Kentucky im Moonshine

Sonntag, den 30. August bis Dienstag, den 1. September

Wir kommen und staunen:
Ohio River!

Auch dieser Fluss übertrifft die Ausdehnung des Rheins oder der Donau, Deutschlands größter Ströme, bei weitem.
Durch den „Garden of The Gods Recreation Area“ und den „Shawnee National Forest“ in Illinois, diesem herrlichen schwungvoll, hügeligen Waldgebiet mit fast ausschließlichem Laubbaumbewuchs,

kommen wir zu Cave in Rocks,

einem direkt am Fluss eingeschlafenen Nest.

Die Eingenickten hier tun alles dafür, sich selbst immer wieder mal aufzuwecken,

indem sie dekorativ grell lackierte alte Fahrräder zusammen mit Blumen an markante Stellen des Dorfes platzieren.

Bevor wir jedoch den Ohio überqueren, verbringen wir eine zwar schweißtreibende, aber wenigstens „insektenfreie“ Nacht im gleichnamigen, herrlich gelegenen Statepark „Cave in Rock“.

Es sieht fast so aus, als wäre die Straße hier zu Ende, denn es gibt keine Brücke über den Fluss.

Beim nächsten Hinsehen dann aber eine Autofähre, die, wie sich letztlich herausstellt, kostenlos nutzbar, die Straße über den Fluss ersetzt.

Es erwarten uns vor dem Übersetzen am nächsten Morgen zwei „Künstler“:

Der Fährmann am „Ruder“, der präzise, die Gegenströmung nutzend, sein Gefährt am Ufer anlegt und sein Gehilfe, dessen Kunst nicht nur darin besteht, die Fahrzeuge einzuweisen, sondern vor allem darin, die Fähre an der Rampe fest zu machen. Lasso schwingend gleich, belegt er die Klampen mit zwei mehr als daumendicken Eisenketten so, dass sie „wie eine Eins“ liegt.
Keine stümperhaften Wurfversuche, nein, absolut gekonnte, kontinuierliche Schwünge lassen die Kette tanzen, sich schlangenhaft bewegend, überkreuz selbst festzurrend.

Video:

Wouw!

Auf der anderen Seite wird es immer grüner, ländlicher, friedlicher.

Hier leben Amish People!
Mit ihren dunklen, von einem Pferd gezogenen, Kutschen muss auf dieser engen, sich durch die Felder und Wiesen schlängelnden, Straße gerechnet werden!
Wir haben gehört und gelesen, dass sie aus religiösen Motiven heraus ohne die technischen Errungenschaften der vergangenen zweihundert Jahre, also ohne Elektrizität, Auto, Telefon, Internet und so weiter, leben.

Kein Stromkabel in Sicht!

Weil wir dann aber doch, zwar langsam fahrend, niemandem begegnen, sind wir bald wieder in der „normalen“ Zivilisation angekommen und entscheiden uns nach 200 km Fahrt für Eddyville und den dortigen, zwischen dem „Land between Lakes Recreation Area“ liegenden Campground

Murphys Outback RV Resort mit Pool!

Wir verbringen herrliche Ruhetage,

an denen es uns an (fast) nichts fehlt, bis auf Getränke.

Sie sind uns in der Hitze ausgegangen. Also frage ich Rod, den Besitzer des Campground, wo ich Getränke kaufen kann.
Ich will mich zu Fuß auf den Weg zum 500 m entfernt liegenden „Tank-Shop“ machen, als er auf sein Auto deutet und mir im breitesten „Kentucky-Slang“ zu verstehen gibt, da drüben stehe sein Wagen, ich solle ihn nehmen.
Hä?
Hab ich das richtig verstanden?
Er bietet mir seinen 400 PS Pickup an und kennt mich überhaupt nicht?
Dreimal gefragt und immer nur ein „Yes, Do it!“ zurück bekommen.

Fast doppelt so hoch sitzend wie in unserem Robel, drehe ich den steckenden Schlüssel, höre auf dieses blubbernde Wahnsinnsmotorgeräusch, lege den Automatikschalthebel auf „D“ und schieße los. Cola und Lemon gebunkert und anschließend mit Rod über seine Selbstverständlichkeit gesprochen, mit der er mir sein Auto anvertraut hat.

Kurze Zeit später machen wir die Bekanntschaft von „Moonshine“, was nichts anderes bedeutet als „im Mondschein“ (schwarz) gebrannter Whisky und dass in drei verschiedenen Geschmacksrichtungen:
1.  pur mit 70% Alkohol (brennt erst spät im Magen)
2. mit Brombeeren versetzt, hmm! besonders delikat und
3. mit Apfelscheiben und Zimtstangen versetzt, auch nicht zu verachten.
Wir haben uns mit griechischem Ouzo und spanischem Brandy revanchiert und anschließend die Hitze nicht mehr so wirklich gespürt.

Was die nächsten Tage und vor allem die Nächte seit mehr als zwei Wochen eint, sind die Temperaturen, die uns die Sonne einmal wunderbarerweise und ein anderes Mal verfluchterweise zur Verfügung stellt. Nachts ist es sehr gewöhnungsbedürftig!

Das heißt, es geht auf keinen Fall ohne Swimmingpool und Vero sorgt für auch weiterhin für uns, indem sie es tatsächlich schafft, auf unserem Weg Campgrounds mit Pool zu einigermaßen erschwinglichen Preisen zu finden.

Deshalb ist Morgens unser erster Job „Schwimmen“ und abends vor dem Zubettgehen der Letzte „Schwimmen „!

PS. die Grillplatte für unseren Gas-Außengrill haben wir bei Rod und Candy vergessen. Sie werden sie für uns nach New York oder besser New Jersey senden, wo wir ab dem 22. September einen Platz reserviert haben.

Swimming am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen!
It works, really!

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