NYC 3

Freitag, der 25. September 2015

Ich muss noch einmal zum „Kugelschmeißen“ in den Bryant Park!

Vero und ich verabreden uns, nachdem wir mit der Subway nach Manhattan gefahren sind, für 2 pm am Bryant Park und gehen um halb elf am World Trade Center auseinander.

Es überkommt mich ein erheblich ungewohntes Gefühl.
Wie Kevin? Reiner allein in Manhattan!
So war das am Dienstag nicht.
Heute bedeutet das, alleine die richtige Subway Station zu finden und dann mit der richtigen Linie, nämlich E mit dem Expresstrain, der nicht an jeder Station hält, Richtung Uptown bis 42nd St zu fahren.
Schon bei der Suche nach dieser verflixten Station finde ich zehn Minuten lang keine und das ist in Manhattan Downtown echt ’ne Kunst! Jetzt kommt’s einfach drauf an: „Beg your pardon, where can I find the nearest Subway Station?“ Na also, geht doch!

Angekommen, drei Stunden viel Spaß gehabt, das Spiel in dieser Umgebung ist einfach unvergesslich.

Dazu kommt noch das anschließende Rendezvous mit dieser wunderschönen Frau, die mich pünktlich um zwei zu einem „Salat eigener Kreation“, sie hat ihn sich in einem nahegelegenen Delikatessengeschäft zusammengestellt, mit Kaffee im Bryant Park einlädt.

Und dann erzählt sie mir beim Essen, wie sie sich ihre Lieblingsstadt erneut erobert hat:
Macy’s,

Uniclo, Designer Outlet Century 21,

Victoria’s Secret und einen für sie momentan ungefährlichen Wolleladen „Purl SoHo“, weil sie derzeit „auf Quilt ist“.
Komisch, wenn ich mich nicht täusche, sind das alles Klottenläden und wir haben doch gar keinen Platz?

Schön, dass dieser Tag erst gerade richtig angefangen hat.

Gleich um die Ecke umfängt uns als Nächstes die verschwiegene Atmosphäre der NYC Library mit ihren fantastisch anmutenden Lesesälen.

Hier sollte man nicht einmal eine Stecknadel fallen lassen, denn sogar das würde man, glaube ich, in dieser Lese-, Nachdenk-, Recherche- und Aufschreibstille noch hören.

Auch wenn der größte Saal geschlossen ist, grandios dieses Bauwerk.

Von hier aus sind es zwar höchstens drei Meilen, also knapp 5 km bis zum Union Square, aber dieses Pflasterlaufen muss ja nicht immer sein, wenn man, wie wir, ein sieben Tagesticket der NY Subway hat, mit dem wir jede Bahn und jeden Bus so oft wir wollen benutzen können.
Der musste auch nicht mehr bezahlen:

Weil sie alle fünf Minuten fährt, sind wir ruck zuck an meinem Lieblingskuchenstand auf dem Farmer’s Market für einen Wheat Muffin.

So gestärkt, ist der weitere Fußweg zum Park am Washington Square, der sich zu unserem „Zuguck- und Staunzentrum“ entwickelt hat, nicht mehr schwierig.

Hier ist wieder der Bär los. So viele Narzissten auf einem Fleck haben wir noch nirgendwo erleben können:
Wo spielt schon eine völlig abgedrehte Frau, hinter einem durch den Park schlendernden Mann in einem halben Meter Abstand herlaufend, völlig schiefe Töne auf einer Blockflöte und der Angeflötete schert sich „einen feuchten Kehrricht“ darum. Die hört überhaupt nicht auf…
Oder

Wo treffen sich 10-15 ältere Menschen um die 60 – 80 Jahre alt auf einem Haufen, um gemeinsam zu musizieren und zu singen, ohne auch nur im geringsten darauf zu achten, wer dazu kommt, eine Rassel auf- und abschwingt oder jemand anderes das Tamburin mitten im Stück weglegt, um sich aus dem Staub zu machen.

Oder wo sitzt jemand in der Hektik dieses Parks seelenruhig und still vor sich hin lächelnd am Klavier, jawohl Klavier, schwingt seine am Rücken befestigten Engelsflügel und spielt uns etwas „vom Himmel herab“.
Und ganz abgesehen von den „Normalen“, die sich entweder musikalisch gekonnt produzieren oder die „nur“ dadurch auf sich aufmerksam machen, dass sie mich in ihr Indiakaspiel einbeziehen.

So, für heute reicht’s.
Stop!

Es geht nicht ohne die wunderbare Nachtshow der erleuchteten Skyline von Downtown Manhattan von New Jersey City, also dem gegenüber liegenden Ufer des Hudson, aus.

Samstag, der 26. September 2015

Ich hätte nicht geglaubt, dass ich den heutigen Tag schon wieder mit Boulespielen verbringen würde.
Aber heute Nacht erhielt ich eine E-Mail von Thierry Juliard, dem sportlichen Leiter des New York Petanque-Club als Antwort auf meine Teilnahmeanfrage zum Finalturnier für Einzelspieler 2015.

„Yes please join us tomorrow, it is open to all.“

Dabei hatte ich Vero schon versprochen, dass ich jetzt genug „Kugelschmeißen“ geübt hätte.
Aber zu dieser Einladung kann ich nicht Nein sagen und Vero, danke schön, auch nicht.

Nach einer eineinhalb stündigen Subway-Odyssee quer durch Manhattan und Brooklyn bin ich morgens um 9 Uhr meinem Ziel, dem Prospect Park in Brooklyn schon bis auf 10 Minuten Fußweg näher gekommen und werde dort von Thierry herzlich begrüßt: „You must be Reiner!“

Insgesamt 18 Spieler spielen bis nachmittags um vier um den hart umkämpften Sieg im Tête-à-tête (Einzelspieler gegen einander) und ich bin dabei fast ohne Chance – also olympischen Geist ausgepackt und mich am „Dabeisein“ gefreut – drei Spiele verloren und eins gewonnen!
Ein außergewöhnliches Ereignis, ich habe sogar vergessen Fotos zu machen.

Mit Vero treffe ich mich danach mal wieder am Washington Square.

Sie erzählt mir von ihren Erlebnissen im American Museum of Natural History am Centralpark,

am Flat Iron Building,

auf der 6th Ave., im Stadtviertel Tribeca und am Broadway Downtown

unter anderem mit wundersamen „Begegnungen im Kerzenschein “ im Madison Square Park.

Für heute ist es genug. Keine Sightseeingtour mehr, einfach abhängen im Park, Menschen anschauen, reden und uns darüber freuen, dass wir diese Stadt immer mehr auf unsere eigene Art entdecken dürfen.

Zurück in New Jersey erwartet uns ein kleines Stadtfest an der Waterfront mit Lifeband.

…and other impressions.

4 Gedanken zu “NYC 3

  1. Ja, die Public Library und im Rücken dieser einmalige Park. Diese Ecke ist für uns so ziemlich das Lebendigste, im positiven Sinne, was wir je gesehen haben. Besonders die absolut friedliche, völlig entspannte menschliche Szene hat es uns angetan.
    Ganz liebe Grüße nach Uffeln
    Vero und ich

  2. Was sind das für tolle Impressionen. Ihr seid ja nun schon ein paar Kilometer weiter ; aber ich kann mir
    vorstellen , dass ihr die Eindrücke und Erlebnisse aus dieser unglaublichen Stadt besonders im
    Gedächtnis behalten werdet. Für Vero war manches sicher ein Wiedererkennen , aber wahrscheinlich
    auch noch einmal unvergesslich.
    Toll wie ihr euch dort zurecht gefunden habt , chapeau.
    Weiterhin alles Gute und noch eine gute Zeit ,
    euer Alfred.

    • Lieber Alfred,
      wir sind inzwischen, was NewYorkCity angeht, nur sprachlos…
      Wir müssen uns, wenn wir wieder zuhause sind, einmal in Ruhe über diese phänomenale Stadt unterhalten.
      Liebe Grüße
      Vero und ich

  3. In Gedanken bin ich immer bei Euch -besonders in New York- die Atmosphäre in der Library und überhaupt das ganze Gebäude ist unglaublich schön. NY ist einfach eine interessante und abwechslungsreiche Stadt. Wünsche Euch noch aufregende Tage in NY und eine stressfreie Weiterfahrt.
    Tschüß Irmgard

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