Manitou`s Erben

Auf den Spuren des „Großen Manitou“…

Freitag, den 03. Juli 2015

Wir könnten ja mal wieder ein bisschen „Fähre fahren“.

 Gerade hat die „Chi-Cheemaun“ mit uns zur knapp 2-stündigen Überfahrt zur Insel Manitoulin/Ontario in Tobermory abgelegt und bringt uns ohne weitere Zwischenfälle in den kleinen Fährhafen South Baymouth.

(Was nicht selbstverständlich ist, weil sie bis gestern zwei Tage lang wegen eines technischen Defekts gar nicht fuhr!)

Für’s Wochenende ist der CG „South Bay Resort“ reserviert und wir wollen uns von der langen Fahrwoche etwas erholen.

Der Platz liegt direkt am „Mund der riesigen südlichen Bucht“. Er hat, wie fast jedes Grundstück oder wie fast jede unbebaute Fläche, die wir bis jetzt in Canada gesehen haben, wenn sie nicht Wald oder Feld ist, so viel frisch gemähten Rasen, das wir sein Ende gar nicht mehr sehen können.

(Vero meint, die hätten hier nur so große Rasenflächen, weil die Männer jede freie Minute nutzen möchten, um auf ihren Aufsitzmähern herum zu fahren)

In Sheguinandah, ungefähr 40 km nördlich vom Campground, gibt es an diesem Wochenende ein PowWow der First Nation und Touristen sind eingeladen. Wir sind sehr gespannt darauf.

Samstag, den 4. Juli 2015

Kein Supermarkt in der Nähe und kein Brot mehr im WoMo – es bleibt mir nichts anderes übrig, als die Straße entlang zu laufen und zu sehen, wo ich die nächste Einkaufsmöglichkeit finde.
Ich könnte mich ja mal wieder ein bisschen bewegen.

Dabei überhole ich ein kanadisches Paar aus Sault Sainte Marie, die, oh Wunder ebenfalls zu Fuß! laufen, zum Hafen die immerhin 1,5 km und mir bestätigen, dass es an der nächsten Tankstelle in ungefähr 800 m einen Convinience Store (so etwas wie einen Kiosk oder ein „Shop an der Tanke“) gibt mit „von Allem etwas“ also bestimmt auch Brot.
Haben sie! Wie gut, dass wir ein Toastergestell für unseren Gasherd dabei haben – so schmeckt dieses „Weichbrot“, dass sich im Normalzustand auf die Größe eines Kaugummis zusammen drücken lässt, gut und ich habe wenigstens im getoasteten Zustand etwas zu kauen.

Sonne bei 25° tanken, die black flies abwehren, viel trinken, lesen, Stuhl in den Schatten stellen, zwischendrin einschlafen …die Vögel klingen hier ganz anders …diese Elektro“Golf“mobile rauschen, das Zufußlaufen ersetzend, immer wieder vorbei …nur die Geräusche der Gummiräder auf dem Boden sind zu hören…

Ich könnte ja mal meine Kugeln rausholen.
Gesagt-getan.

Und heute Abend könnte mal wieder ein Sack firewood kommen. Er wird uns auf Bestellung selbstverständlich an unseren Platz gebracht.

Zwei Stunden intensive Meditation oder das lockere Gespräch am Feuer sind schon unser gängiges Abendritual. Auch wenn wir danach wie die „Rauchmännchen“ riechen.

Sonntag, den 5. Juli 2015

Ich könnt‘ ja mal das Mückenzelt aufbauen oder?
Ach, ich bin eigentlich zu schlapp dafür, kurz nachdem ich um 5:00 pm in meinem Sessel aus meinem Nachmittagsschläfchen erwacht bin.
Ich konnte mich mal wieder einfach „fallen lassen“, nachdem der Vormittag so aufregend war, wir aber inzwischen auf „Batman’s CG“ in Sheguinandah einen schönen Platz für die Nacht an der Bay bekommen haben.

Das PowWow hat uns „unterm Strich“ sehr beeindruckt.
Sehen wir einfach mal von den auch bei den Weißen Canadas üblichen „Verkaufsständen“

mit dem ewigen Fettigen und dem obligatorischen Touristentand ab.

Dann ist dort der extrem laute, getrommelte stakkatohafte Rhythmus und die fast geschrieenen Sprechgesänge der Gruppen jungen Männer, die Grundlage für den großen Auftritt der sehr „festlich“ gekleideten alten Männer, jungen Männer, Jungen, alten Frauen, jungen Frauen und Mädchen.

Genau in dieser Reihenfolge tanzen sie in den Festkreis um den in der Mitte stehenden, angedeuteten Wigwam hinein. Dabei sind an fast jedem Kostüm, insbesondere bei Frauen, Mädchen und jungen Männern, jede Menge kleiner Glocken angebracht, die den von den Trommeln vorgegebenen Rhythmus durch die genau dazu passenden Körperbewegungen klanglich verstärken.

…Und prall-bunt sind die Kostüme, viele Fransen aus Stoff und Leder, Federn, einzeln und ringförmig aneinandergereiht, Abzeichen, genauso wie Karl May sie uns in seinen Büchern beschrieben hat, ja sogar noch viel phantastischer, weil ja Festkleidung.

Vereinzelt ist auch Körper- und Gesichtsbemalung zu sehen.

Einfach faszinierend, geheimnisvoll, völlig fremd und für uns so eine Mischung aus voyeuristischer und betroffener Haltung, weil wir die Bedeutung der damit für die „Indianer“ offensichtlich verbundenen Ernsthaftigkeit nicht wirklich verstehen können.

Vielleicht kommt es uns am ehesten noch nahe, wenn wir miterleben, wie im Anschluss an den Einzug der Tänzerinnen und Tänzer einzelne Gruppen- oder Regions- „Repräsentanten“ vom Sprecher des Festkomitees allen Besucherinnen und Besuchern unter Applaus individuell begrüßt werden und jeder in einer kurzen Vorstellung über Mikrophon verstärkt, betont, wie stolz er auf seine jeweilige Repräsentanz bei diesem PowWow ist.

imageDie von Ihnen mitgebrachten „Insignien“, mit Symbolen verzierte Stöcke, werden am Wigwam befestigt.

Als wir dann nachmittags noch einen „Schwimmgang“ im See einlegen, können wir die Trommeln und Gesänge in geschätzten drei Kilometern Entfernung noch kurze Zeit hören und uns dabei vorstellen, welche Ängste die ersten weißen Siedler wohl gehabt haben mögen, wenn sie diese stampfenden, fordernden Rhythmen und kreischenden Stimmen hörten, sie aber nicht sehen und damit auch kaum einordnen konnten!

Sie wussten ja sicher, dass sie in diesem Land die „Eindringlinge“ sind!

Montag, den 6. Juli 2015

Ich könnt‘ ja mal die Augen aufmachen!
Ist gerade 8:00 am und der Wind bläst durch das Ausstellfenster im Alkoven über mich hinweg. Sehr angenehm, es scheint heute nicht ganz so warm zu werden wie gestern.
Mal sehn, wie der Krimi von Jo Nesbø „Der Sohn“ ausgeht, wer wohl der „Böse“ ist?

Vero schläft noch und nachdem ich weiß, wer im Buch der lang gesuchte „Maulwurf“ ist, stehe ich auf, mache einen kleinen Spaziergang zur Rezeption (immerhin 500m) und verlängere unseren Aufenthalt hier um eine weitere Nacht.

Der Kaffee zum Frühstück auf der obligatorischen Campside-Bank schmeckt ganz gut, auch lieber Holger, wenn’s nur ein Tchibo ist, den gab’s im WALMART im „deutschen Regal“ (neben Sauerkraut, Rotkohl, Deutschländern)

Ich könnt‘ ja mal schauen, ob der Waschbär noch da ist…

Yes,  great!

4 Gedanken zu “Manitou`s Erben

  1. Hallo Reiner , ich melde mich noch einmal auf diesem Wege. Ich habe schon xenzwanzigmal
    versucht dich anzuskypen , bisher ohne Erfolg. Ich weiß nicht , warum das nicht klappt.
    Versuch du es doch bitte bei mir ; ich habe den Rechner schon mehrfach stundenlang angelassen , genutzt hat es bisher noch nicht. Aber ihr seid ja noch ein paar Tage unterwegs.
    Liebe Grüße
    Alfred.

  2. Hallo Reiner, jetzt sind Deine Kugeln mit Euch von Camping KIKO nach Kanada gereist. Wir hatten schon in Montreal damit gerechnet, daß Du sie mal wieder in die Hand nimmst. Es ist nur gut, daß man das Petanque nicht verlernt. Wir treffen uns wieder, und dann spielen wir eine Runde.
    Grüße an Euch Beide und weiterhin gute Fahrt.
    Sugrid und Hartmut

    • Ihr Lieben,
      wie schön, von euch zu hören. Meine Kugeln ruhen praktisch nie.
      Habe soeben vom „Petanque America Open“ im November in Florida gelesen. Leider schon alles ausgebucht, aber ich versuch’s mal über die Warteliste 😅
      Liebe Grüße aus Minnesota
      Reiner

  3. Hallo , lieber Reiner , ja “ it`s great “ . Es ist wunderbar vieles von dem was ihr seht auf diese Weise mit zu erleben. Etwas irritiert bin ich über die Datumsangaben .
    Weiter alles Gute und l.G. an Vero.
    Alfred

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