Einfach weiter nach Westen?

…oder doch nach Montreal?
lieber „doch“!

Am Sonntag, den 21. Juni 2015

haben wir nach weiteren knapp 260 km das Ziel unseres Entschlusses, Montreal, erreicht.

Der St. Lorenz Strom begleitet uns noch immer und zwar jetzt, wo wir weiter gen Südwesten fahren, auf der westlichen Seite und wir haben damit auch die gern in Anspruch genommene Möglichkeit, auf der „anderen Seite“ der Stadt, dort wo es ruhig zugeht, einen Stellplatz zu finden.

Dieses Mal finden wir ihn am „Port de Plesance“ der nur 300.000 Einwohner großen Stadt Longueuil, wo sich uns eine gute Möglichkeit bietet, ab morgen mal wieder mit einer Fähre den „Moloch“ einer 1,7 Millionenstadt zu erkunden.

Was für eine Aussicht!
Nur 200 m von unserem Schlafplatz, dieses Mal wieder ohne „Landstrom“, unter dem Schutz vieler Murmeltiere, bietet sich uns ein abendlicher Blick auf unser morgiges Ziel vom Feinsten!

31 Can $ für 2 Personen hin und zurück sind es uns wert, völlig unangestrengt im „Vieux Port“ von Montreal zu landen

und uns auf ein neues Abenteuer in einer der größten französisch sprechenden Städte der Erde einzulassen. (Nach Paris, Kinshasa und Abidjan)

Sie gilt als sichere Stadt mit einer faszinierenden Skyline, wobei kein Haus höher sein darf als der Mont Royal, der von Spazierwegen durchzogene gut 200 m hohe Hausberg dieser Stadt.

Und wir können hinzufügen, mit einer äußerst relaxten Bevölkerung, die die sehr unterschiedlichen Jahreszeiten (bis zu -30° im Winter, bis zu +30° im Sommer) in dieser Stadt offenbar besonders feierfreudig wegsteckt.

Wir sehen die eindrucksvolle Kirche „Notre Dame de Montréal“ mit geheimnisvoller Beleuchtung des Altarraumes und riesigem Sternenhimmel unter dem Kirchendach.

(Was die zur Verzauberung der Gläubigen so alles angestellt haben)

Können nicht an der Markthalle Marché Bonsecours vorbeigehen, ein sehr europäisch wirkendes Gebäude und nutzen die Gelegenheit die „Altstadt“ und zwei von Vero ausgewählten Yarnshops einen Besuch abzustatten.

Auf ein Mal vermisse ich meine Irische Schirmmütze! Wo habe ich sie liegen gelassen?
Alle „Verlustmöglichkeiten“ durchgedacht und, weil am nächsten Tag in Montreal gefeiert wird, einen Tag später alles abtelefoniert.

Erst mal St. Jean, die Nationalfete der Quebecer mit Schul-, Arbeits- und Einkaufsfrei mitmachen…

Die Straßen um die Rue St. Denise herum waren unvorstellbar voll mit gut gelaunten Quebecois, die ihre „Nationalität“ mit den verschiedensten Insignien ihrer Zugehörigkeit zu erkennen gaben.

Auf dem Rückweg spazieren wir noch durch eine schöne Wohnstraße.

Und dann nach zwei Tagen, im „La Maison Tricotee“, in der Nähe der Metrostation Rue Laurier,

wo es diese umwerfende und mützevergessende Blaubeer-Tarte gibt, wurde ich fündig! Ich habe meine Mütze wieder!

Es kommt noch besser:
Gerade haben wir mitbekommen, dass  dass die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft am Freitag, den 26. Juni ihr Viertelfinalspiel um 16 Uhr im Olympiastadion von Montréal gegen Frankreich austragen wird!
Nach Auskunft der Touri-Info am Place Jacques-Cartier gibt es Karten am Stadion: Sofort machen wir uns auf den Weg.

Metro Linie „orange“ vom Champ-de-Mars Richtung Montmorency, aussteigen in Berry-Uquam, umsteigen in die Linie grün Richtung Honorè-Beaugrand und dann an der 6.Station „Piu IX“ aussteigen.

Olympiaschwimmhalle

Wir haben sie (die Karten)..

Alles geht nicht, weshalb wir beschlossen haben, das bald beginnende „Festival International de Jazz de Montréal 2015“ nicht mehr zu besuchen. Es wird zuviel des Guten!

Aber da ist ja noch „die Stadt unter der Stadt“, die wir unbedingt sehen wollen:

Lange Rolltreppen runter in die „Ville Souterrain“ lässt uns den Sommer vergessen, die Verbindungen zwischen Metro, Kinos, Restaurants, Einkaufszentren und springbrunnenverzierten Plazas,

über mehr als 30 km hinterlassen wetterunabhängig zwei völlig faszinierte und aber auch schon ein bisschen überforderte „Herforder“.

Da kommt uns unser Spaziergang durch Chinatown fast vertrauter vor. Aber der freundlichen Einladung zum Tai Chi: „is for free“, trauen wir uns dann doch nicht zu folgen.

Noch etwas früh, die Halle füllt sich langsam, zum Ende werden 25000 Besucher bekannt gegeben!

…das Spiel am 26. Juni ist dann nur noch reine Nervensache:
Unvergesslich, wir sitzen in der 12. Reihe, direkt auf Höhe der Mittellinie,

die Trainer- und Ersatzspielerinnen beider Mannschaften vor uns im Blick und dann der Knaller: nach 90 Minuten 1:1, nach 120 Minuten Elfmeterschießen. Zum Schluss ist alles gut: Deutschland ist im Halbfinale und Nadine Angerer wird zum „Player of the match“ erklärt!

Stimmt Dietrich, ich finde auch, dass sie „echt Schwein gehabt (haben), die Mädels“, aber wir haben sie auch zusammen mit den um uns herum sitzenden US-Amerikanerinnen und Amerikanern, die alle für die deutsche Mannschaft waren, zum Sieg geschrien! Noch am nächsten Morgen war ich heiser und hätte gut als „schwer erkältet“ durchgehen können.

Fünf aufregende Tage in Montreal, während deren wir so unendlich viele interessante Eindrücke sammeln konnten.

…Und zum Schluss auch noch Antonia und Axel auf unserem Campground getroffen. Sie befinden sich auf dem Rückweg von ihrer großen Südamerika-Reise! über die USA zur Verschiffung ihres Autos nach Halifax und wollen dabei Montreal nicht auslassen.
Eine Verabredung zu einem gemeinsamen Abend nach dem Fußballspiel beim Jazzfestival in Montreal-Downtown mussten wir leider canceln.
Wir hätten gern noch eine Nacht lang mit ihnen geplauscht, merkten aber, dass wir erst einmal wieder „Ruhe von der Arbeit“ brauchen!

Now we go west!

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