisches Paar mit ihrem RV hierher verirrt. Es gab jedenfalls keinen Grund, am nächsten Morgen noch länger als nötig zu bleiben.
Die Sioux Falls im Sioux Falls Park und das dazugehörige Café haben uns gut gefallen.

 Allerdings bedurfte es schon einer Menge Fantasie, sich in dieser „landschaftsarchitektonisch“ aufbereiteten Szene, Indianer in ihrer authentischen Umgebung vorzustellen. Das haben die amerikanischen „weißen Generationen“ dauerhaft weggeplant und -gegärtnert.

Auf der Terrasse im Sonnenschein schmeckte uns die Pizza dennoch überraschend gut, auch wenn sie auf keinen Fall irgendetwas mit Italien zu tun hatte. Sie hieß ja auch, wenn ich mich richtig erinnere, Pizza „Hawaii“!

Die nächste Bleibe, also vom 5. auf den 6. August, auf unserer Tour über die Interstate 90 gen Westen finden wir in der bzw. am Rand der Stadt Mitchell.

Er wird uns wegen seiner Warmdusche direkt am recht großen und sauberen Swimmingpool in guter Erinnerung bleiben.
Wegen seiner Nähe zur Interstate und seiner geschickt angelegten Sites, es gab sehr viele „drive through Plätze“, war der Platz bis zum Abend mit 30-40 Ft RV’s plus angehängten PKW’s völlig ausgebucht.

(Die müssen dort nicht rangieren, sondern driven through; alles klar?)

Die schon 20 Meilen vor Mitchell längs der Interstate für „the World only Cornpalace“ werbenden großen Plakatwände verfehlen nicht ihre Wirkung auf uns.

Ab in die Downtown und zum ersten Mal begriffen, dass hier „Corn“ nicht das europäische Getreidekorn meint, sondern das Maiskorn!
Aber was bei mir so lange gedauert hat, war für Vero schon vorher klar: „Mensch, PopCorn, Reiner denk doch mal nach!“

Dieser Palast dient wohl schon seit mehr als hundert Jahren, einmal ist er vollständig abgebrannt, vielen unterschiedlichen Zwecken, in der rundlaufartig angeordneten Ausstellung im Haus beeindruckend geschildert: politische, auch kriegsbegründende und interkulturelle, sportliche, propagandistische und Verkaufsveranstaltungen wechseln sich ab.

Der örtliche Basketballverein trägt wohl hier seine Heimspiele aus.

Besonders beeindruckend fanden wir an diesem Haus die jedes Jahr wechselnden, aus verschieden eingefärbten Maiskolben hergestellten großflächigen Bilder.

Sie spiegeln die Themen wieder, die in dieser Region immer wichtig waren und sind: Einwanderung, Krieg mit den Indianern, Maisernte und Wetterkatastrophen.

Ansonsten wirkt die Mainstreet eher wie eingeschlafen.

Da nützen auch die an den Kreuzungen angebrachten Ampeln nichts.

Ein bisschen Westernbekleidung,

ein Juwelier mit Super-Werbung, ach ja, ich glaube die Stadtbibliothek war dort auch untergebracht.

Ansonsten spielen sich die „Geschäfte auf der grünen Wiese“ ab, also an der Stadt-Peripherie. Walmart & Co. greifen dort das Geld der VerbraucherInnen ab, großflächig, parkplatzflächig, kaufflächig…

Am 6. August erreichen wir weiter über die Interstate 90 Chamberlain, eine kleine Stadt am Missouri.

Verstehste? MISSOURI!

Dieser Erdkunde-, Western- und Indianergeschichten-berühmte Fluss, der uns hier schon wieder als ein Superlativ angepriesen wird: Nordamerikas längster Fluss!

Majestätisch bewegt er sich, kaum bemerkbar weil so enorm breit, sagen wir mal, hier so geschätzte 600-700m, in seinem Bett und schenkt uns ein erfrischendes Schwimmvergnügen in einer kleinen geschützten Seitenausbuchtung.

Es trifft sich gut, dass wir dazu unser WoMo schon auf dem nächsten Campground, „American Creek CG“ der direkt am Fluss liegt, für die nächste Nacht eingerichtet haben.

Wirklich: der Hammer, wie ein Ereignis auf ein anderes folgt.
Jeder Tag ist voll mit neuem Ungewöhnlichem und unsere Köpfe und Gehirne sind immer mehr darauf angewiesen, dass wir uns gegenseitig die Besonderheiten zu erinnern helfen müssen.


Es hört abends damit auf, dass ich mir in Erinnerung rufen muss, was ich an meinem Kopf- und Fußend des Bettes morgen früh sehen werde

und in welcher Richtung wir auf dem Campground stehen, denn nach fast jeder Nacht gibt es morgens ja eine neue Fensterbildszene…

…and the sun shines on everything!

4 Gedanken zu “Übernachtungserfahrungen…

    • Liebe Irmgard,
      Danke für Deinen Kommentar. Wir sind ab 22. September für 1 Woche in New York City, wie wärs denn mit Lilo und Dir?
      Liebe Grüße

    • Liebe Erna, lieber Manfred,
      Danke für die netten Worte, wir können ja glücklicherweise von Euren Erfahrungen profitieren und uns von Euren Reisen und Bildern immer wieder inspirieren lassen.
      Ganz liebe Grüße

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