How are you doing today?

Dienstag, den 26. Mai 2015

Es braust im Kopf und ist nicht eindeutig zu identifizieren:
das Geräusch der Motoren, die Klimaanlage, die unter dem Flugzeug und dankenswerterweise auch über die Tragflächen hinweg strömende Luft?

In 11.500 Metern Höhe wohl alles zusammen und dazu dieses leichte Vibrieren des eigenen Körpers, das als Resonanz vom Sitz in den Hintern übertragen wird.

Auf den Bildschirmen in der Lehne des Vordersitzes läuft der kostenlose Unterhaltungsfilm und entführt mich auf eine Sommerterrasse nach Griechenland. Der reale Himmel über uns ist blauer als der griechische im Film.

8:00 pm GELANDET!

Inzwischen ist es halb zehn Halifaxzeit (9:30 pm).
Wir haben unseren Bus, hier heißt er Airport-Express, am „Groundtransportation Booth“ bestellt (Ich werde ab sofort schonungslos mit meinen erweiterten Amerkanischkenntnissen kokettieren!) – und wenn er pünktlich kommt, werden wir gegen 4 Uhr morgens deutscher Zeit im Hotel ankommen.

Er ist pünktlich und rast fast geräuschlos wie ein Elektroauto den Motorway 118 entlang.
Es ist inzwischen dunkel und wir wollen nur noch ins Bett. Nach 40 Minuten werden wir vor der Haustür des „Four Points by Sheraton“ in der Hollisstreet freundlich von den mitfahrenden und uns für unser Vorhaben bewundernden US-amerikanischen Fahrgästen („Great!!!“) und dem Fahrer verabschiedet.
Das Restaurant hat seit 22 Uhr geschlossen und aus dem Kühlschrank in der Lobby etwas in der bereitstehenden Mikrowelle aufwärmen wollen wir auch nicht mehr, also gibt es nach der Inspektion des Zimmers, in den riesigen Betten liegend, die letzten Stücken Milka Alpenvollmilch und ein paar Gummibärchen aus der Gottschalkwerkstatt als Einschlafhilfe.

Mittwoch, den 27. Mai 2015

Real ist es 5:30 a.m., aber mit Vero’s Worten: „In Wirklichkeit ist es schon halb elf, lass uns mal aufstehen“, werde ich geweckt.

Wieso liege ich auf dieser Matratze eigentlich so gut, ich könnte immer weiter schlafen:
Es fühlt sich an wie in einem „Cumulusbett“, 160×200 cm weiße Wolken von unten und leichte Bettdecke von oben.

Erster Blick aus dem Fenster: Hotelfenster-Tristesse, ein Chinaimbiss, eine Sushibar, diesig und nach rechts an der gedachten Waterfront viel Nebel mit Schiffssignalen von irgendwo…

Die zimmereigene Kaffeemaschine produziert und unten in der Lobby wartet vor dem Spaziergang schon der nächste Kaffee auf uns.

Uns führt der erste Weg zum „Seaport Farmers‘ Market “ und zum „Canadian Museum of Immigration“ am Pier 21., die Luft ist unfassbar frisch und „lecker“. Das Meer liegt auf der Zunge und lässt sich mit der Nase riechen!

Wir haben Hunger…
Und wo lässt sich in Halifax am Besten frühstücken?

Du denkst an ein nettes kleines Cafe im Hafen und findest dich wieder mit heißem, fast italienischem Kaffee und frischem, mit Rührei, Tomate und anderen Leckereien belegtem Wrap auf der kleinen Empore…

eines Wolleladens in der Barrington Street .

Kleine runde Tische in postindustriellem Ambiente bieten eine außergewöhnliche Atmosphäre.

Ich traue mich, die nette Frau im Cafè zu fragen: „welche Antwort erwarten die Menschen für den Fall, dass ich immer gefragt werde: How are you doing today?“
…und ich bekomme nicht nur eine ausführliche Antwort, sondern neben einem zusätzlichen frischen Kaffee auch noch einen Zettel.

Ist doch der Hammer!

Und neue Socken gibts obendrauf!

Nach zwei Stunden gibt die Sonne ihre Zurückhaltung auf und zeigt dem Dunst, wer hier das Sagen hat…

Wir bereiten uns darauf vor, unser WoMo morgen ohne Probleme aus dem Hafen zu holen und dafür besuchen wir die abwickelnde Spedition. 150 kanadische Dollar auf den Tisch geblättert und schon halten wir den „Delivery Advice“ in den Händen.

Anschließend zum kanadischen Zoll: „Haben die wirklich schusssichere Westen an?“, fragt Vero ungläubig. Es ist so, weshalb auch immer.

Morgen früh um acht Uhr muss ich noch einmal beim Zoll erscheinen. Wenn kein Schmutz am WoMo ist, können wir unseren Robel abholen. Das wir keine Schusswaffen, keinen Alkohol, keine Lebensmittel und keine Fahrräder an Bord haben, glaubt uns die Zöllnerin ohne das Fahrzeug gesehen zu haben… Aber Erdklumpen könnten dazu führen, dass das Auto noch einmal gewaschen werden muss. Wir werden sehen…

Und hier Impressionen des Nachmittags:

How are you doing today?    We are doing very fine!

 

9 Gedanken zu “How are you doing today?

  1. Eigentlich wollte ich euch hier einen kleinen „nach oben zeigenden Daumen“ einfügen. Aber in eurem Tagebuch-Kommentar kriege ich das nicht hin. Darum versuche ich es mal mit einem westfälischen Ausdruck: Na, denn man tau! Chute Faat!

  2. Ach, das hört sich alles super an! Schöne erste Eindrücke😊👍🏻👍🏻👍🏻
    Ganz liebe Grüße aus der Bretagne. Bisous 😘❤️ Caro

  3. Hi Leute (Alfred, Theresa, Wolfgang, Biggi, Brigitte, Gerd, Anja und Dietrich)
    richtig gut, von Euch zu hören…
    Fühl‘ mich manchmal ganz schön weit weg 😪
    Da hilft dann zwar der Blick auf den See (später mehr), aber so’n Gruß von „überm Teich“: hat schon was!
    Liebe Grüße
    Reiner
    PS. Vero ist da mehr die Weltenbürgerin 😎

  4. Hallo Ihr Zwei,
    schön, dass Euer Abenteuer schonmal gut angefangen hat.
    Aber, dass an Eurem Womo jetzt ‚fish and chips‘ dransteht??
    Ist das in Canada Pflicht??
    Wir freuen uns auf Eure nächsten Nachrichten und wünschen Euch bis dahin ‚Alles Gute‘!
    We are here auch doing very fine, soweit.
    Bis dann demnächst!

    Anja und Dietrich

  5. Thank you so much for the information of the beginning of your adventure. We wish you all the
    best and are looking forward to your next news.
    Kind regards from old Germany
    Alfred and Theresa.

  6. Einfach nur Danke: danke dafür, dass Ihr Euch in der knappen Zeit die Euch am Anfang bleibt, uns an Euren Eindrücken teilhaben lasst. LG von Brigitte und mir.👍

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