NYC

Montag, 21.09. 2015

Frenchtown, New Jersey
liegt direkt am Delaware River, der hier die Grenze zwischen Pennsylvania und New Jersey bildet.

Ein besonders attraktives Städtchen

mit genussreichem „Bridge Café“, wo sogar das Passwort für den Wifi-Anschluss noch schmackhaft zu sein verspricht: „BrownSugar“.


Dienstag, 22. September 2015

Wir sind right now auf dem Weg nach New York City...
Die für uns jetzt schnell wechselnden Highways werden unweigerlich immer voller und vielspuriger.

Alle paar hundert Meter oder 1/4 Meilen ändert sich unsere „Spurtreue“.
Ausfahrt rechts,
Abbiegung links und
sofort wieder rechts.
Ampel beachten!
Darf ich auch bei Rot rechts abbiegen oder ist es an dieser Kreuzung verboten?
Wir wollen doch mit unserem WOMO gar nicht nach Manhattan, sondern NUR zur Waterfront nach New Jersey City.

Wieso ist es dann denn so verflucht voll hier?
Ach ja klar, wir haben geklüngelt und sind jetzt mitten in die Rushhour dieser Stadt hinein geplatzt.

Zu guter Letzt gibt ungefähr vier Kilometer vor dem Hudson River, an dem unser RV-Park liegt, auch noch die GPS-Verbindung unseres TomTom Navi’s ihren Geist auf.
Jetzt ist es ein echter Segen, dass Vero auf ihrer „Offlinekarte“ von Allstays, unserer Stellplatz-App, einen Punkt sehen kann, der sich langsam verschiebend anzeigt, wo wir uns jeweils befinden und an welcher Kreuzung wir abbiegen müssen.

Denn alleine sind wir hier wahrhaftig nicht und anhalten, um zu fragen, wo geht’s denn hier zum Liberty Harbor RV Park, geht gar nicht.

Aber, zu guter Letzt:  here we are, Liberty Habor RV Park and Marina, New Jersey City, direkt am Wasser mit Blick auf diese einmalige Skyline Downtown Manhattan.

Klar, dass wir heute nur noch das Nötigste tun, um einen guten Abend und eine gute Nacht zu haben:
Auto in die richtige Position bringen,
Elektroanschluss organisieren,
Toiletten, Waschraum und Dumpstation erkunden,

Wo fährt morgen früh die Fähre nach Manhattan ab?
Ist die PATH-Subway in New-Jersey eine preiswerte Alternatve, um nach Manhattan zu kommen?

Gut zu Abend essen und den Stress der Fahrt vergessend, einschlafen.

Mittwoch, 23. September 2015

Die Baustelle um die Ecke, ein neuer Bau wird hochgezogen, weckt uns mit ihrem dieselbetriebenen Kran und seiner Tätigkeit um Punkt 7 am.

Egal, wollen sowieso nicht so spät aufstehen.
Nach dem „Früh“stück, das seinen Namen verdient, wir essen nämlich schon um 9 am, nehmen wir die, richtig gelesen, letzte Fähre zum Pier 11, Eastriver, Downtown Manhattan.
Sie fährt um 9:45 ab! Die Nächste fährt dann gegen 4:30 pm, also wenn die Pendler ihre Arbeitsplätze im Financial District, Downtown Manhattan nachmittags frühestens wieder verlassen und nach Hause fahren wollen. (Sie lassen ihr Auto hier neben unserem Stellplatz tagsüber stehen)

Ferry über’n Hudson
Welche atemberaubende Aussicht!

Ginge dieser Anblick doch nie vorüber und könnte ich *jetzt*, genau in diesem Moment, die Zeit einfrieren und, wenn ich genug habe, wieder weiterlaufen lassen.
Ich glaube, ich brauche eine Fototapete, die uns diese Aussicht auf Downtown Manhattan auf der Fähre dauerhaft zeigt.
Zack, ist es schon vorbei. Wir müssen im Innenraum der Fähre Platz nehmen, weil sie so schnell fährt, dass es keine Stehplätze, weder draußen noch drinnen, gibt.

Sie rauscht, einen Zwischenstopp am Exchange Place, New Jercey City einlegend, um die Südspitze Manhattans und lässt uns atemlos durchs zugegischte Fenster zuschauen.
Nach 12 Minuten ist der Spuk vorbei, wir sind als Seniors um 13 $ ärmer, aber nun zum zweiten Mal in unserem Leben, Vero schon zum dritten Mal, mitten in Downton Manhattan, Eastriver

Blauer, wolkenloser Himmel, 26° oder, um der hiesigen Rechnungart Genüge zu tun: 78° Fahrenheit!

Ab sofort brauchen wir eine gute Halsmuskulatur, das Leben spielt sich nicht mehr nur horizontal ab, sondern extrem auch in der Höhe.

Wir tauchen ein in den ewigen Schatten der lauten, berauschenden, engen, festungsähnlichen Schlucht der Selbstdarstellungsheroen, Wolkenkratzer genannt…

Es überkommt uns ein herrlich freies Dazugehörigkeitsgefühl zu all den, sich den schmalen Fußgängerweg teilenden, sich gegenseitig ignorierenden, dahinrasenden Kleinstlebewesen in dieser Stadt, die, Ampeln verachtend, wie selbstverständlich durch und über die Straßen fegen.
Als Tourist im „Such-, Staun- und Fotomodus“ hast du dich gefälligst an den Rand zu stellen oder mitzurasen.
Wir sind sofort im Rhythmus, denn wir haben konkrete Ziele!
Wohin wir wollen?
Nichts wie hin zum Bryantpark, 5th Ave, 42nd St.

Dort in der Nordwestecke liegt der Petanque Platz des NewYork Petanque Club, wie ich schon lange vor unserer Reise recherchiert habe. Und von montags bis freitags zwischen 11 am und 6 pm wird dort Boule gespielt.

Ich bin für Vero während der Fahrt mit der Subway, wir haben inzwischen ein Sieben-Tagesticket für je 31 $ gekauft und können mit U-Bahn und Bus in NYC fahren, wohin wir wollen, glaube ich, unerreichbar.
Und meine Boulekugeln im Rucksack drücken überhaupt nicht.

Linie 3, Expresstrain, Uptown, 42nd St, aussteigen.
Herzklopfen,
Treppe hoch,
6. Ave., Ecke 42nd. St,
Unendliches Konzert der Hupen, das bekannte Polizei- und Ambulanzautogeheule und
ein einziges Gewusel,
sich nicht über den Haufen rennen lassen,
ruhige Ecke suchen,
sich orientieren,
unheimlicher Verkehr auf der Kreuzung,
in welche Richtung liegt jetzt der Bryantpark?
na klar 42nd St nach rechts, Richtung 5th Ave.

Also los…denn in Manhattan spielen wollen und es wirklich tun, sind zwei verschiedene Dinge.

Wir haben die richtige Ecke gefunden, sieht viel kleiner aus, als ich es mir vorgestellt hatte…

In so einem Gewusel von Menschen soll ich Boule spielen?

Was machen wir jetzt? Es ist um 10 nach Elf immer noch niemand da.
Fünf Minuten später tauchen zwischen den vielen anderen, die dort rumsitzen und sich augenscheinlich ausruhen, zwei Männer aus dem Nichts auf, die nur kleine Täschchen mit sich tragen, das könnte ein untrügliches „Erkennungs“zeichen sein!
Ich krieg‘ ja ein richtiges Näschen!
Spreche ich sie an?
Yes. I’ll Do it!
(Um es wirklich zu tun, denke ich mir kurz vorher auf englisch aus, was ich sagen will)
Hi, I’m Reiner. Do you also like to play Petanque?
Yes, it works!
Dino und Joseph wollen spielen.

Sind wohl etwas verunsichert, ob sie denn mit mir, dem Fremden, zu spielen anfangen wollen, kommen dann aber doch nach einer Zigarettenlänge, ich hab‘ mich einfach neben sie gesetzt, „aus den Puschen“, schlagen dann einen „Dreier“ vor, den ich noch nicht kenne: „Canadian“ und packen ihre Kugeln aus.

Wie sich herausstellt, eine sehr interessante Variante, um zu Dritt nicht Zwei gegen Eins spielen zu müssen. Wer’s wissen will wie’s geht, kann mir ja ’ne Mail schicken. Ich erklär’s dann genau.

Mein erstes Petanque-Match im Bryant Park ist so was von aufregend. Es ist unglaublich, zwischen hunderten von Menschen, die sich hier ausruhen und/oder ihre Mittagspause hier verbringen zu spielen, fotografiert zu werden und sich wie in einem Turnier vor großer Kulisse zu fühlen.

Es kommen immer mehr MitspielerInnen dazu, die meisten sind langjährige Cracks und machen meinen Job um so herausfordernder. Sie schießen so ziemlich alles weg, was ihnen vor den „Jack“, so heißt das „Schwein“ hier, kommt. Also heißt es als „Pointer“ so zu spielen, dass die eigene Kugel als nicht schießenswert erscheint aber trotzdem dicht genug am Jack zu liegen kommt. Jetzt genug der Strategiekunde.

Um drei Uhr bin ich fix und fertig, vier Stunden intensives Boulespielen haben mich echt geschafft!
Vero hat sich natürlich von mir verabschiedet oder besser ich mich von ihr, denn in meiner Aufregung habe ich sie kaum noch wahrnehmen können.
Wie schön, dass es sie trotzdem irgendwo noch gibt!
Ich kann’s mir gut vorstellen:
Sie erkundet nun IHR Manhattan allein, und wenn sie mir immer wieder gesagt hat, dass sie mir „mein Boule in New York“ von Herzen gönnt, dann hat sich’s heute bewahrheitet.

Vero erzählt mir, dass sie sich in der Zwischenzeit mal wieder, nach 1995 und 2013 die 5th Ave runterstaunte

und am Union- und am Washington-Square Bewunderungspausen einlegte.

In Greenwich Village, am Flat Iron Building und die 6th wieder rauf lief die Kamera heiß.

Sie hat so viel gesehen und wunderschöne Motive mitgebracht.

Wir haben uns wieder. Jetzt gibt’s erst mal einen Coffee to go am Times Square!

Wir finden in diesem „Ameisen/ Touristengewimmel“ auf dem Times Square überhaupt nichts,

sogar uns selbst fast aus den Augen, aber dann Gottseidank auf einer riesigen Videowall wieder.

Wir nehmen die PATH nach New Jersey, diesen „Blick“ werden wir jetzt eine Woche allabendlich geniessen.

Enjoy this amazing view too.

 

6 Gedanken zu “NYC

  1. Erinnerungen werden wach. Im Oktober 1963 stand ich in der Uniform eines Soldaten der Bundesmarine auf dem Empire State Building, auf dem Weg zur Ausbindung in Bainbridge-Maryland.
    Dauer, 6 Monate. Gerne wieder.
    In 2 Monaten sind wir auf KIKO.
    Wir nutzen natürlich unser schönes Herbstwetter um Petanque zu spielen.
    Viele Grüße von Sigrid und Hartmut
    Wahrscheinlich auch von Allen, die Euch von KIKO kennen

    • Hallo Ihr Lieben,
      So ist das Leben…
      Wir freuen uns für euch und eure bestimmt wieder schöne Zeit auf KIKO.
      Viele Grüße an alle, die uns kennen und gute Fahrt
      Vero und Reiner

  2. Hallo, da werden Erinnerungen wach…. New York lebt Tag und Nacht…. einfach fantastisch…habe jedes Bild genossen….wäre gerne dabei gewesen, aber fast 6 Jahre NY waren auch genug….jetzt genieße ich die ruhige Zeit in Vlotho.
    Liebe Grüße aus Vlotho
    Irmgard

    • Liebe Irmgard,
      Du hast Recht, diese Stadt ist einzigartig und kann „auf Dauer“ ansteckend wirken…
      Ganz liebe Grüße
      Reiner und Vero

  3. Lieber Bruder,
    wir denken an Dich und freuen uns sehr über Deine offenen Empfindungen.
    Für mich ist dieses Erlebnis nur möglich, wenn ich fest an meine Fähigkeiten glaube und dieses Gefühl wird durch unsere Reise einfach immer stärker.
    Feeling by doing!
    Ganz liebe Grüße
    Vero und ich

  4. Wahnsinn , ich bewundere euch und ich glaube , so ein bißchen beneide ich euch auch – oder doch
    nicht ? Wenn ich mir vorstelle , von diesem Gewusel ein Teil zu sein – ich weiß nicht , wie es mir dann
    gehen würde . Aber es geht ja nicht um mich , sondern ihr seid die Protagonisten und ihr lasst uns
    dankenswerter Weise teilhaben an euerem Abenteuer. Wieder einmal Dank dafür , auch in der Gewissheit , dass das Abenteuer NY inzwischen hinter euch liegt und ihr hoffentlich weiter auf einem
    guten Weg seid.
    Liebe Grüße
    Alfred.

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