ein bisschen Iowa, Illinois, Chicago, Indiana …

Samstag, 11. Juni 2016

Was machen wir wohl an diesem Samstagvormittag in Kalona, Iowa?
Genau, die Frau findet einen Quiltladen…
Das sind die FrauenversteherInnenläden, die uns immer wieder an die interessantesten Orte, in die schönsten Landschaften bringen und nicht zu vergessen, uns „Zeit schenken“, die sich letztendlich verkürzend auf unsere Reisedistanzen auswirkt, wenn ich mich währenddessen in einem Café niederlasse und zum Beispiel die Fußball EM über SaferSurf live sehen kann.

Citypark Campground, Kalona, Iowa ist dann unser preisgünstiger städtischer Übernachtungsplatz direkt am Freibad, dass heute, weil Samstag, richtig, richtig voll ist. Kein Platz zum Schwimmen. Das lassen wir lieber.

Ansonsten stehen wir ruhig und ungestört mit vielen amerikanischen Familien, die hier vereinzelt zunehmend betrunkener werdend, ihr freies Wochenende am Campfire verbringen.

Aber alle sind guter Laune und solange sie nicht ins Feuer fallen, so what…

Sonntag, 12. Juni 2016

Eigentlich ist es heute morgen ein wunderbares besonderes Baseball-Spiel!
Hier spielen die zukünftigen Profis…

Wenn es nicht gleichzeitig ein großes „Eltern/Kindercoachingmeeting“ wäre, dass ich mich nicht zu fotografieren traue.
Es erinnert mich so sehr an mein eigenes damaliges „wahnsinniges“ väterliches Engagement als „Zuschauer“ beim Fußballspiel einer meiner Söhne. (Ich bitte Dich noch heute um Entschuldigung, lieber Matze!)

Könnte stundenlang zuschauen. Wenn nicht diese „Mutter-Vater Kämpfe“ mit den eigenen Kindern wären…

Der sonntägliche Verkehr, fast ohne Trucks, könnte uns unmerklich nach Illinois gebracht haben, aber das große grüne Schild direkt hinter der Brücke über den Mississippi weist uns darauf hin, dass wir dem Land am Lake Michigan mit seiner Hauptstadt Chicago immer näher kommen.
Landschaftlich verändert sich erstmal gar nichts.

„Hickory Hollow RV Resort“ in LaSalle, Illinois, wo wir uns für heute einmieten, wirkt als eine versteckte Schönheit mit herrlichem Pool, in dem wir zum ersten Mal in unserem Leben mit fünfjährigen Drillingen zusammen baden.

Montag, 13. Juni 2016

Anders der „Hollywood Casino RV Park“ in Joliet, Illinois. Dass wir uns dort morgen früh im dazu gehörenden Hotel ein Frühstück als im Preis inbegriffen abholen können, macht diesen eigentlich nicht besonders attraktiven Platz „unvergesslich“ im negativen Sinn.

…dafür schmecken uns die Chicken Kebabs zum Dinner sehr gut!

…und das da oben gibt gleich wieder einen spitzenmäßigen Sonnenuntergang.

Dienstag, 14. Juni 2016

So „na ja“ wie unsere Einschätzung des RV Parks ausgefallen ist, so, aber höchstens so, ist das zu bezeichnen, was wir uns heute morgen als „Frühstück“ zusammenstellen können. Was soll’s.

Das Highlight des „Indiana Dune State Park“ in Indiana, jawohl richtig gelesen, sind also schon wieder ein Stück weiter östlich, raus aus Illinois im Staat Indiana, nehmen wir heute Nachmittag sehr gern in Besitz.

Ein Naturkleinod, auf dem wir für die nächsten drei Tage den letzten Platz ergattert haben, der die Tage vor dem nächsten Wochenende durchgängig frei ist. Er ist schließlich unsere Ausgangsbasis, Vero bekommt in Reiseplanung eine „Eins mit Sternchen“ für unseren Ausflug nach Chicago.

Das Schönste nach der Fahrt ist es Schwimmen zu gehen! Wenn dann auch noch der Strand mit anliegendem Michigan See auf dem Fahrrad innerhalb von 5 Minuten zu erreichen ist und die Sonne lockt, dann ist das wie ein Sechser mit Zusatzzahl im Lotto!

Wir lassen auf diesem ungewöhnlich gepflegten und ruhigen Platz zwei Tage lang unsere Seelen baumeln, so wie es uns dieser Camper empfiehlt…

Camping-Kino:
„Easy Rider“ mit Helm und Schleife düst jeden Abend ungefähr 40 Minuten mit seinem E-Roller um den Platz, bis die Batterie leer ist.

Und dann:

Donnerstag, 16. Juni 2016

Den müssen wir kriegen…
Der Zug der „South Shore Line“ geht um Punkt 09:00a vom gut 2 km entfernten Bahnhof „Dune Park Station“ Richtung Chicago. Der nächste fährt erst um 11:18a und das finden wir zu spät.
Es heißt für uns außergewöhnlich früh aufstehen, den Tagesrucksack packen, den Fahrrädern frische Luft in die Reifen geben und wirklich um halb neun los.

Der Weg verläuft wunderschön durch viel Wald über den kleinen Byway mit Fahrradweg.
…abgeschlossen, am Automaten Orientierung gesucht und dadurch gefunden, dass wir es einem Ami abgucken wie es geht und schon halten wir unsere Tickets, Hin- und Rückfahrt für 32 $, in der Hand.

Fünf Minuten später sitzen wir bequem in Fahrtrichtung des ausnahmsweise mit Elektromotor angeriebenen Zuges und ich kann eines der Gruppenspiele der Fußball-EM während der Fahrt genießen. Natürlich haben die hier Wifi…

Immerhin sind wir für die 80 km anderthalb Stunden unterwegs, überqueren dabei auch die Staatsgrenze nach Illinois und nähern uns vorörtlich, mehr und mehr Downtown Chicago. Wovon aber im Zug nicht viel zu merken ist, denn er ist inzwischen zur Metro mutiert.

Endstation „Millenium Station“. Pünktlich um halb elf entsteigen wir an der Südwestecke Randolph St – Michigan Ave der Erde und…

das Visitorcenter ist nicht mehr da, wo es uns im Reiseführer beschrieben wurde, aber, ich habe gezählt, nach fünfmaligem Fragen stehen wir im Untergeschoss von Macy’s, zwei Blocks weiter in die Randolph hinein (schnell noch ’ne passende „Chicago Cups“-Cap gekauft) vor dem Tresen und lassen uns die beste Bootstour zur Entdeckung Chicagos erklären.

Kein Zweifel, die Längste anderthalb Stunden, ist gleichzeitig die Teuerste, ist gleichzeitig die Beste. Die Empfehlung der Rangerin im Dune Acres State Park wird vom hiesigen Berater bestätigt.
Wollen wir so lange auf dem Wasser durch Chicago dümpeln?

Wir gehen zum Pier und bekommen dabei schon die ersten Eindrücke dieser „Skyscraper-City“, die uns als Menschen förmlich „erschlägt“.

Wer hat sich seit Beginn des letzten Jahrhunderts eigentlich diese Form des Bauens ausgedacht? Vielleicht erfahren wir was darüber während der Boattour, die wir nun doch für 1m gebucht haben.
Etwas Zeit um in die wuselige Stadt einzutauchen bleibt uns noch…

Die Kästen sind sowas von dicht nebeneinander gesetzt und gleichzeitig hoch, dass es uns fast den Atem verschlägt und bei diesem etwas regnerischem Wetter ein wenig unseres Atems als Wolken- oder Nebelfetzen an den oberen der Hochhäuser hängen bleibt.

Jetzt legt „First Lady“ zur Fahrt über den Chicago River ab. Unser Blickwinkel auf die Skyline wird zusehends „genickschädigender“.

Bei unserer Tour handelt sich nämlich um die „Chicago Architecture Foundation River Cruise“, die in Zusammenarbeit der Reederei und der Architecture Foundation von Chicago, durchgeführt wird und die uns wunderbare Einblicke in die Bedingungen der historischen Entwicklung von Downtown Chicago mit seinen faszinierenden Hochhäusern bietet.
Unter den höhenknappen Brücken hindurch bekommen wir Chicago Downtown aus unmittelbarer Perspektive einmalig wirkend, geboten.
Einer der Präsidentschaftskandidaten ist schon längst da…

Diese Verglasungen sind Kunstwerke…


Die Balkone sind Frischluft- und Aussichtsplattformen zugleich…

Unsere Volunteer(in) ist einfach genial. Sie erzählt mit einer solchen Glaubwürdigkeit von „Ihrer“ Stadt, dass es eine Freude ist, ihr an den Lippen zu hängen.

Wie sonst hätten wir gelernt, dass die Ufer des Chicago River per Gesetz die Öffentlichkeit „begehbar“ bleiben mussten und müssen oder wie man breiter in die Höhe bauen kann, als das Haus auf dem Boden tatsächlich in Anspruch nimmt.


Dass ein solches Gesetz die Pfiffigkeit der Bauherren von Hochhäusern herausfordert, lässt sich an manchen Überbauungen des Ufertrails und an der raffinierten Konstruktion der „überhängenden“ Skyscraper-Etagen erkennen.

Es ist unmöglich, alle Details ihres so authentischen Vortrages hier wieder zu geben.

Mit einem tiefen Gefühl für die wechselvolle Baugeschichte von Downtown Chicago legen wir nach anderthalb Stunden am Ende eines wunderbaren Ausflug wieder am Kai an.

Es war kein „dümpeln“, sondern bestens hellwach verbrachte Chicago-Zeit.

Ein Gang über die „Mag Mile“, wie die Magnificent Mile von den Wort-Abkürzungen liebenden Amerikanern genannt wird, sie meinen damit die North Michigan Avenue zwischen Oak Street und Chicago River, ist nach Vero’s Recherchen ein zweites „must“.

Es lohnt sich unbedingt, denn nicht nur die Geschäfte rücken uns mit ihrer riesigen Warenauswahl näher, sondern auch die Bedeutung dieser Stadt wird uns durch die vielen so „bunten“ Besucherinnen und Besucher aus aller Welt deutlich.

Wir sitzen über „Uniqlo“, dem japanischen Bekleidungsgiganten, im Starbucks Café in der „nur“ sechsten Etage und haben von hier einen herrlichen Blick über die Mag Mile.

Für den Millenium Park bleibt kaum Zeit, Gehry`’s Bühne bewundert,

und die „Bohne“ müssen wir unbedingt noch sehen…

Wir lieben Chicago und wollen irgendwann unbedingt noch mehr davon sehen.

We’ll see you again, Windy City…

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