Nein, wir kaufen kein Haus in Florida…

…wir sind nur zur Zeit knallbunt „drauf“

Zur Information:
Die Tage zwischen dem 27. – 29. Januar sind für den St. Joseph Peninsula State Park, FL geplant.

Schon wieder, weil’s so bunt daher kommt, schlendern wir noch ein wenig zwecks sightseeing durch’s nächste Örtchen:
Carrabelle FL
Es träumt und gähnt so links und rechts des Hwy 98, der den Ort in zwei Teile schneidet, vor sich hin. Im örtlichen Hardwarestore finde ich für den neuen Glanz meiner Boulekugeln feinstes Schmirgelpapier, dass sich im Google Translator als Sandpaper, logisch oder? liest.

Der Scenic Hwy 98 zieht sich, an diesem Küstenabschnitt wunderschön ruhig zu fahren, fast immer in Sichtweite des süchtig machenden Golfstrandes, von Ost nach West.
Dabei kommt in Apalachicola zwischendrin dieses Café an uns vorbei, „wir können nicht überall rein…“ für unser Frühstück leider zu spät, haben wir schon onboard gehabt.
Obwohl, es sieht von außen so herrlich gemütlich nach leckerem, frischem Kaffee aus…

Wir bleiben standhaft und fahren weiter.
Zur Entschädigung und eine halbe Stunde weiter westlich decken wir uns für heute Abend mit Shrimps aus dem Gulf  ein.

Am frühen Nachmittag erreichen wir sehr entspannt die St. Joseph Peninsula. Der Beach im ersten, also östlichen Teil der Halbinsel macht einen fast „ausverkauften Eindruck“, aber nicht im Sinne von SALE, sondern im Sinne von wow!, Häuschen an Häuschen mit Grundstücken in völlig privilegierter Strandlage:
Eines schöner, stilvoller und prächtiger als das Andere…

Der St. Joseph State Park erstreckt sich am westlichen Ende dieser mehr als 20 Meilen langen „Handtuch“-Insel.
Wir suchen uns die für unseren Geschmack schönste Site aus, richten uns auf #20 der Loop mit dem wohlklingenden Namen „Gulfbreeze“ ein.
Palmen, Pinien und Kiefern bilden die natürliche Umrahmung unseres „Wohnzimmers“. Firepit und Picnictable sind bei diesem Wetter eher Accessoires der Möglichkeiten bei trockenem Wetter. Shit happens.

Nur zwei Minuten fußläufig entfernt Richtung Süden erstreckt sich hinter einer ausgewachsenen Dünenkette der über einen boardwalk erreichbare Strand oder eher der Puderzuckerglasurstreifen vor dem unendlichen Meer Richtung Panama

Wir nutzen die Regenpause für einen walk on the beach. Was heißt hier Regenpause?.

Die Gelegenheit, frischen Wind um die Ohren zu haben, macht Gedanken:
Seit dem 10. November 2017, unerwarteterweise bis jetzt, Ende Januar 2018, treiben wir uns an den Küsten Floridas herum. Unser Reiseradius beträgt seit fast drei Monaten nicht mehr als 150 Kilometer alle paar Tage oder Wochen.
Das wäre uns vor Beginn unserer diesmaligen Nordamerika-Reise auch nicht eingefallen, zumal wir in 12 Monaten mit Montana, Oregon und Washington State, USA und British Columbia und Alberta/ Canada insgesamt bestimmt 30.000 Kilometer in den Blick genommen haben. Wer weiß!

Insbesondere wegen des sich in den östlichen und mittleren Staaten der USA außergewöhnlicherweise bis Florida ausdehnenden kalten Winterwetters müssen wir die Fortsetzung unserer Reise nach Westen ein wenig auf „später“ verschieben oder werden Teile unseres Planes eventuell einfach vergessen.

Wo ist das Problem?

Welche wunderbaren neuen Gegenden mit für uns im Traum nicht vorstellbarer Natur konnten wir wegen dieser vermeintlich negativen Voraussetzungen trotzdem oder gerade deshalb machen!

Es sieht heute schon ganz anders aus, die Chance mit den Fahrrädern durch den State Park zu cruisen

Die Gedanken bleiben: Lebewesen, Pflanzenarten, auch Bäume, von denen wir nur in weit zurück liegenden Kinderbüchern gehört und geträumt, sie aber noch nie in der Realität gesehen haben.

Die saftigsten Sonnenstunden ohne Ende. Prachtvolles, die Unterschiede zwischen Winter- und Sommerwetter negierendes Himmelslicht in Intensivfarben, das wir so vorher noch nicht gesehen haben.

Weshalb fällt mir das gerade jetzt ein?

Weil es seit Mitternacht bis heute vormittag ununterbrochen geregnet hat und das auch noch den ganzen Tag weiter gehen soll… sagt jedenfalls der Wetterbericht. Auch morgen bleibt es zumindest noch bewölkt, prophezeien sie, deren mit 14 tägiger Weitsicht ausgestatteter meteorologischer Prognose wir viel zu spät Beachtung geschenkt haben.

Wie gut, dass Meteorologen auch nur Menschen sind, die Satellitenbilder interpretieren, so gut sie können…
Was vorhergesagt wird, ist eben nicht von vorn herein unangenehm, blöd oder gar scheiße, sondern wir nehmen es so wie es kommt und wollen es auch nicht mehr anders haben.

Spätabends – wir sind im Moment wieder im Wohnzimmer, haben zwischendurch das Auto von außen getrocknet, innen ausgefegt, die Bohnen für’s Dinner auf dem Gaskocher zum Garen gebracht und gehen wieder gemütlich unseren „Schlechtwetter-Ausruhbeschäftigungen“ nach.

Es kommt immer noch nichts von oben!

Und wenn schon in dieser schwarzen Nacht nichts zu sehen ist, dann wenigstens was zu hören:

Wie spät ist es jetzt eigentlich? Die verschiedenen Smartphones und IPads schwanken zwischen 10:24 pm und 11:24 pm. Wir befinden uns demnach genau auf der Grenze zur nächsten Timeline Richtung Westen. Je nachdem wo wir uns hin- und her bewegen, spielen die Uhren verrückt!
Wie entscheiden uns für 10:24 pm und lassen uns die zusätzliche Stunde für Morgen, wenn wir gen Westen weiterfahren.

PS. Ich lese ein „vergessenes“ Buch, weiß leider nicht mehr, von wem ich es bekommen habe und bin davon fasziniert: Markus Zusak „Die Bücherdiebin“. (Auf jeden Fall noch mal, an wen auch immer, vielen Dank dafür…)

PPS. Es führt mich tief hinein in meine „nach Ostern darfst du eine kurze Hose anziehen“-Kindheit mit Faconschnitt von Friseur Sahrhage, den meist zum falschen Zeitpunkt gefühlten Umarmungen und manchen Gürtel- und Handschlägen meiner beiden Eltern-teile, dazu vielen zusammengeklappten Salz-, Zucker- oder Senf-butterbroten, aus dem Schlafzimmerfenster im ersten Stock geworfen, meistens aufgefangen…

PPPS. aus o.g. Buch: Seite 399 (nach Duden, Bedeutungswörterbuch, 2.Eintrag)
verzeihen: ein Unrecht, eine Kränkung o.ä. nicht zum Anlass für eine heftige Reaktion, eine Vergeltungsmaßnahme nehmen, sondern mit Nachsicht und Großzügigkeit reagieren.
Synonyme: entschuldigen, nachsehen, vergeben

Wieviel und was erlaube ich mir heute alles ohne (oder meistens ohne) schlechtes Gewissen.
Wie groß-un-artig!

30. Januar – 01. Februar 2018     Grayton Beach State Park, FL

Spruch des Tages? „Globale Wachsamkeit, Reichweite und Macht, für Amerika…“

Für uns viel wichtiger: unser vorbereiteter Besuch in Santa Rosa Beach/ Seaside FL

Wahrscheinlich gibt es diesen Ort nicht in Wirklichkeit, wie Bielefeld– oder es gäbe ihn so jedenfalls nicht ohne die hier gedrehten Aufnahmen für den Film „Die Truman-Show“ aus 1998.
Wir sehen eine überwiegend weiß getünchte, statische, genormte, geplante, professionell beworbene und großkotzig an den Strand geworfene kleine Ortschaft, die ohne seine Berühmtheit durch die Aufnahmen für den obigen Film mit dem Inhalt, Truman ist seit seiner Geburt ohne es zu wissen, lange Zeit seines Lebens der Hauptakteur einer Fernsehserie, anders aussähe.

Achtung: Es gibt aber, Film hin oder her – direkt am Strand hinter der Düne – einen realen Petanquecourt mit zugehörigem Club – er spielt jeden Nachmittag ab 2:30 pm.

Es hat viel Spaß gemacht zwei Tage lang mit Euch zu spielen – besonders die Cross-Petanque Variante…

Freitag, 2. Februar 2018
Navi-Ziel einstellen – Abfahrts-Check machen – GerManni guten Morgen sagen – sind auf dem Weg nach Destin FL

Wir haben eine Verabredung:
Über WhatsApp geplant treffen wir Kati und Gerd aus Münster auf die Minute genau bei TJ’s fabrics, einem faszinierenden Quiltshop, wieder.
Einverstanden, gehen wir gemeinsam zu „Crab-Trap“, fast um die Ecke.

Lunchtime: Wir bestellen vier mal das Lunch-special:
Fried Domestic Bay Shrimp – served with french fries and coleslaw
Echt lecker und als Zwischenmahlzeit, mit viel Erzählen als Hauptgang, während der gesamten Zeit und auch noch nach dem Essen, genau das Richtige…

Wo werden wir uns wieder sehen?

Bye! buntes Florida, tomorrow we’ll go to Alabama…

4 Gedanken zu “Nein, wir kaufen kein Haus in Florida…

  1. Hey lieber Alfred, wenn wir unsere erste Reise nach N-America, unsere Spanienaufenthalte und die schon jetzt wieder hier verbrachten sieben Monate addieren, dann leben wir schon seit Mitte Januar 2015, unterbrochen von den Verschiffungszeiten unseres RV, schon seit drei Jahren im Wohnmobil, davon (*kopfschütteln) zwei Jahre in USA und Canada.
    Wenn Du mir das vor fünf Jahren geweissagt hättest, hätte ich gesagt: Träum weiter…
    Ganz liebe Grüße
    Vero & ich

  2. Hallo ihr beiden, viele Grüße aus der Berliner Str. 10 und herzlichen Glückwunsch nachträglich für Reiner, wünschen die „alten“ Kollegen von Maßarbeit. Viel Spaß, Glück und Gesundheit für eure Reise, Gruß Marion

    • Liebe „alte“ Kolleginnen und Kollegen, liebe Marion,
      wir freuen uns sehr über Eure Grüße und ich mich tierisch über Euer „an meinen Geburtstag denken“.
      Wenn ich jetzt in Eure Büros „reingehe“, fühle ich die ganze Energie, die Ihr immer noch in Eure verdammt nicht einfache Arbeit steckt. Sehe Euren coolen Umgang mit den Veränderungen, die Ihr jetzt schon so lange Zeit mittragt und Euren bisher so erfolgreichen Umgang mit den Auswirkungen auf Euer Leben.
      Vero und ich wünschen Euch weiterhin viel Erfolg, aber auch Gelassenheit und Glück in Eurem privaten Leben.
      Wir haben auf unseren 8 Quadratmetern einfach ein Schönes und sind dankbar für all das, was es bis heute und jeden Tag aufs Neue für uns bereit hält.
      Herzliche Grüße aus Cerrville Texas, auf dem Sprung nach Arizona, bevor dort die Hitze zuschlägt 😎😎
      Vero & Reiner

  3. Da ich mal wieder 14 Tage im Westerwald war , komme ich erst heute dazu eueren blog zu geniessen. Ausgerechnet an deinem Geburtstag lieber Reiner , herzlichen Glückwunsch und alles Gute ;
    natürlich für euch beide.
    Liebe Grüße , auch an Vero , euer Alfred .

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