Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Unsere Neujahrsansprache

What a Year 2015…  für uns!
Der Versuch eines Rückblicks auf das Jahr 2015 erscheint uns zu diesem Zeitpunkt wie der Blick in ein umgedrehtes Fernglas. Nichts ist so wirklich vergrößert und klar. ALLES gibt es (noch) nicht richtig, ES schaut, bisher sehr klein, nicht wirklich zu erkennen, um die Ecke.

Dabei ist doch Vero’s und meine Welt nur „anders“ geworden. Wir haben, wie schon häufiger in unserem Leben, mal wieder die Perspektive geändert.

Unser Eindruck davon konnte bisher allerdings noch nicht vollständig verarbeitet werden:
Uns erscheint es, mal wieder wie damals 1998, als wir gerade unser Haus gekauft hatten und die ersten Sonnenstrahlen auf unserer Terrasse genossen, dass gleich jemand um die Ecke kommt und fragt: „Was machen Sie denn hier, dürfen Sie denn überhaupt hier sein?“
Wir haben das Gefühl in 2015 mal wieder aufgrund unserer Entscheidung „wir wollen die nächsten Jahre im Wohnmobil leben“ den gelernten und seit längerer Zeit gewohnten und den für uns als „Normal sein“ geltenden Überblick verloren.

Vielleicht hängt es damit zusammen, dass wir viel weniger „müssen“ und uns viel mehr „erlauben“.
Aus bisherigen als notwendig angesehenen Fakten wurden lässliche Beliebigkeiten.
An die Stelle selbstverständlicher, unhinterfragter Pflichten traten Wünsche und Träume, Sehnsüchte, die uns bisher nicht in den Sinn kamen.

Wir haben mit vielem aufgeräumt!

In dem Zusammenhang fällt mir, sozusagen als Synonym, unser Keller ein. Er ist dabei aber nicht einfach nur aufgeräumt, sondern auch fast völlig leer geworden.

Übertragen auf unser Leben auf der Reise, heißt das:

Wir haben viel Zeit, die gefüllt werden darf!

Wegen des Aufräumens und der damit entstandenen Leere können wir uns im überschaubaren, im gegen die bisherigen Gewohnheiten eingetauschten Wohnmobil und den dort zur Verfügung stehenden 8 qm Wohnfläche neu orientieren. Wenn wir nach draußen gehen, dann geht das zu 99% ohne eine Form von Pflichtgefühl.

Vor allem aber hat sich unser Zeitbegriff neu gefüllt:

Mit Leben…, na ja und mit ein bisschen Saubermachen.

Eigentlich beginnt dieses 2015, wenn wir es aus der Retrospektive betrachten, spätestens im Frühjahr 2013. Nur haben wir es damals noch nicht gewusst.
Der Jakobsweg, den wir damals gegangen sind, zum ersten Mal in unserm Leben viele, viele Kilometer und 35 Tage immer wieder ohne abendliche Sicherheit, wo wir unseren Kopf „aufs Kissen legen“ können, aber auch schon mit viel neuer „Freiheit“, ist aus heutiger Sicht unser Start in eine neue, wie sich jetzt herausstellt, noch unbekannte, nur im umgedrehten Fernglas zu sehende Zukunft.

Vielleicht ist dieses Bild des nicht genau Vorauszusehenden, nicht exakt zu Planenden, des sich Trauens ohne die Konsequenzen schon vorher genau zu kennen, eine gute Metapher für das, was in 2015 passiert und wesentlich für uns geworden ist.

Und das war und ist natürlich nicht immer nur himmelhochjauchzend, sondern manchmal auch blöd:
Wenn uns die Enge des WoMo auf die Nerven geht
Wenn uns die Sehnsucht nach unseren Lieben Zuhause die Tränen in die Augen treibt.
Wenn uns die Armut in manchen Gegenden und Vororten das Gefühl gibt, nur weg hier.
Wenn die Waschmaschine auf den Campgrounds die Wäsche überhaupt nicht sauber werden lässt
Wenn das Brot einfach nur scheiße schmeckt
Wenn uns dieser Autoverkehr die letzten Nerven raubt.
Wenn unser Navi Stunden braucht, um die Satelliten zu finden
Wenn wir uns einfach nur alleine fühlen…

Also,
weg mit dem Fernglas, um in die Zukunft zu blicken und das Vorhersehbare zu suchen…
Unser tägliches „Leben“ ist das Geschenk.

Wir sind sehr glücklich über 2015 und freuen uns auf 2016.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, das wünschen wir Euch auch!

4 Gedanken zu “Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

  1. Mein lieber Rainer, das hast Du aber gut gesagt! Unser Blick in das Fernglas spiegelt sich in diesen Deinen Worten. Aber alleine seid Ihr nicht. –
    Bleibt lässig und habt noch eine schöne Zeit.

    • Liebe Erna, lieber Manfred,
      Danke!
      …das aus Deinem Mund freut uns besonders. Ihr tragt mit Euren Reiserouten und Blogbeiträgen Eurer Reisen einen Teil zu unserer „Lässigkeit“ bei. Schön, dass es Euch gibt.
      Liebe Grüße
      Vero und ich

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