…über den Unterschied zwischen Plan und Realität oder wie wichtig ist Plan B?

Mittwoch, den 6. Mai 2015

Ist unser WoMo vielleicht im Hamburger Hafen? NEIN!

Es geht nämlich alles nicht so wie geplant.
Aber der Reihe nach:

Unser x-ste Abschied von x-Freundinnen und Freunden, stellvertretend sei der herzliche von Biggi, Wolfgang und Max aus der Lüneburger Heide genannt („wenn ihr mal nicht wisst wohin, dann kommt einfach zu uns…“)

Im Übrigen ist es eine unfassbar schöne Erfahrung, von vielen Menschen auf eine solche intensive Art gemocht zu werden und ganz spontan als Rückhalt für eine Situation der eigenen befürchteten Ungewissheit zu wissen.

– Auf dem frühlingsverwöhnten Weg in die Heide leuchtet am späten Vormittag des 4. Mai eine Lampe am Armaturenbrett auf und lässt einen schrillen Ton erklingen, den ich noch nie wahrgenommen habe und der nichts Gutes verheißt.

Nach einem Anruf bei unserer Werkstatt weiß ich, dass ist der Bremsensensor!

Wieso der? Die Bremsen sind doch gerade alle samt und sonders erneuert worden.

Da ist irgendwas gründlich schief gelaufen. Jedenfalls stellt sich in der Werkstatt in Walsrode heraus, dass es nicht der angenommene, sondern der zweite und damit letzte Sensor (an der Hinterachse) war, der diese Meldung verursachte:

Mit anderen Worten -jetzt leuchtet nichts mehr auf, aber wir fahren ab sofort auch ohne Bremssensoren…

– O.k., mit Wolfgangs Hilfe machen wir das Auto „schiffsfein „, das heißt, blickleer, innen, außen und von oben und unten picobello sauber, sozusagen hygienisch rein (ohne Bakterien, Salmonellen oder Samen),

Wir müssen Fahrradträger und Leiter abbauen, eine Zwischenwand einbauen,

alle Lebensmittel müssen raus, nur noch ein Viertel Tankfüllung Diesel darf bleiben,  Toilette, Abwasser- und Frischwassertank werden geleert und ganz wichtig: in den Gasflaschen darf kein Gas mehr sein, das brennen wir mit einem Heizpüster weg.

Die kanadische Einfuhrbehörde soll ja nichts zu meckern haben.

Am Dienstag, den 5. Mai, abends sind wir so weit. Morgen früh soll der Wagen nur noch von außen gewaschen werden und dann nachmittags ab zum Schuppen 48 in den Hamburger Hafen.

– DENKSTE! Nachts verstärkt sich unser Eindruck, es riecht aus dem Kühlschrank, den ich noch am Tag sauber gemacht habe, heftig nach Ammoniak.
– Was sagt das Internet dazu? Nach 14 Jahren ist der Kühlschrank hinüber.
– Erst mal drüber schlafen und das nasenscheinliche Problem „positiv denkend“ zur Herausforderung umetikettieren.

Morgen früh geht’s weiter…

Nach intensiver Internetrecherche und Telefoniererei bekamen wir die Zusage von Fa. Robel den passenden Kühlschrank zu besorgen und schnellstens einzubauen.

Also unser WoMo  nach Emsbüren gefahren, in die Nähe von Lingen im tiefsten Emsland,

wo wir mit frischem Kaffee versorgt wurden und für einen Preis, wie Vero sagte, für den wir bei Roller eine ganze Küchenzeile hätten kaufen können, einen Kühlschrank eingebaut bekamen.

Zum Glück haben wir durch diese „Episode“ nur zwei vorgebuchte Hotelnächte in Hamburg verpasst, aber nicht das Schiff für’s Wohnmobil, das hat nämlich Verspätung und legt erst am 13.05. in Hamburg ab.

Inzwischen ist es Donnerstagabend, insgesamt liegen 550 km hinter uns. (Walsrode-Emsbüren-Harsefeld)
Weiß einer wo Harsefeld liegt?
Bis heute ich nicht – jetzt weiß ich jedenfalls, dass es dort einen schnuckeligen Campingplatz gibt, auf dem wir die letzte hotelzimmerverpasste Nacht vor Hamburg gut verbracht haben.
Es liegt übrigens zwischen Stade und Buxtehude.


Unser Auto steht im Hafen am Schuppen 48 am O’Swaldkai in Hamburg, ist mit Barcode und Zielkarte an der Windschutzscheibe ausgerüstet, vom „Checker“ der Reederei auf Schäden untersucht worden und endlich bereit zur Verschiffung mit der „Atlantic Compass“ nach Halifax (NS), Canada.

Der ICE fuhr uns um 17:06 am Freitag den 8. Mai nach Berlin, den Streikenden bei der Deutschen Bahn sei Dank. Denn unsere ursprüngliche Abfahrtszeit um kurz nach eins hätten wir bei der umfangreichen Vorbereitungsarbeit nicht geschafft.

Der Kaffee im Restaurant des ICE schmeckt immer noch nicht gut.

2 Gedanken zu “…über den Unterschied zwischen Plan und Realität oder wie wichtig ist Plan B?

  1. Mon dieu, Ihr Lieben, da habt Ihr ja noch ein paar nette Herausforderungen serviert bekommen, bevor Euer WoMo endgültig (morgen!!!) verschifft wird… aber offensichtlich ja alles wieder mit Bravour gemeistert! Tja, wenn einer eine Reise tut… Viel Glück und Spaß Euch beiden weiterhin und gute Reise! Annette und Udo

    • Hallo Annette und Udo,
      es war wohl alles ein bißchen viel, aber es wird jetzt, glaube ich, wieder besser.
      Im Moment überstehe ich grade eine Erkältung, die mich 2 Tage an mein Berliner Bett gefesselt hat. Der erste Brötchenholgang heute morgen zum Wiedererstarken ist gemacht!
      …und Vero kann ohne mich die Wolleläden erobern.
      Liebe Grüße
      Wir

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