Burger and Games…

Freitag, den 6. Mai 2016

Es geht uns gut…
Wenn mir jemand vor drei Jahren prophezeit hätte, dass ich 2016 einmal die Grenze zwischen California und Nevada, zwar ziemlich fassungslos, aber immerhin überqueren würde, den hätte ich glatt als einen Fantasten abgestempelt.

Casinos und Outlet Stores in der Größe einer kleinen Stadt…

überraschen uns als Erstes direkt hinter der Grenze.
Wahrscheinlich für Californier gedacht, die nicht extra noch 50 Meilen weiter bis Las Vegas fahren wollen und hier schon ihr Geld mehren oder ausgeben wollen.

Sie verpassen zumindest die für uns aufregende Einfahrt nach Las Vegas über die pickepack-volle Interstate 15, in der Nähe der Stadt, so zwischen 10 und 14-spurig, natürlich beide Fahrtrichtungen zusammen.

Ehrlich, zum Staunen habe ich während der Fahrt keine Zeit, aber die Fotos zeigen mir ja, woran wir vorbei gefahren sind.

Sollen von Süden kommend im Westen an Las Vegas vorbei und dann im Norden die Stadt umrunden , um im Osten wieder gen Süden fahrend unser Ziel zu erreichen.

Aber Vero ersetzt jetzt mit der Offlineversion von Scout das Navi, wir sparen bestimmt 30 km und dirigiert mich hervorragend quer durch die Stadt zu unserem Ziel, dem Roadrunner RV Park an der Boulder Ave.

In dem in der Nähe befindlichen Walmart versorgen wir uns für die nächsten Tage mit den nötigen frischen Lebensmitteln.

Der RV Park erweist sich als super günstig, weil sie uns für einen 3-Tagesaufenthalt Discount geben und wir so für 18 $ die Nacht inklusive Swimmingpool stehen können.

Samstag, 7.Mai 2016

Heute wagen wir uns mit unterschiedlichen Gefühlen in den Trubel. Wir wollen diese Stadt auf jeden Fall sehen und uns ein eigenes Bild davon machen…

Vero geht den Besuch eher neugierig nach dem Motto: „Hab‘ ich noch nie gesehen, bin gespannt“ an und ich eher vorurteilbesetzt: „Diese Riesenkirmes ist wohl der wichtigste Bestandteil der ‚Brot- und Spielemethode‘ dieses hiesigen Wirtschaftssystems“

Der Daypass für den Las Vegas Bus kostet pro Person günstige $ 8 für 24 Stunden fürs ganze County.

Ein kurzer Spaziergang zur nahegelegenen Bushaltestelle und es dauert nicht lange, sitzen wir im Oberdeck des Busses Linie 200, der uns über die E Flamingo Road in 30 Minuten direkt zum Strip am Bellagio Hotel bringt.

Das, was wir unter Las Vegas verstehen, meint nämlich eigentlich nicht die Stadt selbst, sondern die zwei oder drei Straßen und ihre Umgebung, die als legendäre Vergnügungsmeilen berühmt sind.

Sind gelandet…
Ein Teil des Las Vegas Blvd, außerhalb der eigentlichen Downtown gelegen, ist der Strip die Adresse der ultimativen Bettenburgen der USA überhaupt. Es sollen bis zu 150.000 Gäste untergebracht werden können.

Riesenknäuel von staunenden BesucherInnen, in dieser Glamourwelt zum Beispiel des „Caesars Palace“, inmitten vieler opulenter Gold- und Lichtimaginationen nach Orientierung suchend, können wie wir nicht glauben, dass sie das alles betreten und sehen dürfen.
Es wird schnell klar, hier geht es nur ganz nebenbei zur riesigen Rezeption, ansonsten eher und vielleicht noch viel wichtiger, ohne dass wir es richtig wahrnehmen, auch in die angesagteste Casinoansammlung weltweit.

Wir werfen einen ersten Blick hinein…

Dazu, als wir den Ausgang erreichen, das zu bewundernde, wohl besonders für die nie nach Europa kommenden Besucherinnen und Besucher, passende Ambiente verschiedener weltberühmter Bauten, Denkmäler und Sehenswürdigkeiten.

Alles Nachbauten der originalen Großartigkeiten: Pyramide steht für Ägypten, Rialtobrücke und Gondeln für Venedig und natürlich der Eiffelturm mit Bistroumgebung für Paris. Dazu Palmen als Inbegriff des Exotischen…

Kompletiert wird dieses Szenarium durch viele antik-griechisch und römische, tempelartig angehauchte Monumente der Großartigkeit vergangener oder gegenwärtiger Epochen, hier sagen sie bestimmt „of the World“.

Die in der Gegend herumstreunenden und staunend fotografierenden oder um es positiv auszudrücken, flanierenden, meist jüngeren Menschen aller Nationen, Kulturen und Hautfarben, jeden Alters und körperlicher Verfassung nutzen die Gelegenheit erlaubterweise hier in der Öffentlichkeit Alkohol zu trinken und durch irgendwelche Besonderheiten, körperlich, kleidungsmäßig, durch Gang oder Attitüden, Piercings oder Tatoos, auf jeden Fall aufzufallen.

Und wenn du noch keins hast…

Es macht auf mich den Eindruck, als wenn alle unbedingt, wenigstens hier, etwas besonderes sein möchten, aber nicht wirklich davon überzeugt sind, es auch zu sein…
Vom übermäßig auffällig, absolut adrett uniformierten, eigentlich nur Auskünfte erteilendem, überall anzutreffenden Sicherheitspersonal bis hin zu den Sixpacks, Silikon, Muskeln und mehr zeigenden Dauerjugendlichen weiblichen und männlichen Geschlechtes.

Überall verschiedene Darbietungen von Gauklern und Kleinkunstgeldsammlern. T-Shirt- und Tandverkäufer.
An für Gaunereien geeigneter enger Stelle, wo die Menschenschlange sich nur langsam durchquetschen kann, haben sich die Hütchenspieler mit ihren Kumpanen zum Animieren der Mitspieler postiert. Sie ziehen den Leuten das Geld schneller aus der Tasche als diese gucken können, unter welchem Hütchen denn wirklich die Erbse liegt…

Natürlich gehören in dieser Umgebung diverse knapp angezogene junge Damen ebenfalls zum Animierprogramm.

Naja!
Die Wasserspiele zu Melodien des unverwechselbaren Frank Sinatra am Bellagio sind da schon eher eine Kunst für sich.

Hier wird im Rhythmus der Musik mehr oder weniger jede Menge Druck auf die Wasserleitungen gepumpt und die Düsen gleichzeitig in die verschiedensten Richtungen gelenkt, so dass Bilder entstehen, die wir als „Wasserorgel“ bezeichnen würden.

Irgendwann müssen wir einfach auch mal hinein in diese Casinos.
Ob wir hier Übernachtungsgäste sind oder nicht, interessiert niemanden. Einzig der Wunsch, an unser Geld zu kommen, garantiert jedem Menschen den Zutritt zu den Spielautomaten, den Roulette- und Black Jack Tischen.

Hier, in den abgedunkelten riesigen Gücksspielhallen, zeigen sich vornehmlich ältere, vielleicht manchmal auch reichere Menschen.

Wie Vero mir erzählt, sorgt dort zusätzlich durch die Klimaanlagen zugeführter Sauersoff dafür, dass niemand müde wird und so die Automaten kontinuierlich gefüttert werden. Alkoholfreie Getränke werden kostenlos serviert, den ServiererInnen gibt man 1 $ Tip.

Es ist interessant zu beobachten, wie die Menschen mehr oder weniger cool, sich auf bequemen Sesseln rekelnd, vor ihren insgesamt natürlich „auf Verlieren“ eingestellten Banditen sitzen.

Grell, bunt, flimmernd, sich scheinbar in letzter Sekunde entscheidend, doch oder doch nicht die geldbringende Serie auf dem Display zu zeigen, dass bestimmt das „Leben“ dieser Automaten und letztlich auch das der vor ihnen auf „Hoffnung“ eingestellten, mitautomatisierten BedienerInnen.

Irgendwann meint Vero, 5 $ müssten jetzt aber mal dran glauben… Das Casino des „New York-New York“ Hotel soll es sein:
Nachdem sie sich bei einer Angestellten einweisen lässt, weiß sie, dass sie Gewinnchancen von einfach bis dreißigfach und Spieleinsätze von 1 Cent bis 1 $ eingeben kann.

Sie hat es schnell raus, lässt den Computer für sich arbeiten und beeinflusst durch Knopfdruck nur die Höhe der Gewinnmöglichkeit.
Als nach gefühlten „Sekunden“ von ihren 5 $ nur noch 40 Cent übrig sind, klingelt und leuchtet und klingelt und leuchtet es auf einmal, schneller als wir gucken können. Aus den 40 Cent sind, wiederum schneller als sie es beeinflussen kann, 8 $ geworden.
Wieso auch immer, dieses Gerät spielt mit ihr, was es will…

Sie drückt zwischendrin mal immer wieder einen Knopf, welchen, kann ich in der Hektik meines Herzschlages nicht feststellen.
Das Gerät hat sich offensichtlich auf eine Serie eingestellt und das bedeutet, Herzrasen!!!
Nach zwei Minuten steht ein Bestand von 18 $ auf der Anzeige und sie drückt, wie gut, so schnell es geht, den Button: „Auszahlung!“

Noch mit der Gewinnquittung das Geld aus dem versteckt liegenden Rückgabeautomaten holen…
Wir gehn mit 18 $ wieder raus!
…und tauschen alles sofort in Hüftgold um: zu „Shake Shack“ Burger und Fries essen!

Inzwischen regnet es… und wir kommen in Venedig an.

Die dunklen Wolken lassen die Gondoliere ihre Arbeit vergessen.

Für uns ergibt sich aus dieser Wetterlage ein besonders schönes Gemälde.

Regen kennen sie hier normalerweise nur an durchschnittlich fünf Tagen im Jahr und heute ist einer davon!

Also stellen wir uns im Bus unter, der uns vom Strip zur Freeman St bringt, dem zweiten Vergnügungsviertel oder besser -Straße.

Die ist wenigstens überdacht…
Und normalerweise soll hier ein grandioser Sternenhimmel unter diesem Dach aufleuchten. Aber heute nicht.

So beeindruckt mich, ich schaue mich um, nicht viel.
Die Musik ist laut, die Straße gleicht irgendwie, ich suche nach etwas…, vielleicht der Reeperbahn oder irgendeiner anderen „Dauerkirmes“.

Ich muss ans, die Amerikaner so begeisternde, Oktoberfest in München denken.
Ich kann so einer Szenerie aber einfach nichts abgewinnen.

Es sollen allerdings Menschen unter dem Dach herfliegen.

Ich geb mir wirklich Mühe, möchte diesen Trubel ja toll finden, kann aber diese Atmosphäre nicht mit meiner Stimmung in Verbindung bringen.

Auch eine Discoqueen versucht, allein auf einer Bühne tanzend, anheizend zu wirken. Ich komme nicht drauf!

Jetzt sehe ich die „Fliegenden“. Vier Menschen rasen bäuchlings, am Drahtseilsystem hängend, unter dem „Himmel“ die Straße entlang.

Das ist cool! Soll ich das auch machen? Ich bin zu knausrig und 45 $ dafür zu viel.
Hätte mir an einer der Bars vielleicht etwas Gleichgültigkeit antrinken müssen…

Aber so, beschließen wir zur Bushaltestelle zu gehen, die letzten Attraktionen auf dem Weg dorthin mitzunehmen und machen im wahrsten Sinne des Wortes die Biege zum Übernachtungsplatz zurück.

Las Vegas! – Entweder man liebt es oder hasst es…

Sonntag, 8./ Montag, 9. Mai 2016

Das Wetter ist fantastisch, der Swimmingpool lockt, wir wollen wieder etwas braun werden.

Das ist also Las Vegas – von der Liege am Pool aus gesehen:

Eine pulsierende, auf uns beide sehr unterschiedlich wirkende Stadt, sich unglaublich weit ausdehnend, die sich quasi als „Wüste“ mitten in eine riesige Wüste verirrt hat.
Nein, die von Menschen hier hinein gepflanzt oder besser, geklotzt worden ist.

Viel Geld wird hier umgeschichtet und bevor ich’s vergesse: eine Show jagt die andere: Lionel Richie, Céline Dion, Cirque du Soleil, Love – die Geschichte der Beatles für 300 $. Nein, danke!

Wir hatten für Las Vegas eigentlich 3 Tage geplant, nun haben wir nach einem genug (gesehen).

Indeed, the pool is the better place for the next 2 days.

Ein Gedanke zu “Burger and Games…

  1. Hallo ihr Beiden, interessanter Artikel. Viele sagen ja auch Las Vegas muss man einfach mal in seinem Leben gesehen haben. Bin aber auch nicht so ein Freund davon, zu viel Trubel, alles so unecht. Liebe es eher ruhig 🙂 liebe Grüße Eva

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