Fort de S(F)oto

Sonntag, 13. bis Dienstag, 15. Dezember 2015

Du fährst vier oder fünf oder sechs Stunden immer geradeaus durch nichts als Weideland, Creeks, Brachland,

ab und zu an einer dieser immer gleich aussehenden Ansammlungen von weit auseinander gezogenen Geschäftsfilialen und Tankstellen vorbei.
„Dollar General“, „Walmart“, „Publixs“, „Staples“, „KFC“, „Mc Donalds“,

„Home Depot“, „Shell“, „Exxon“, „Chevron“, „Marathon“. Immer und immer wieder dieselben…

Es fällt kaum auf, dass du zwischenzeitlich mal wieder an irgendeiner Kreuzung stoppen und ziemlich genau im rechten Winkel links oder rechts abbiegen oder über die eine oder andere Ansammlung riesiger ampelbewehrter Kreuzungen hinweg fahren musst. Immer grobe Richtung Nordwest.

Im Nachhinein, wenn du angekommen bist, bemerkst du dann auf der Landkarte im Internet, dass du durch verschiedene Orte gefahren bist, deren Vorhandensein sich gedanklich daran nachvollziehen lässt, dass wir manchmal durch Schilder dazu aufgefordert worden sind, die Geschwindigkeit zu verringern und erinnerst dich irgendwie, dass du zigmal die Spur gewechselt hast, um einigermaßen im Verkehr mitzufließen.

Ach ja und da waren auch noch die unausweichlichen Brücken über viel Wasser…
Und letztendlich zwei Mautstellen, an denen wir einmal 75 und dann noch einmal 50 Cent „Toll“, wie das hier heißt, bezahlen mussten.

Dort, wo die Straße nur noch die Insel mit dem Festland verbindet, westlich von Tampa, Florida und südlich von St. Petersburg, wo dann die geilste Brücke „Skyway“ heißt, sind wir angekommen,

richten uns auf unserer dem Wasser zugewandten Site 209

 

unter diesem traumhaften Hibiskus- und Palmenhimmel ein,

legen unseren Teppich und die Fußmatte zwecks Sandvermeidung vorm „Wohnzimmer“ aus und dekorieren den Picknicktisch mit unserer wasserunempfindlichen Wachstuchtischdecke,

nicht ohne unseren US-flaggen geschmückten Kerzeneimer.

Das Feuerholz haben wir zumindest für diesen Campground vergeblich gekauft, weil unsere Site nur mit einem Grill zur Nutzung mit Holzkohle ausgestattet ist.

Kaum zu glauben, dieser Sonnenuntergang gehört wirklich zu „Fort de Soto“, unserem heutigen Ziel mit dem reservierten Vorhaben, hier für drei Tage zusammen mit rund 200 anderen Campern die traumhafte Inselwelt Westfloridas zu bestaunen.

Nicht der schlechteste State Park …

Inzwischen ist es sehr, sehr dunkel geworden, die „Hallo, Weihnachtszeit“ signalisierende Lichterkette liegt auf dem mit oben beschriebener Decke geschmückten Tisch.

Wir essen italienische Bratwürste, Weißkohlgemüse und Hashbrowns, dazu ein wenig als Apfelschorle getarnten eisgekühlten Weißwein und wir haben „another day in Paradise“

Schon nach unserem Frühstück sitzen wir auf unseren Fahrrädern,

wollen zum Strand und… kommen nicht weit.
Denn fast um die nächste Ecke steht ein Mercedes-Allrad-Expeditionsmobil mit MTK-Kennzeichen: Deutsche aus dem Main-Taunus-Kreis!

Sonja und Klaus (http://www.sk-unterwegs.de) lassen sich von unserem Bedürfnis nach „Deutsch-sprechen“ anstecken. Sie sind seit August von Nord nach Süd an der Ostküste Canadas, von Halifax über Neufundland und den USA unterwegs und aus unseren unterschiedlichen Erlebnissen ergibt sich die bekannte „Rotefadenkommunikation“. Eine/r beginnt zu erzählen, aus dem Inhalt reicht ein Detail zur Fortsetzung des Gespräches mit einer eigenen Story usw.

Was sich vielleicht ein wenig profan anhört, stellt sich im Verlauf des Gesprächs aber durchaus als sympathische Fähigkeit des sich gegenseitig Zuhörens heraus und so wird es halb vier pm.
Höchste Zeit für den Strandbesuch.

Wunderschöner Ausblick auf die Skyway-Bridge.

 

viele Vögel,…

noch mehr Vögel…

Morgen gehen wir früher…

Montag, 14. Dezember 2015

Hat geklappt. Sind mit den Rädern unterwegs zur „North Beach“. Kurz noch bei den Rangern anhalten. Vero hat ihre iPadhülle gestern vorm Office liegen gelassen. Sie fragt nach und tatsächlich, sie ist im Büro abgegeben worden. Wifi am Office genutzt. Britta und Hartmut angerufen…

Vorbei an der Pier und dem hässlichen Fort des Soto, sieht eher wie eine in „Bunkerform“ gebrachte Betonansammlung aus. Nach insgesamt 7 km erreichen wir unseren Strand, im wahrsten Sinn des Wortes, sind ganz allein dort.

Decken ausgebreitet, erst einmal durchatmen, viele Vögel zu sehen.
Gleich wird klar, weshalb es hier keine Fotos geben kann…
Kamera?
Im Rucksack.
Im Rucksack?
Nicht im Rucksack!
Wo sonst?
Weg!
Ich hab‘ sie doch mitgenommen!
Ich erinnere mich.
Hab‘ sie bewusst nicht in den Rucksack gepackt, sondern um die Schulter gelegt…
Es nutzt nichts, ich muss wieder zurück. Wusste gar nicht, dass ich so schnell Fahrrad fahren kann und dass auch noch mit ’nem Klapprad…
Bei den Rangern im Büro nachgefragt: „No Sir, sorry Sir“

Jetzt noch zu unserem Platz!

Da liegt sie: Offen mit aufgeschraubtem Teleobjektiv auf dem Picknicktisch! Ein Loblied auf die ehrlichen Amis oder einfach: Glück gehabt!

Den Strand sollten wir wohl nicht länger besuchen.
Apropos Besuch…

Wir sollten lieber doch keine Chips auf dem Tisch liegen lassen…

Die versorgen sich am Ufer direkt an unserer Side selbst. Dafür haben sie sich Pfeilschwanzkrebse zurecht gelegt.

Das Fresswerkzeug ist doch wohl einsame „Spitze“…

und sein Vorratssack unter dem pelikanesken Schnabel wartet auf Fische…

Der Tag ist noch nicht zu Ende. Um sechs kommen Sonja und Klaus, hatten uns verabredet.

Ein schöner Abend bei Wein, Bier, Käse, Dip und Baguette.
Wir drücken Ihnen die Daumen, dass das Ersatzteil für ihren „Balou“ angekommen ist und es für sie gut weiter geht!
Brauchen wir auch einen Namen für unser Gefährt? Vielleicht „Sunny“?

That’s our dream for tonight…

4 Gedanken zu “Fort de S(F)oto

  1. Wie immer wunderschöne Aufnahmen und auch die Berichte….einfach genial…..weiter so ….
    Wünsche Euch ein tolles und erlebnisreiche Jahr 2016.
    Vielen Dank für Eure W-Karte

    • Hallo liebe Irmgard,
      vielen Dank für Deine Komplimente. Wir genießen die Vielfalt unserer Erlebnisse jeden Tag.
      Ganz liebe Grüße Richtung Uffeln
      Reiner und Vero

    • Liebe Regina,
      vielen Dank für Deine Empfindungen.
      Wir freuen uns total über Deine Rückmeldung, weil:
      „Geteilte Freude ist doppelte Freude…“
      Ganz liebe Grüße zurück
      Vero und ich

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