Charleston… what should we say about that?

28. – 3. Oktober

Noch nicht ganz an unserem nächsten Ziel angekommen:

Oak Plantation RV Park, Johns Island, South Carolina

Das TomTom an der Windschutzscheibe zeigt an, dass uns der vierspurige busy Highway 17 immer dichter ranführt oder sollten die GPS Daten der Allstays App, die wir als Zielkoordinaten in unser Navi für diesen Platz eingegeben haben, mal wieder nur so ungefähr die tatsächliche Position anzeigen?

Du kannst mich echt hier absetzen und ich wüsste nicht mehr, wo Norden/Süden oder Osten/Westen ist. Es geht nämlich einfach immer nur geradeaus. Die Fahrzeugschlange, deren Bestandteil wir eben noch gewesen sind, hat uns inzwischen allein gelassen und ringsherum ist es auch auch nur noch platt ohne Ende.

Christliche Tankstelle? Irgendjemand scheint nicht so recht davon überzeugt zu sein, dass auch ein kleineres Kreuz als Kennzeichen, ja für was eigentlich, ausgereicht hätte.

War hier in South Carolina nicht mal was mit Klu-Klux-Klan?

Verdammt weiß diese Kirche…

Quadratisch, praktisch, gut… um es mit Ritter-Sport zu sagen, so würden wir diesen großen Campground vor den Toren der Stadt bezeichnen.

Hätte da nicht jemand direkt vor unseren Augen sein SUV, hier im Netz auch manchmal „Stupid Unuseful Vehicle“ bezeichnet, von der einfachst angelegten Straßenanordnung abgebracht. Wirklich ohne sichtbare äußere Einwirkung!

Charleston, am 31. Oktober

Wir fahren ausnahmsweise gegen alle unsere bisherigen Gepflogenheiten gegen 11:00 am mit unserem „Platzspar-Wohnzimmer“ in die Stadt.

Auf Empfehlung der Mitarbeiter des Campground-Office ist unser Ziel das Visitor-Center mitten in Historic Downtown. Dort soll es einen großen Parkplatz geben. Wie sich dann aber in der Realität herausstellt, allerdings nicht für uns. Der Schrankenwärter daselbst nimmt seinen Job sehr, sehr ernst und verweist uns… in ein Parkhaus. Wie soll ich dem denn in der in mir aufkeimenden Hektik auf englisch erklären, dass wir dafür doch bestimmt zu hoch sind:

Es zeigt sich, wir sind mit Hinweisen versehen, wo wir hin müssen, dass das Parkhaus in Charleston/USA nicht mit dem Parkhaus/irgendwo in Deutschland zu vergleichen ist: in die untere Etage passen echt auch ganze Busse rein… und dann wird noch unterschieden zwischen „extra long RV“ und „RV“.
Ich falle immer wieder darauf herein, Voraussetzungen schon dann zum Problem zu erklären und mein Herz auf Höchstpumprekord hin zu testen, bevor ich konkret weiß, ob es überhaupt eins sein wird!

Im Übrigen wird uns erst vor diesem 5-teiligen Porträt der Küstenlandschaft rings um Charleston deutlich, wie untrennbar diese Stadt mit den umliegenden Flussmündungen und dazugehörenden Halb-/ Inseln verknüpft ist.

Mit welcher Aufmerksamkeit uns diese Stadt begegnet wird daran deutlich, dass sich 5 (in Worten fünf!) kostenlose Buslinien darum kümmern, uns in kurzen Abständen kreuz und quer durch Historic Downtown zu fahren. Jede 10-15 Minuten können wir in eine andere Richtung fahren, um schließlich einen möglichst umfassenden Eindruck von einer der schönsten und ältesten Städte der Ostküste zu bekommen.

Vom Aquarium an der Waterfront fällt unser Blick quasi automatisch auf eine dieser immer wieder uns begegnenden beeindruckenden Brückenbauwerke in blauer Umgebung.

Aber dann: Wir sind immer noch auf der Suche nach einer Formulierung dafür, wie uns diese Stadt gefällt?

Wir haben unsere Fotos rauf und runter gescrollt, haben aber weder zu ihnen noch zu dieser Stadt eine nähere Beziehung aufbauen können. Möglicherweise sind wir Opfer unserer Savannah-Sehnsucht geworden, denn immer wieder taucht bei uns der Vergleich mit Savannah, Georgia auf und dabei geht es uns ähnlich wie mit unserem Vergleich von Sevilla, Cordoba und Granada. Charleston hat in dieser Reihenfolge keine Chance.

Sind wir verwöhnt!?

Charleston ist bestimmt eine der auffälligsten und historisch wertvollsten Städte Nordamerikas.

Die Bebauung der Historic Downtown hinterlässt in jedem Fall „nachdenklich nickende Besucher“, lässt uns aber gleichzeitig auch fragen, wo findet hier eigentlich das Leben statt? Möglicherweise hängt es damit zusammen, dass wir eben nur in Historic Downtown gewesen sind, ja genau, das könnte es gewesen sein:

Wir waren im riesigen „Museumsviertel“.

Bevor wir jetzt weiterfahren, verdient dieses Zerimoniell Beachtung:
Vero greift jeden Morgen tief in den Motorraum, um millimetergenau den Stecker auf einer der beiden Kühlsystem-Sensoren zu platzieren.
Ihr Einsatz sorgt für die Temperaturmeldung der Kühlflüssigkeit! Und das bei laufender Maschine… We’re a great team!

01. November     Whispering Pine RV Park, Rincon, Georgia

Whispering Pines… das ist eine unserer Lieblingssites, direkt am See, in Ruhe, ungestört…
Es wird immer deutlicher, dass unsere jetzige Reise in der (Nach-)Folge unseres Amerikaaufenthaltes 2015/16 einen anderen Charakter hat.

Die Einmaligkeit empfinden wir, was die Ostküste anbetrifft, ist vorüber. Viele Dinge haben wir schon gesehen, kommen uns bekannt und wie gestern vor. Als wenn wir nicht weg gewesen wären.
Dazu kommt eine gewisse Müdigkeit oder, wie soll ich sagen: Abenteuerlähmung?

Wir sehnen uns und erlauben uns dieser Sehnsucht entsprechend das Leben in Einfachheit, Liebe, Wärme, Genuss, Unaufgeregtheit und langer Weile, quiltend, lesend, Boule spielend und wenn es geht, mit unseren Lieben telefonierend.

02. November  Golden Isles RV Park, Brunswick, Georgia

Wir sind inzwischen in Georgia unterwegs, haben noch jede Menge, mehr als eine Woche, Zeit bis zum Bouleturnier in Fernandina Beach auf Amelia Island in Florida.
Luftlinie sind es ungefähr noch 150 Kilometer.
Spanish moss begleitet uns als eines der wesentlichen Pflanzen der südlichen Ostküste. Es macht aus jeder Straße, die es in den Bäumen überspannt, ein höhlenähnliches Gebilde und gibt uns ein schönes Gefühl einer Behausung.

Unaufgeregte Gegend mit vielen farbigen BewohnerInnen, deren Lebensstil uns aus dieser „vorbeifahrenden“ Distanz als eher unterprivelegiert erscheint. Für uns ist jedenfalls auffallend, dass wir keine Gewohnheit im Umgang mit ihnen haben: Es fehlt uns ganz offensichtlich die Erfahrung der alltäglichen Begegnung, um auf den ersten Blick ablesen zu können, sympatisch, Angst machend, freundlich, gefährlich? Wir bleiben distanziert. Ist zwar nicht so angenehm, aber so ist es nun mal.

After a lazy, sunny day in November…

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