Wir lieben draußen…

Rossport und mehr…

Montag, 13. bis Dienstag, 14. Juli 2015

Montag, mehrere Stunden regnet es unverhofft kanadische Bindfäden, wir haben keine Lust mehr weiterzufahren und finden nachmittags einen günstigen Platz auf einer unserviced Site im „Neys Lunch and Campground“ bei Jack Fish (das ist eine Ortschaft!).
Ich schreibe im Bett, weil mich die Eisenbahn geweckt hat und mir mal wieder zeigt, dass die Züge erstens auch nachts fahren, zweitens die Hupen auch nachts funktionieren und drittens ein einzelner Zug aus mindestens 1000 Waggons bestehen muss.

Jedenfalls höre ich das „dieselige“ Brummen und Vibrieren der Motoren und das ratternde Rauschen der Eisenräder auf den Schienen mindestens eine viertel Stunde lang, wohl auch wegen des lang anhaltenden Schalls in der freien Landschaft.

Wir sind froh, dass am nächsten Morgen wieder die Sonne scheint und uns die typische Farbkombination der kanadischen Wildlandschaft, satte Grüntöne der Wälder, intensives Blau des fast wolkenlosen Himmels,

die Ocker- und Brauntöne der die Straße freigebenden Felseinschnitte und die fast schwarzen Oberflächen der immer wieder auftauchenden, waldumrandeten Seen, begleiten.

Nach 60 Kilometern entspannter Fahrt, so mit 90 km/h auf dieser Traumstraße, dem Highway 17, immer weiter westlich Richtung Thunderbay, halten wir es vor lauter landschaftlicher Schönheit nicht mehr aus.

Weiterfahren kommt nicht in Frage und so stehen wir schon mittags um eins auf dem schönsten Platz (Nr.24) des herrlichen Provincialpark Rossport,

direkt dort, wo der Übergang zwischen dem Wasser des riesigen und als saukalt getesteten Lake Superior (mal wieder ein Super, weil wohl der größte Süßwassersee der Erde) und den glattgeschmirgelten Felsen dafür sorgt, dass es regelmäßig „gurgelt“.

Inzwischen ist es 10:00 pm, also bei euch in Deutschland 3 Uhr morgens, die Sonne ist vor einer halben Stunde untergegangen und das Campfire mit seinem Rauch hält die Mücken und die Black flies fern.

Vero arbeitet an der Route und klebt die verschiedenen Straßenkarten der USA so zusammen, dass wir unsere „Erlebnisplanroute“ „gemarkert“ mit allen 50 zusammenhängenden Staaten der USA auf einen Blick vor uns haben werden.

Mittwoch, den 15. bis Freitag , den 17. Juli 2015

Es ist klar, wir haben so gut geschlafen, dieser Platz strahlt eine so positive Energie aus und wir sind so glücklich, hier zu sein, dass wir uns noch bis Samstag hier Zeit geben werden.

Zum „Seelebaumelnlassen“, so haben wir es uns vorgenommen, gehört auch eine erste Wanderung auf einem dieser die „Parks“ in Canada und den USA auszeichnenden Trails,

Wir wandern auf dem „Casque Isles“ Trail, der uns wunderschöne Blicke auf die Wege gestattet, die sich das Wasser im Laufe unermesslich vieler Jahre gewählt hat.

Nach einer halben Stunde, so lang konnten wir diese rasante Fahrt des Wassers durch den Rainbow Fall begleiten, überqueren wir über eine Holzbrücke den immer noch dahinschießenden Fluss und steigen in einen Pfad der sich durch dichten Wald schlängelt, in eine unberührte, sich größtenteils selbst überlassene schattige und deshalb sehr kühle Welt ein.

Das einzige, das uns signalisiert, richtig zu gehen, sind vereinzelt aber zuverlässig wiederkehrende Markierungen.

„Und was ist, wenn jetzt ein Bär kommt?“
„Ach, es wird schon keiner kommen..“
„Ich glaube, jetzt hole ich doch mal unseren Bearbell aus der Tasche“
„Ist das nicht ein bisschen blöd?“
„Das können wir dann immer noch sagen, wenn kein Bär gekommen ist…“

Es kam keiner, aber blöd war es auch nicht.

Wir wollen uns immer wieder daran erinnern, wie sehr wir hier unser Leben genießen!

Inzwischen sitzen wir wieder auf den Felsen, spüren die Sonne auf unserer Haut, hören es gurgeln, die Vögel zwitschern und müssen es wohl oder übel aushalten, dass wir dieselbe Stelle schön finden wie sie.

Mir fällt nichts mehr ein außer: Augen zu, genießen und unbemerkt wegknacken!

…und dann kommt dieses unverschämte Hörnchen (A- oder B-Hörnchen weiß ich nicht), setzt sich auf meine hochgelegten Beine, fängt an, mich zu beknabbern und wundert sich dann auch noch, blitzschnell wegspringend, dass ich erschreckt aufwache!
Wer hat denn hier das Sagen?
Na, Vero natürlich.

Mit dem Sonnenuntergang wird´s heute nichts.

Have good dreams!

2 Gedanken zu “Wir lieben draußen…

  1. Ich warte immer gespannt auf Eure Berichte und auf die phantastischen Fotos. Weiter so und geniesst die Zeit in Kanada/USA.
    Tschüss
    Irmgard

    • Liebe Irmgard,
      wie schön von Dir zu hören. Wir hoffen Du genießt den Sommer auch in Uffeln, es scheint ja bei Euch auch so heiß zu sein wie hier, 30-34 Grad.
      Ganz liebe Grüße aus South Dakota von Reiner und mir.

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