reich beschenkt…

Sonntag, 28. – Dienstag, 30. August

Ich schwindel nicht mehr.
Es hat ein paar Tage gedauert und hat uns Zeit gegeben…
Liebe Britta, Dein Feedback hat mir geholfen, weil es die Unsicherheit über „was habe ich eigentlich?“ kleiner gemacht hat.
Gleichzeitig konnte ich die Qualität meiner Übungen durch die klare Diagnose und die Empfehlungen im Krankenhaus in Matane so verbessern, dass ich mich jetzt von der Wackelei selbst befreit habe.

Es herbstet…
Unsere Fahrt geht nun auf dem schlanksten Weg über die R132 nach Osten über Amqui, Quebec und dem dort gelegenen Camping Amqui Municipal.
Z
war mit Mistwetter, weil Regen bei warmen Temperaturen, trotzdem aber mit Boule-Praxis auf dem campgroundeigenen Petanquecourt.

Dann folgt schon der Blue Heron Town Park, Charlo, New Brunswick, am östlichen Ende der Gaspesie oder besser am südlichen Ufer des hier noch jungfräulichen Gulf of Saint Lawrence.
Es breitet sich vor uns ein schön angelegter riesiger Rasenplatz mit großzügigen Sites aus.

Ich behaupte:
Unser fantastisches, fast selbstzündende firewood, dass, als es die pechschwarze, jedoch warme Nacht als einziges Licht erhellt, einen kanadischen Camper aus Ontario (original kommt er aus der Schweiz und freut sich darüber, mit mir im Gespräch sein über die Jahrzehnte vergessenes Deutsch wieder auf Vordermann zu bringen) dazu veranlasst, mich zu einem Bier einzuladen und sich zu mir zu setzen.
Er durchquert sein jetziges „Heimat“-Land, in dem er seit den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts lebt, innerhalb von drei Wochen und erzählt mir davon, dass er mit 19 „rübermachte“ und dann lange kein Geld übrig hatte, um seine Familie in der Schweiz zu besuchen. Heute leben seine erwachsenen Kinder in Alberta und British Columbia.
Sowas kann firewood!

Am nächsten Morgen lassen wir den Highway 11 rechts, also südlich, liegen und nutzen die Backroad, den Hwy 134 direkt am Ufer des inzwischen unüberschaubar bräsig daliegenden Gulf of Saint Lawrence, so weit es möglich ist.  Diesen kleinen, eigentlich gar nicht vorhandenen Lobsterhafen am Gulf entdecken wir nur deshalb, weil unsere Mägen knurren, wie wir uns gegenseitig kundtun.

Frühstückspause mit jeder Menge „reiherkotverzierten“ Felsen, sind aber weit genug weg um nicht mehr zu riechen.

Es ist kaum vorstellbar und wunderschön anzusehen, wie ruhig diese Schiffe daliegen und diese Vögel zielgenau und professionell einfliegen…

Dienstag, 30. August – Montag, 05. September 2016

Weshalb wir in Murraywood Campground, Petit Rocher, New Brunswick, Canada gelandet sind, können wir nur damit erklären, dass wir keine Lust mehr haben weiterzufahren und dass Vero, die immer die Anmeldungen im Office erledigt, von der Frau dort aufgefordert wird, wir könnten ja mal über den ganzen Campground fahren, um uns die für die nächsten Tage freien Plätze in Ruhe anzuschauen.

Wenn uns der #138 gefällt, können wir ihn bis Samstagmorgen haben, müssen für’s anschließende Wochenende allerdings wechseln…
Keine Frage, wir wissen, weshalb dieser Platz normalerweise immer besetzt ist.
Wir bleiben hier und werden dann wechseln…
Es ist nur das Wasser zwischen dem Himmel und uns.
Die einzigen, die uns den Blick in die Ferne unwesentlich streitig machen, sind Studentinnen und Studenten der Universität Fredericton, angehende GeologInnen, die die Gesteine am Ufer daraufhin untersuchen, welche längerfristigen Lage- und stofflichen Veränderungen wohl festzustellen und zu dokumentieren sind.

Jetzt gibt es nicht mehr viel zu sagen, erstmal jedenfalls nicht:

Bis zu dem Zeitpunkt, wo Ivan mich in ein herzerfrischendes Frage- und Antwortspiel intensiver Art über ihr, Louise und sein und unser, Vero und mein Hin- und Her im Leben verwickelt. Sehr ungewöhnlich, so ein intensives Gespräch unter Fremden!

Nicht lange danach fasziniert mich ein neues Spiel, das sehr gut in meine Lieblingsbewegungsabläufe hineinpasst und mit dem Gerard und Ivan auf sich aufmerksam machen. Es ist sowas von einfach. Ich bin dabei…
Morgen mittag gibt es sogar ein Tournament: Washer! ist hier sehr angesagt.

Die „Mädels und Jungs“ sind alle heiß darauf, die Washer (Unterlegscheiben) in die Boxes zu werfen, wenn möglich, sogar in die Pipe. In die Box bedeutet dann 2 Punkte, wenn der Gegner seine Scheibe nicht ebenfalls in die Box trifft. Das hieße „canceled„. Einen Punkt gibt es für…, ach, das führt jetzt zu weit…

Zum Schluss kommt dabei heraus, dass meine mir zugeloste Partnerin und ich sensationell den hart umkämpften dritten Platz belegen und bekommen jede(r) $ 5 Preisgeld. (Darüberhinaus gewinne ich einen door prize „Losgewinn“ $ 10,00)

Horseshoe, Pickleball, Shuffleboard, Washer, Bocceball, Cornwhole… Habe schon so viel neue Spiele und dabei Menschen kennengelernt!
Es gefällt mir: jung und alt kommen je nach Region zu einem dieser Spiele zusammen, organisieren in jedem Fall damit locker ihre Freizeit und bewegen sich weg von Fernseher, Sofa und Chips.

Freitagabend oder besser -nacht, jede Woche wird das Schnittgut der Sträucher und Bäume als „Osterfeuer“ öffentlich am Rand des Campgrounds verbrannt. Ein riesiges Spektakel…

Weil’s so schön ist:
Diese und die weiteren Erlebnisse gibt es immer dann, wenn wir mit anderen Menschen zusammentreffen,  die auch wie wir, für einen längeren Zeitraum auf einem Platz bleiben.

Es gibt für uns, richtig gelesen, alles geschenkt! gebackene Apfelringe mit geschälten Apfelstücken und selbst gemachtes Apfelmus (alles vom Baum auf dem Campground geschüttelt), frisches, selbst gesätes und geerntes Gartengemüse.
Gegrillte Lachsspieße mit Bacon ummantelt und last but not least, eine Portion Jacobsmuscheln (scallops), die wir selbst in der Pfanne braten und bevor wir’s vergessen, ein selbst gebackenes Brot mit Rosmarin und Thymian, dass die Schwester von Ivan kurz vor ihrer Abfahrt zu ihrem Bruder auf diesen Campground noch für uns gebacken hat…

Das hier ist mein eigenes Washergame! Es liegt am Morgen vor unserem Auto. Gerard hatte es übrig und mir für zuhause geschenkt. Das heißt, demnächst gibt es Washer in Europa…

Von den Stickern mit Canada- und New Brunswickflag von Chico (Michel) für die Cap oder den Pullover gar nicht zu reden.

Fall is coming…

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