Zwischen den Jahren…

Sonntag, 20. – Sonntag, 27. Dezember 2015

Die LED-Lichterkette mit 100 Leuchten, warm-weiß, in 5,50 m Länge kostet bei Walmart 5,95

Wir konnten nicht widerstehen.
Etwas Weihnachten muss sein!

Jetzt ist es zwar kein Plastiktannenbaum geworden, wie uns verschiedentlich aus Deutschland nahe gelegt wurde, aber wir leben wenigstens unter einer beleuchteten Markise oder von einer Lichterkette eingerahmt in unserem Auto.
Damit fühlen wir uns würdig in den Kreis der sich weihnachtlich goutierenden Camper aufgenommen.

Unser Versuch, in fast allerletzter Minute, zwei Tage vor Weihnachten, eine dieser geilen „Star-Shower“ zu ergattern ist leider wegen „sold out“ gescheitert.
Echt schade, diese Dinger sind wirklich der Hammer.
Wenn wir so etwas hätten lägen die bunten Sterne nicht nur irgendwie am Auto, auf dem Boden oder so herum, sondern sie erschienen zu Hunderten üppigst in den Bäumen hängend und blinkten in unsere strahlenden „Kinderaugen“.
Dass es sich dabei lediglich um eine Lichtprojektion handelt, wurde uns erst nach drei Beobachtungsnächten bei anderen Campern klar, wenn wir sie intensiv bewundert haben. Vorher glaubten wir, es wäre jemand irgendwie in die Bäume geklettert.

Wir sind am Golf von México!

Es wird hier, weil nördlicher, kälter und nasser. Gleichzeitig aber auch prickelnder. Denn die Strände und das Meer sind teilweise von der Straße aus zu sehen und diese Szene macht auf uns einen „endgültigen“ Eindruck.

Endgültig insofern, dass wir nun wissen, hier wenden wir uns nach unserem Ausflug auf die Halbinsel Florida endgültig Richtung Westen und zwar bis Kalifornien bei San Diego am Pazific, noch einmal zwischen drei und vier Tausend Kilometer, je nach Zwischenzielen.

OK., genug der großen Gedanken, müssen vorher noch einmal Lebensmittel direkt vorm Eingang zum Henderson Beach State Park bei Walmart bunkern. Wie schön, dass es sowohl bei Mc Donald als auch im Walmart free Wifi gibt.
Die Site 24 auf dem Campground ist ein echter Glücksfall.

Sie ist nach Fengshui für unser Gefühl ideal und wird für die nächste Woche unser ganz privates Wohnzimmer.
Vor allem für Weihnachten!

L-förmig, von herrlichem Grün eingerahmt, mit Firepit und Picknicktisch ausgestattet, von Meeresrauschen sanft begleitet, machen wir es uns gemütlich.

Die Neugierde treibt uns sofort zum Strand.

Wir nehmen die Räder bis zum Beachwalk und sind von diesem Traum aus Sand einfach hin und weg.

Und das haben wir jetzt eine ganze Woche! Welch ein Privileg!

Einfach nur „Persil“weiß, eher (nicht klebender) Puderzucker, unglaubliche Konsistenz, als wenn wir in Watte treten, wie nagelneu, in so was haben wir noch nie unsere Füße gesetzt…

Und jetzt das „aber“, das uns immer wieder auffällt und auch zur Realität hier gehört:
Der State Park ist eine echte Oase, zwar nicht von einer klassischen-, aber von einer Businesswüste umgeben.

Nur 1 km von unserem Platz entfernt, ohne Probleme mit dem Fahrrad zu erreichen, beginnt die sich über Meilen und Meilen hinziehende Business-Zone mit den üblichen Anbietern…, das ganze Konsumprogramm.

Wir nutzen die Nähe dieser Auswahl für unsere Sehnsucht nach unseren Lieben in Deutschland, telefonieren und „facetimen“ mitten aus der Schuhabteilung von Walmart, weil sich dort Sitzgelegenheiten zum Schuhe anprobieren finden lassen und verbinden so das Angenehme mit dem Nützlichen,

dem Einkauf von Lebensmitteln und Firewood.

Auch den Seniorcoffee bei McDonald in der Sitzecke ganz hinten, machen wir, bis er kalt ist, zur Basis für manche Wifi-Stunde.

Die Boulekugeln und mein Kindle mit verschiedenen Büchern vertreiben mir die Zeit. Mit viel Geduld landen sie immer mal wieder beim Schießen genau dort, wo ich sie hin haben will

und Arne Dahl mit seinen in Schweden spielenden Krimis trifft meinen Geschmack von spannender nordischer Lektüre auch hier.

Vero ist inzwischen „Quilt verwöhnt“.

Langsam wird es wieder wärmer, so dass wir jeden Abend am Campfire sitzend unsere Gedanken fließen lassen, und gegen 10 pm dem Sternbild Orion, den Plejaden, Hyaden und dem Mond gute Nacht sagen.

So verbringen wir die Weihnachts- und „Zwischen den Jahren“-Tage.

PS. Wir werden jetzt Florida verlassen und nach Alabama kommen. Nach gut einem Monat haben wir nicht das Gefühl sagen zu können: „Wir kennen Florida„.

Aber wir haben ein wenig hinein geschnuppert und stellen fest:
Es gibt Aufgrund der für die USA einzigartigen südlichen Lage viel Wasser, Sonne, Luftfeuchtigkeit, stechendes und darüber hinaus viel fremdes Getier und eine irritierend fantastische Pflanzenwelt.

Diese besondere Lage des Staates bringt viele Menschen mit vielen Autos hierher oder lässt sie sich hier bewegen.
Deshalb eben auch viele Straßen mit vielen außergewöhnlichen Brücken.

Es gibt große Unterschiede in der Infrastruktur des Landes zwischen den Küsten und dem Inland. Sie passt sich dem Geldbeutel der Menschen an. Sie verteilen sich je nach Einkommen auf die verschiedenen Teile des Landes.

Küsten, Inseln, Beaches: viel freie Zeit, viel Geld, entsprechende Angebote…
Inland, Sumpf, fruchtbar: viel Arbeit, weniger Geld, entsprechend preisgünstigere Angebote…

„Snowbirds“ sind überall, je nach Geldbeutel.

Ein irritierendes Land. Jetzt gehen wir erst einmal ein bisschen auf Florida-Distanz und suchen die Alabama-Nähe…

Everyday another day!

2 Gedanken zu “Zwischen den Jahren…

  1. Hallo H.-W.,
    Danke für Deine Grüße. Es hört sich so an, als wenn Du den Frühling brauchst. Wenn er nicht zu Euch kommt, dann solltet Ihr Euch, wenigstens zwischendurch, zu ihm begeben. Südafrika, Kapstadt zum Beispiel!
    (Wunderschöne Ferienapartments!)
    Liebe Grüße
    Reiner

  2. Danke, habe mal wieder die Zeit gefunden, den Bericht nicht nur zu überfliegen. Ihr solltet über eine neue Karriere als Verfasser von Reiselitertur werden. In kombination mit Diavorträgen hättet ihr dann wenigstens mal Lust, wenigstens für ein paar Wochen nach Deutschland zu kommen und den Verkauf eurer Bücher anzukrubeln. – Ihr fehlt mir! Naja, zumindest Reiner. Vronika kenne ich ja leider (noch) nicht so genau! Personal mail will come soon!

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