Countryroad nach Nashville

Mittwoch, den 2. bis Freitag, den 4. September 2015

Es trennen uns nur noch 100 km, neben einem ALDI- und einem Walmart-Vorratseinkauf, von unserem nächsten großen Erlebnis!

Weil wir aber noch etwas Zeit haben, unseren reservierten RV Park in Nashville Tennessee können wir erst ab morgen anfahren, lassen wir uns für eine Nacht in Clarksville, Tennessee, im dortigen RV Park, natürlich mit Pool, nieder.

Bevor wir über Nashville zu schwärmen anfangen, noch eine Erkenntnis und eine Erfindung:

Erkenntnis:
Wir haben unsere alte Tugend aus Europa wieder entdeckt und fahren, wenn’s geht, nach dem Navi mit dem Programm „Autobahn vermeiden“. Das verhindert die Routenführung über die „staatsgrenzenüberschreitenden“ Interstates und führt uns parallel dazu über ganz normale Highways, also Bundesstraßen, durch ländliche Schönheiten.

Zwar alles etwas langsamer aber viel entspannter. (Die Trucks überholen uns nicht mehr, weil sie hier gar nicht fahren!)

Erfindung:
Wir haben jetzt einen Ventilator!

Hört sich zwar nicht nach Erfindung an, ich bin aber als „Elektroidiot“ so stolz auf mich, dass ich es als meine Erfindung einstufe!
12 Volt Ventilator kann jeder, hat aber dann am nächsten Morgen aller Wahrscheinlichkeit nach keinen Saft mehr, den Motor zu starten.
Wir haben aber 110 Volt und viel Power, denn mit dem richtigen Dreifachstecker, der zwischen den Stromanschluss auf dem Campground und dem Spannungswandler den Strom verteilt, geht alles!

Dazu bedurfte es nur meines Mutes, bei Homedepot, dem größten Baumarkt hierzulande, einen Fachmann anzusprechen, der tatsächlich so geduldig war, mir lange zuzuhören und mir die richtigen Fragen zu stellen.
Nach einem sehr netten Gespräch stand ich mit dem notwendigen Kabel und dem Dreifachstecker „Zuhause“ vor dem sich drehenden, frische Luft wirbelnden Ventilator.

Jetzt geht’s richtig los:

Der Shuttle-Bus, den wir telefonisch bestellt haben, er fährt stündlich zur vollen Stunde, bringt uns nachmittags um 17 Uhr von unserem Campground „Two River Campground“ nach Nashville, Downtown.

Unser Fahrer verdient sich seine Tips im wahrsten Sinne des Wortes mit „Tipps“ zum Stadtbummel und guten Restaurants…
Nach einigen Pickups weiterer Downtown-Traveller, zum Beispiel am Hyatt, am Holiday Inn, am Fiddler Inn, am KOA CG und so weiter,

landen wir nach einer halben Stunde an der Country Music Hall of Fame and Museum, wo wir jederzeit zu 30 Minuten nach der vollen Stunde einen Shuttle zum CG zurück besteigen können, bis 11:30 pm.

Die Stadt vibriert rhythmisch oder besser, in vielen verschiedenen Rhythmen, denn am hiesigen Broadway

zwischen 1. und 5. Avenue gibt es links und rechts in schätzungsweise 30 bis 40 Kneipen, Bars und Cafés Live Music vom Feinsten,

nicht nur im Parterre, sondern teilweise auch bis in die erste und zweite Etage hoch.

Ist das ein Feeling, zwischen den Menschen von überall her, den schon am Tag blinkenden Leuchtreklamen und diesem „Musikgetümmel“ über den Broadway zu schlendern, aufgeregt überall hinein zu hören und dann, die richtigen Klänge gefunden, einzutauchen in die Funky Music- und Rock’n’Roll Höhle.

Ich muss unwillkürlich an Dich denken:
Hartmut, alter Gitarrist und Musiker, hier musst Du hin! Ich sag’s Dir: es zöge Dir die Hose aus oder besser, es würde Dir in den Fingern kribbeln, Deine Knie würden ohne Ende wippen und Dein Mund wollte unwillkürlich mitsingen, ganz zu schweigen von den Händen, die Dich „mitriffen“ lassen würden.

Video:

Und wenn Du nur am Tresen sitzen würdest, ein „Miller Lite“ vor Dir hättest und Du hin und her gerissen wärest von dieser wunderschönen Atmosphäre…

Aber weiter zur nächsten Session…

Jetzt gehe ich nach so viel Erlebnis profan ein T-Shirt mit „Nashville-Motiv“ kaufen und frage die Kassiererin unbedarft nach ihrem Lieblingsclub.
Sie empfiehlt uns den „BB King Blues Club“ in der 2nd Avenue up the Hill.
Und wir…, es ist inzwischen 8 pm, haben ihn tatsächlich gefunden und es nicht bereut.

Superblues der „BB King Allstar Band“ mit hervorragendem Sänger und nicht zuletzt gutem Essen zu annehmbaren Preisen.
Dieses Event mit unverstelltem Blick auf die Bühne hat uns einen restlos glücklichen Abend beschert.

Jetzt können wir nicht mehr! Bei immer noch fast 30 Grad sind wir neidisch auf die Kids

und nehmen den nächsten Shuttlebus „nach Hause“. Wir fallen nur noch müde, aber nicht mehr so schwitzend -weil wir haben ja jetzt einen Ventilator-  in unsere Kojen.

Am nächsten Morgen müssen wir unbedingt noch einmal in die Stadt, es geht kein Weg dran vorbei:
an den Cowboyboots für Vero!

Wir werden sogar fündig!

Eigentlich hätte dieser Trip in die Stadt für heute schon gereicht, aber:
Wir haben im Internet Karten für die Grand Ole Opry Radio Show bestellt!

Zu diesem Livekonzert werden wir um 5:30 pm mit dem Shuttlebus abgeholt und sind sehr gespannt auf dieses um 7 pm beginnende Konzert, dass seit 1925 als „älteste und größte Country- und Bluegrass Music-Show der Welt“ live als Radiosendung übertragen wird.

-Mal wieder diese Einzigartigkeit-
Langsam füllt sich die ausverkaufte Halle, bis bei Konzertbeginn 4000 Menschen völlig „aus dem Häuschen“ sind und den Künstlerinnen und Künstler ihre Begeisterung durch Rufe, Pfiffe und Applaus zeigen.

Und was in einer Live-Sendung nicht fehlen darf: Werbung! Der langjährige, mit markiger Radiostimme ausgestattete Sprecher lässt die Produkte der Sponsoren hochleben und gibt jeweils mit seinen Empfehlungen der Stagecrew die Zeit zum Umbau der Bühne.

Zweieinhalb Stunden lang werden nicht nur die schmalzigen, rockigen oder balladenhaften Stücke, unter Einsatz von Backgroundsängerinnen und -sängern, mit viel „bottleneck“-Effekten auf der Gitarre, das sind diese langgezogenen, die Tönhöhen so „schleifend“ ziehenden Klänge, mitgesungen und rhythmisch beklatscht, sondern auch die Kriegsveteranen und die noch aktiven Army-, Navy- und Airforce-Soldaten werden aufgefordert, doch bitte aufzustehen, und dann mit Applaus gefeiert.

Unser Wunsch nach „Countrymusic live“ wurde voll erfüllt.
Bestimmte Elemente kamen uns sogar sehr bekannt vor. Diese gekonnte harmonische Mehrstimmigkeit und die eingestreuten „Dudler“?
Jetzt haben wir eine Idee von einem, die Menschen hier vollkommen begeisternden, „Südstaatenkonzert“. So würde ich es nennen und aha, so ist das also hier!

Am nächsten Tag lassen wir uns viel Zeit. Ein Schläfchen zwischendurch muss sein,

und ich träume von Cowboys, von Country Roads in West Virginia und vom Coming Home.

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