Fast im Zentrum der Macht

Sonntag, 11. – Montag, 12. Oktober 2015

Wir fühlen uns für Washington DC, unsere nächste größere Stadt, gut vorbereitet.
Vero hat sich bei der Platzsuche daran orientiert, wie wir am besten in die Stadt hineinkommen und das bedeutet, unsere nächste Bleibe ist der Greenbelt State Park, im Norden von Washington DC.

Wir stehen für 16 $ die Nacht auf einem herrlichen Flecken, allerdings ohne Landstrom. Aber unsere Solarzellen werden das Ding für uns schon schaukeln… Haben wir gedacht.

Den Sonntag nutzen wir gern, uns im weiträumigen und verwegenen Park einzufinden und uns zu gewöhnen.

Die Sites liegen sehr angenehm in der Sonne, es herrschen erquickende 20° und das Campfire lässt am Abend nicht lange auf sich warten.

Am nächsten Morgen…

Es „klappt“ gut, wir nehmen unsere Klappräder, fahren und schieben bergauf und -runter durch Park und Hwy ca. 4 km bis zur nächsten Metrostation, haben wir in New York schon alles geübt und lassen uns von den Bediensteten der Metro erklären, wie das System hier so funktioniert.

Es gibt Metro-Smartcards, die wir an Automaten, wenn nötig nachladen können und deren $-Wert wir immer erkennen können, wenn wir uns an der „Schranke“, nach Verlassen der Metro, ausloggen. Für die Nutzung dieses Systems werden wir mit einem Discount von 1 $ pro Fahrt belohnt.

Nach einer halben Stunde kommen wir mitten in der „Geschichte“ Washingtons an:

Sind wir gespannt, Rolltreppe rauf, was zeigt der erste Blick?
So weit das Auge reicht, römisch und griechisch anmutende Gebäude.

Fragt mich nicht, wie die alle heißen…
Wow, eine sehr gewöhnungsbedürftige Atmosphäre, die das bestätigt, was wir über diese Stadt gelesen haben:
Sie wurde als Hauptstadt geplant und auch so gebaut.
– Sie soll was her machen, das tut sie wirklich.
– Sie soll beeindrucken. Ok, kann man so sehen.
Aber wir bedauern es etwas, dass wir vorher schon in New York gewesen sind.

Jetzt erscheint uns Washington DC auf den ersten Blick zumindest eher als etwas blutleere, hochgezüchtete Diva,

die zweifelsohne die Macht, die in ihr regiert, repräsentiert und die Pracht ausstrahlt, die dieser Macht zusteht.
…mal so gesagt.

Vero bittet mich, bevor ich mich meinungsmäßig festlege um noch etwas Geduld und führt mich zur National Mall, dieser, wenn nicht gerade gebaut wird, grandiosen „Parkstraße“ zwischen Capitol und National Monument.

Washington hat wirklich Pech bei uns:
Die eigentlich herrlich weiße Kuppel des Capitol, auf dem erhabenen Capitolhill gelegen, ist komplett eingerüstet

und wirkt wie eine graue Restmülltonne, die National Mall, eine meilenlange ausgedehnte, elegante, zu großen Teilen eine einzige rostrote eingezäunte nackte Baustelle.

Keine gepflegten Rasenflächen, Bauzäune und Maschinen so weit das Auge reicht…

Verständlicherweise sind wir beide schon nicht mehr ganz so begeistert.

Heute ist „Columbus Day“, viele Besucher sind unterwegs, hier brummt der Laden.

Keine Lust in herrlicher Sonne bei strahlend blauem Himmel die eigentlich unverzichtbaren Museen zu erobern. Also, Smithsonian National Museum of Natural History rechts und Smithsonion National Air and Space Museum links liegen gelassen,

den Skulpturengarten kurz gestreift

und dann

dem wirklich beeindruckenden National Monument, dem Obelisken auf dem Weg zum Weißen Haus unsere ganze Aufmerksamkeit geschenkt.

 

Unser Glück ist die Sonne!

Schon von weitem erkennen wir den Weg zum „White House“.

Als Orientierung dient die vor dem Zaun stehende große Menschenmenge.

Lauter kleine Schröders, nur dass sie sich mit Fotos begnügen und nicht alle am Zaun ruckeln und rufen „Ich will hier rein!“ …und ich trau mich auch nicht, aber dahin wollen wir schon….

Wir umrunden das Zentrum der offiziellen Macht im erlaubten Mindestabstand. Wir fotografieren fremde Paare und sie uns.

Hab‘ noch zu Vero gesagt, dass ich morgen an Barack eine Email absenden werde mit der Empfehlung, sich 2017 ein Motorhome anzuschaffen, dann lernt er zum ersten Mal seit Jahren mal wieder nette Landsleute kennen und könnte sich super entspannen!

Eigentlich sollte der Beitrag hier schon zu Ende sein. Aber so:

Wir sitzen zwar in der richtigen Linie (Green; Richtung Endstation Greenbelt) wissen beide auf der Rückfahrt aber nicht mehr, an welcher Metrostation wir aussteigen müssen und sind prompt, wie wir danach richtigerweise annehmen, zu früh ausgestiegen.
Sehen dann während der Weiterfahrt unsere Fahrräder vom Zug aus und prompt ist die Erinnerung an unsere Endstation „College Park“ wieder da. Alles halb so schlimm, wenn es nicht schon 7 pm wäre. Stockdunkel und kein Licht an den Rädern. Mit LED’s in den Handys geht alles klar, um viertel vor acht hat Vero mit ihrem Roten an meine Dose „Miller Lite“ angestoßen!

…again a „Happy Hour“!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s